Band 
Erster Kursus.
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Alte Geschichte.

dringliche Wollust zurück und reichte der bescheidenen Tugend seine Hand.Diese führte ihn zwar rauhe Pfade und prüfte in zwölffacher Arbeit seinenWillen und seine Kraft, machte ihn aber auch zu einem Wohlthäter desMenschengeschlechts und zum ersten Helden Griechenlands.

Die zwölf 2. Auf Befehl des Orakelsr zu Delphi wurde Herkules von denArbeiten Göttern zu Eurystheus, dem Könige von Argalis?, geschickt, auf daß erthue, was dieser ihm gebieten würde. Der Held folgte der göttlichen Weisung.

g,. Die erste Aufgabe war, den nemeischen Löwen? zu erlegen, welcherin den Wäldern nördlich von Nemea (Karte II.), in Argolis, große Ver-heerungen anrichtete. Dieser Löwe konnte von keinem Geschosse getötet werden,da alle Pfeile von seinem zottigen Fell absprangen. Herkules griff dasRaubtier mit den Fäusten an, drückte es zusammen und erschlug es dann mitseiner Keule. Das undurchdringliche Fell hing sich der Held als Mantel um.

d. Herkules tötete die lernäische Schlange oder Hyder, einschlangenartiges Ungeheuer mit hundert Köpfen, die immer wieder wuchsen,wenn sie auch abgehauen worden waren. Dieses Ungetüm hauste bei Lern«(Karte II.) in den sumpfigen Einöden der Landschaft Argolis. Herkulesbesiegte das Ungeheuer mit Hilfe seines Freundes Jolaus. Dieser mußteeinen Wald anzünden und ihm einen brennenden Stamm reichen; sobaldHerkules der Hyder einen Kopf abgehauen hatte, hielt er den Feuerbrandauf die Wunde und der Kopf konnte nicht wieder neu wachsen. So verlordie Schlange einen Kopf nach dem andern. Mit der Galle des Ungeheuersvergiftete Herkules seine Pfeile, so daß sie unfehlbar tätlich wirkten.

o. Herkules mußte eine der Artemis^ geweihte Hindin (Hirschkuh)einsangen. Dieses Tier hatte eherne Füße und goldene Geweihe und liefso schnell, daß kaum der Pfeil es einholte. Aber Herkules ließ nicht nach:er hetzte das Tier, bis es ermüdet niedersank und seine Beute wurde.

ä. Er fing den erymanthischen Eber, welcher um den Berg Ery-manthus (Karte II.) die Ebenen Arkadiens? verwüstete, und brachte ihn lebendigzu Eurystheus, welcher darüber so erschrak, daß er sich in ein Faß flüchtete.

6. Er reinigte in einem Tage die Ställe des Augias, Königs vonElis?. Dreitausend Rinder hatten dreißig Jahre lang in diesen Ställengestanden, ohne daß der Dünger hinweggeräumt worden war. Die Aufgabeschien daher selbst für einen Herkules zu schwer. Aber der Held leiteteeinen nahen Fluß (den Peneus) hindurch und ließ den Unrat durch dieFluten Hinwegspülen.

I. Er tötete die Stymphaliden, ungeheuere Raubvögel mit ehernenFlügeln, Schnäbeln und Klauen, welche die Gegend um den dichtumwaldetenSee Stymphalis (Karte II.) in Arkadien verheerten.

A. Er fing den wütenden Stier, der die Felder von Kreta^ ver-

i Orakel hießen zunächst die Götteraussprüche, welche die Priester dem Fragen-den offenbarten, dann die Tempel, wo diese Gütteraussprüche erteilt wurden. Dasberühmteste Orakel war das des Apollo <S. 3 Anm. 2) zu Delphi (Stadt in Phocis,der westlichen Nachbarlandschast von Böotien). Vgl. Karte II. — Artemis warnach dem Glauben der Griechen die Göttin der Jagd; bei den Römern Diana genannt.

? Argolis, Landschaft an der Ostküste des Peloponnes, mit der HauptstadtMycene. — Arkadien, Landschaft in der Mitte des Peloponnes — Elis, Land-schaft an der Westküste des Peloponnes mit der gleichnamigen Hauptstadt. — Kreta,jetzt Kandia, Insel südlich von Griechenland. — Vgl. Karte II.

? In früherer Zeit war der Löwe bis Griechenland verbreitet.