Oktavian Augustus 30 vor bis 14 nach Chr.
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den Altären den Göttern geopfert. Am fürchterlichsten aber ließ sich derRachedurst an den römischen Sachwaltern aus, die vor Gericht oft Recht inUnrecht verkehrt hatten. Die Deutschen stachen ihnen die Augen aus, hiebenihnen die Hände ab, und ein Deutscher riß einem solchen die Zunge heraus,ihm zurufend: „Run höre auf zu zischen, du Natter!"
Dies war die Hermannsschlacht im Teutoburger Walde imSeptember des Jahres 9 nach Chr. Ihr verdanken wir, daß wir deutscheSitte, deutschen Sinn und deutsche Sprache haben, daß wir Deutsche sind.*
Die Nachricht von dieser Niederlage verbreitete in Rom Furcht undSchrecken. Laut klagte der Kaiser: Varus, Varus gieb mir meine Legionenwieder!" (Vurs, Vurs rsäcks milii !) — Ein neues Heer wurde
ausgerüstet und unter Tiberius nach dem Rhein geschickt. Er fand aberhier alles in Ruhe; nur die Freiheit des Landes hatten die Deutschen ver-teidigen wollen; als solches gelungen, waren sie wieder heimgekehrt.
5. FünfJahre nachdem Siege Hermanns über die Römer starb Augustus Augustus(14 nach Chr.). Als er sich dem Tode nahe fühlte, soll er die um ihn 's 11>stehenden Freunde gefragt haben, ob er auf dem Theater des Lebens seineRollegut gespielthabe, und als sie diesbejahten, habe er erwidert: „So klatschetBeifall!" (klunältö!) -— Und in der That hat er 44 Jahre lang mit Kraftund Weisheit den Staat verwaltet. Dafür ward ihm der Dank und das Lobseiner Zeitgenossen. Er wurde unter die Götter versetzt, und nach ihm riefman jedem Kaiser bei seinen, Regierungsantritt zu: „Sei glücklich wie Augustus!"
Der Stiefsohn des Augustus, Tiberius, wurde Kaiser an seiner TiberiusStatt, 14—37 nach Chr.: derselbe, unter dem Johannes der Täu- 14—37.fer öffentlich hervortrat (Lukas 3, 1) und hingerichtet ward;derselbe, unter dem Christus lebte und lehrte und im Jahre 34zu Jerusalem gekreuzigt wurde.
18. Konstantin der Große 324-337.
1. Konstantin 324—337; das Kreuzeszeichen am Himmel 312. Das ChristentumStaatsreligion 324- 8. Konstantinopel Residenz 330. Taufe und Tod Konstantins 337.
1. Mehr als dreihundert Jahre waren vergangen seit dem Tode desAugustus, eine Reihe von mehr als vierzig Kaisern hatte bereits das römischeReich beherrscht, da bestieg 334 Konstantin (geboren 274) den Thron des KonstantinWeltreiches, nachdem er durch achtzehnjährige (306—324) Kämpfe alle seine Mit- 324—37.kaifer? besiegt hatte. Als Konstantin während dieser Kämpfe im Jahre 312von Gallien aus nach Italien zog, wo sich Maxentius zum Kaiser aufgeworfenhatte, so überlegte er lange bei sich selbst, welche Gottheit er zu seinem Führerund Beschützer wählen sollte. Er erwog, daß die meisten seiner Vorgänger,die auf eine Menge Götter gebaut und sie durch Opfer und Gaben verehrthatten, ermordet worden waren; daß dagegen sein Vater, der nur einen Gottverehrte, stets glücklich gewesen war. So wendet er sich denn nun an diesenGott und bat ihn demütig, er möchte sich ihm doch zu erkennen geben undihm bei dem gegenwärtigen Unternehmen beistehen. Gott erhörte seinGebet und soll sich ihm durch eine himmlische Erscheinung offenbart haben.
l Am 16. August 1875 wurde auf der Grotenburg bei Detmold die Kolofsal-bildfäule Hermanns, durch den Bildhauer Bändel ausgeführt, enthüllt.
r Diokletian, der von 884—305 Kaiser war, hatte das Reich mit einemMitkaiser oder Augustus und zwei Unterkaisern oder Cäsaren geteilt. Der Sohn deseinen Cäsar war Konstantin.