IV. Cephalopoden.
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Exemplars war 6 m lang, seine Arme hatten den Durchmesser einesMännerarmes und eine Länge von 11 m. Da jeder Arm nur aus Muskel-masse besteht, wäre es wohl denkbar, daß die Tiere ein kleineres Schiffbewältigen könnten.
Der Körper eines Cephalopoden zerfällt durch eine deutliche Ein-schnürung in den Kopf und den Rumpf (Fig. 340, 341). Ersterer trägtgenau terminal die Mundöffnung und in einem Kranz um dieselbe herumdie Arme; dieselben sind auf der oralen Seite mit einigen Reihen kräftiger,bei einigen Arten zu Haken umgewandelter Saugnäpfe bewaffnet. DieOctopoden (Fig. 340) haben nur 8 untereinander gleiche Arme, 4 rechteund 4 linke; die Decapoden (Fig. 341) haben außer diesen 8 noch 2weitere Arme, die sich durch Gestalt und Anordnung von den übrigenunterscheiden; sie besitzen Saugnäpfe nur an dem spatelartig verbreitertenEnde und können in besondere Taschen vollkommen zurückgezogen werden.Ihren Platz nehmen die accessorischen Arme, w r enn wir jederseits dieHauptarme von der dorsalen nach der ventralen Seite zählen, zwischendem 3. und 4. Arme ein.
Fig. 340. Fig. 341.
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4nM
Fig. 340. Octopus Tonganus (nach Hoyle) in seitlicher Ansicht, rechts derTrichter und die Mantelfalte, links der Rücken mit den Augen.
Fig. 341. Loligo Kobiensis (nach Hoyle), von der Bauchseite betrachtet.
Unterhalb der Arme liegen links und rechts die beiden großenAugen, welche schon äußerlich an das Wirbeltierauge erinnern, indemsie eine durchsichtige Cornea und eine große, von einer Iris umgebenePupille besitzen. Im inneren Bau (Fig. 342) ist die Ähnlichkeit nichtminder ausgesprochen. Hinter der Iris liegt eine Linse und ein Glaskörper;auf den Glaskörper folgt nach außen die Retina und auf diese eine pig-mentierte, silberglänzende Haut, w 7 elche als Argentea oder Chorioideabezeichnet wird und von knorpeligen, die Sclera ersetzenden Stückendurchwachsen ist. Zw'ei auffällige Eigentümlichkeiten unterscheiden dasAuge der Cephalopoden von dem der Wirbeltiere, zum Zeichen, daßbeide Organe unabhängig voneinander entstanden sind und einen ganz
Hertwig, Lehrbuch der Zoologie. S. Aufl. 23
Kopf undTentakeln.