218 Mittlere Geschichte, Vierte Periode.
In dieser Zeit bringt König Philipp IV. von Frankreich dieFreigrafschaft Burgund durch Heirat an sich und zwingt denErzbischof von Lyon zur Huldigung.
1314—1347. 1 Ludwig der Bayer, im Kampfe mit1314—1330. j Friedrich von Österreich, Sohn Albrechts.
1315. Sieg der' schweizerischen Eidgenossen in dem Passe(15. Nov.) zwischen dem Ageri-See und dem Berge Morgarten
über Leopold von Österreich, Friedrichs Bruder. DieBlüte der österreichischen Ritterschaft (1500 anZahl) erschlagen.
1316. Bestätigung der Reichsunmittelbarkeit der Waldstätte
durch König Ludwig.
1322. Schlacht bei Ampfing oder Mühldorf. Friedrich vonÖsterreich geschlagen und gefangen (Sage vonS. Schiveppennann).
1324. Papst Johann XXII. (in Avignon, ganz unter fran-
. zösischem Einflufs) mischt sich in den Thronstreitund spricht den Bann über Ludwig aus, doch bleibt derselbe.unwirksam, da die sittliche Entartung des päpstlichen Hofes inAvignon das Ansehn des Papsttums überhaupt beeinträchtigt.
Ludwig giebt die durch das Aussterben der Askanier erledigteMark Brandenburg seinem Sohne Ludwig, mit, dem er späterMargarete Maultasch, die Erbin von Tirol und Kärnten, ver-mählt.
1325. Friedrich wird gegen Verzichtleistung auf den Thron
in Freiheit gesetzt, stellt sich wieder als Gefangener,wird von Ludwig als Teilhaber an der Königswürdeanerkannt, stirbt 1330.
1327—1330. Ludwigs Römerzug. Er wird in Rom zum Kaisergekrönt, stellt einen Gegenpapst auf, kann aberdie kaiserlichen Herrschaftsrechte nur wenig zurGeltung bringen. Frankreich und dem Papstegegenüber einigen sich endlich die Kurfürsten zurUnterstützung Ludwigs:
1338. Der Kurverein zu Rense erklärt jeden rechtmäfsig ge-wählten deutschen König auch ohne päpstliche Krö-nung für den römischen Kaiser.
Ludwigs eigenmächtiges Verfahren zur Vergröfserung seinerHausmacht (Brandenburg, Tirol, Holland) bewirkt, im Verein mitpäpstlichen und französischen Umtrieben, ein Jahr vor seinemTode die Wahl Karls, Sohnes des Königs Johann von Böhmen(Johann t 1346 in der Schlacht bei Crecy). Karl wird erst nachLudwigs Tode allgemein anerkannt.