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Weichtiere.
Blutgefäß-
system.
Niere,
Leibeshöhle
Geschlechts
organe.
der Ganglienzellen nach dem einen Ende differenzieren sich die Pedal-stränge zu den Pedalganglien und den Cerebropedalconnectiven. DiePleurovisceralstränge liefern dagegen zunächst 3 Ganglienpaare, außerdem terminalen, unter dem Darm gelegenen Visceralganglion im engerenSinne noch die in das Cerebrovisceral-Connectiv eingefügten Pleural- undParietalganglien (Eig. 305 A). Das Pleuralganglion ist mit dem Pedal-ganglion durch ein Connectiv verbunden; das Parietalganglion innerviertdas Osphradium. Wenn nun eine weitere Konzentration des Pleurovisceral-systems eintritt, so ergeben sich zwei Möglichkeiten: das Pleuralganglion rücktan das Cerebral-, das Parietalganglion an das Visceralganglion heran ( B ), oderbeide Ganglien verschmelzen mit dem Visceralganglion. Im letzteren Pall(Pulmonaten, Cephalopoden) ist das vergrößerte Visceralganglion mit demPedalganglion durch ein Connectiv (Pleuro-Pedalconnectiv) verbunden, das imersteren Palle ( Lamellibranchier , Scaphopoden) zu fehlen scheint, weil esmit dem Cerebro-Pedalconnectiv verschmolzen ist. — Obwohl das Hörbläschenseine Nerven vom Pedalganglion zu empfangen scheint, so ist das Centrumder Innervation doch im Cerebralganglion gegeben; seine Verbindung mitder Haut durch einen Kanal bei Nuculiden (Lamellibranchiern) erklärtsich aus seiner ectodermalen Entstehung. Der Kanal ist auch bei Cepha-lopoden vorhanden, aber blind geschlossen. — Die Augen, im Gegensatzzu accessorischen, nur in manchen Pamilien vorkommenden Augen, Kopf-augen genannt, sind ähnlich den Augen der Anneliden (Pig. 80, 81)grubenförmige Einsenkungen der Haut, deren Grund zu einer Retinadifferenziert ist. Meist schließen sie sich zu einem Augenbläschen, er-reichen aber nur bei den Cephalopoden eine hohe Entwicklungsstufe.
£ pl- jiM.
B C
\ jia. v.
Fig. 305. VerschiedeneFormen des Nervensystemsbei Mollusken. A Mehrzahlder Cephalophoren, B La-mellibranchier, C Cephalo-poden und Pulmonaten ; cHirnganglion, pl Pleural-,pa Parietal-, v Visceral-,pe Pedalganglion.
Nächst dem Nervensystem ist für die Mollusken die Beschaffen-heit des Herzens am meisten charakteristisch; dasselbe ist ein dorsalesarterielles Herz mit Kammer und Vorkammer. Die Kammer ist stetsunpaar, die Vorkammer dagegen paarig, solange die Kiemen, von denenaus das Blut dem Herzen zuströmt, paarig sind, während hei unpaarerBeschaffenheit der Kiemen (resp. Lungen) nur eine einzige Vorkammervorhanden zu sein pflegt. Stets finden sich besondere Arterien und Venen;Capillaren kommen dagegen nur den Cephalopoden zu, während bei denniederen Mollusken , namentlich den Muscheln , die feineren Arteriensich in lakunäre Bahnen öffnen, deren Gesamtheit früher Leibeshöhlegenannt wurde. Ein vollkommen geschlossenes Blutgefäßsystem scheintnicht einmal bei den Cephalopoden vorhanden zu sein.
Das Molluskenherz ist in einem geräumigen Herzbeutel ein-1 geschlossen, welcher fast ausnahmslos durch einen flimmernden Kanal,die Nierenspritze, mit der Niere in Verbindung steht und bei manchenMollusken (Cephalopoden und einigen Solenogastres) außerdem auch mitder Geschlechtsdrüse zusammenhängt. Auf diese Tatsachen gründetsich die oben schon erwähnte Ansicht, daß bei den Mollusken Resteeiner Leibeshöhle im Herzbeutel und im Lumen der Geschlechtsdrüse