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Lehrbuch der Zoologie / von Richard Hertwig
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Weichtiere.

deferens (vd) windet sich als dünner Kanal auf Umwegen zum Porusgenitalis; hier schwillt es zum ausstülpbaren Penis (p) an, mit welchemein Musculus retractor und das Flagellurn (fl) verbunden sind; letzteresliefert das Material zur Bildung einer Spermatophore. Die Scheide (v)ist breiter und verläuft geradenwegs zum Porus genitalis, wo sie mitdem Penis wieder zusammentrifft. Dem weiblichen Geschlechtsapparatsind noch einige Anhänge zuzurechnen, zunächst die große Eiweißdrüse(et), welche am Uterus aufsitzt, da wo dieser aus dem Zwittergang her-vorgeht; ferner ein Receptaculum seminis (r), ein rundliches Bläschen,welches durch einen sehr langen Kanal mit der Scheide in Verbindungsteht, schließlich zwei nicht bei allen Pulmonaten vorkommendefinger-förmige Drüsen (fl). Ein merkwürdiger, dickwandiger Blindsack derScheide ist endlich noch der Liebespfeilsack (ps), welcher in seinem

Fig. 333. Anatomievon Helix poniatia , dieDecke der Atemhöhleist auf der linken Seiteabgetrennt und nachrechts hinübergeschla-gen, darauf das Pericardund der Eingeweidesackgeöffnet und die Einge-weide auseinander gelegt.Darm: $ Schlundkopf,m Magen, sp Speichel-drüse, l Leber, d Dünn-darm, a After; Ge-schlechtsapparat :2Zwitterdrüse mit Zwit-tergang (verläuft unterdem Darm durch), u Ute-rus, «'Eiweißdrüse, r Re-ceptaculum seminis, vVagina, ps Pfeilsack, /fingerförmige Drüse,vd Vas deferens, p Penis,fl Flageilum, n Nieremit r! Nierenmündung.lu Lungengeflecht, hHerzvorkammer, rück-wärts davon die Kam-mer, g Cerebralganglien;c Columellarmuskeln, fuFuß.

Innern ein aus kohlensaurem Kalk bestehendes Stilett, den Liebespfeil,ausscheidet. Dasselbe wird bei der Begattung in die Körperwand alsReizmittel eingestoßen. Trotz des Hermaphroditismus findet nämlich beiden Pulmonaten eine mehrere Tage lang dauernde gekreuzte Begattungstatt. Bei vielen Pulmonaten macht jedoch Protandrie, öfters auchProtogynie wechselseitige Befruchtung unmöglich.

Bei den Landschnecken werden die Eier als große, hartschaligeKörper in feuchte Erde vergraben; bei Wasserbewohnern finden sich da-gegen Laiche, meist Gallerten, in denen viele Einzeleier liegen, jedesEi von einer Eiweißschicht und einer festen Hülle umschlossen. Seltenfindet eine Art Brutpflege statt, wie bei Janthma nitens, welche ihreEierqualster, in Form eines Flosses am Fuß befestigt, mit sich herum-trägt; wenige Schnecken (z. B. die Süßwasserschnecke Paludina) sindvivipar.

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