VII. Säugetiere.
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ansehnlichen Teil des Gesichtsschädels und schicken nach rückwärts undeinwärts die Gaumenfortsätze (Processus palatini) aus. Durch letzterewerden die Knochen der Gaumenreihe eingeengt; die Vomeres der beidenSeiten werden zu einem unpaaren, die Nasenscheidewand vervollständi-genden, senkrecht gestellten Knochen zusammengepreßt, Palatina undPterygoidea werden rückwärts verlagert. Das Palatinum beteiligt sichnoch am harten Gaumen, das Pterygoid (neuerdings als Rest des Para-sphenoids gedeutet) nur ausnahmsweise ( Cetaceen , manche Edentatenfletzteres verliert sogar gewöhnlich seine Selbständigkeit und schließt sichdem ihm am meisten benachbarten Knochen der Schädelbasis, dem Basi-sphenoid, an; genauer gesagt: es verschmilzt mit einem Fortsatz desselben,der Lamina externa der Processus pterygoidei, als die Lamina interna. Imhinteren Keilbein sind somit, ganz wie im Schläfenbein, craniale und vis-cerale Teile vereint.
Die Wirbel der Säugetiere sind durch vollkommene Verknöcherung Wirbelsäuleausgezeichnet und untereinander durch Ligamenta intervertebralia, Band- “mitaten?’scheiben aus Faserknorpel, verbunden. Stets sind die Halswirbel und dierippentragenden Brustwirbel voneinander unterschieden, meist auch — mitAusnahme der Cctaceen — Lendenwirbel, Sacralwirbel und Schwanz-wirbel. Auch die Variabilität in den für die einzelnen Regionen gelten-den Zahlen ist eine beschränkte. Namentlich haben alle Säuge-tiere sieben Halswirbel (darunter Atlas und Epistropheus); nur ganzausnahmsweise kommen neun ( Bradypus tridactylus) oder sechs(Choloepus Hoffmanni , alle ManatussxXm) vor. Bei der Bildung derSacralwirbel muß man zwei Erscheinungen auseinander halten: 1. Ver-bindung der Wirbel mit dem Os ilium (echte Sacralwirbel), 2. Verschmel-zung der echten Sacralwirbel untereinander und mit darauffolgendencaudalen, pseudosacralen Wirbeln zum Os sacrum. Die Zahl derechten, das Ilium befestigenden Sacralwirbel ist sehr häutig, wie bei Am-phibien , nur einer (die meisten Beutel-, Huf- und Nagetiere , Halb-affen) oder zwei ( Carnivoren , Primaten ) selten, mehr {Echidna, vieleEdcntaten, bei denen auch das Sitzbein sich mit der Wirbelsäule verbindenkann). Pseudosacrale Wirbel fehlen selten ganz, meist schwankt ihreZahl zwischen 1 und 3. — Vom Gliedmaßenskelett interessieren uns ammeisten Schulter- und Beckengürtel. Das Coracoid, welches bei Mono-treinen noch das Sternum erreicht, ist bei allen übrigen Mammalien zueinem Fortsatz der Scapula, dem Pro-cessus coracoideus, eingeschrumpft. Sel-tener (bei den schnell laufenden Tieren)fehlt die Clavicula; dieselbe tritt beiden Monotremen (Fig. 560 CI) noch
Fig. 560. Sternum- und Schulter-gürtel von Ornithorhynchus anatinus , linkeHälfte nur zum Teil dargestellt (aus Wieders-lieim). St Manubrium sterni (oberes Endedes Brustbeins), Ep Episternum, CI Clavicula,
■V Scapula, G Gelenkfläche, für den Ober-arm, Co, Co 1 Coracoid.
an ein gut entwickeltes Episternum (Ep), sonst scheint sie mit-demSternum zu articulieren; tatsächlich ist 'sie aber von ihm getrennt durchdie Cartilagines interarticulares (früher als Reste des Episternum, jetztals „Praeclavia“ gedeutet). Am Becken sind Darm-, Sitz- und Scham-
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