Band 
Erster Kursus.
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Alte Geschichte.

Das Kreu- Nachmittags, so erzählt man, an der Spitze seines Heeres

zeszsichsn dahinzog, zeigte sich, wie die Sonne dem Untergang nahe war, überderselben dasZeichen des Kreuzes, aus Lichtstrahlen gebildet, mit der Aufschrift: „Durch dieseswirst du siegen!" (ev rour» vkxa). Solche Erscheinung setzte ihn und sein ganzesHeer, das Zeuge derselben war, in außerordentliches Erstaunen. In der Nachtaber hatte er eine andere Erscheinung: Jesus Christus trat zu ihm im Traumemit demselben Zeichen, das Konstantin wachend am Himmel gesehen hatte, und be-fahl ihm, eine Fahne>, ähnlich jener Erscheinung, anfertigen und sie als Zei-chen vor dem Heere Hertragen zu lassen. So leuchtete von nun an demHeereszuge, wo früher nur Adler und Götterbilder gesehen wurden, das christ-liche Kreuz voran und führte von Sieg zu Sieg. — Fortan ließ Konstantinchristliche Lehrer kommen, die ihm erklärten, warum der Sohn Gottes MenschDas Ehrt- geworden und gestorben wäre. Da verordnete der Kaiser (313), daß manstentum die Christen nicht mehr verfolgen solle, und als er (in: Jahre 324) Allein-Staats- huschn geworden war, erhob er das Christentum zur Staatsreligion.^ 324 ." 2. ^ble Römer aber wollten lieber bei ihren heidnischen Göttern bleiben

und von dem unsichtbaren Christengott nichts wissen. Da beschloß Konstantin,eine zweite Hauptstadt zu gründen und zwar im Osten seines Reiches, umdasselbe zugleich besser gegen die Einfälle der Perser und der Goten? schützenzu können. Diese neue Hauptstadt sollte ein neues christliches Rom werdenund das alte heidnische Rom noch an Pracht übertreffen.

Byzanz- Konstantin zog aus, um eine passende Stelle für die neue Stadt zu finden.Konstanti- Da fiel ihm Byzanz (Karte I.) in die Augen, eine alte und berühmte Stadt annopel. der Meerenge, welche Europa von Asien scheidet, dazu auf einen: Vorgebirge ge-legen, an welchem das Schwarze Meer in das Marmarameer ausmündet. DieLage zwischen zwei Erdteilen und zwei Meeren, der fruchtbare Boden, die an-mutige Gegend, die vortreffliche Gelegenheit zu Schifffahrt und Handel — dasalles gefiel dem Kaiser, und er beschloß, hier die zweite Hauptstadt zu gründen.

Das alte Byzanz war schon eine große Stadt; aber die Mauer, welchejetzt Konstantin aufführte, war so lang, daß sie vom Schwarzen Meer biszu dem Marmarameer reichte. Dann wurde der kaiserliche Palast gebaut,fast eben so groß, als das römische Kapitol, hierauf die andern öffentlichenGebäude. Die heidnischen Tempel wurden in christliche Kirchen umgewandelt,auch mehrere Kirchen neu und prächtig aufgeführt. Die Stadt ivurdedem am Kreuze gestorbenen Erlöser geweiht, und selbst die Bildsäulen desKonstantin und der Helena^ trugen ein Kreuz in der Hand. In dem schönstenZimmer seines Palastes ließ der Kaiser ein Kreuz aus Gold und Edelsteinenan der Decke befestigen. Sonst blieb aber neben dem Christlichen noch vielHeidnisches: so ließ Konstantin auch sein goldenes Standbild zur Verehrung

1 Diese Fahne war ein langer mit Goldblech beschlagener Speer mit einerwagerechten Querstange. Auf der Spitze stand ein Kreuz mit einer Krone von Goldund Edelsteinen und den beiden Anfangsbuchstaben des Namen „Christus:" X und

2 Die Goten, ein deutsches Volk, wohnten zwischen Don und Weichsel (Karte I.)und beunruhigten (seit 237) durch kriegerische Einfälle das römische Reich.

» Helena war die Mutter Konstantins. Sie machte sich sehr verdient um Ver-breitung des Christentums und war wahrscheinlich auch von großem Einfluß aus dieGeneigtheit ihres Sohnes für dasselbe. In ihrem 80. Lebensjahre (320 nach Chr.)reiste sie nach Palästina und suchte und fand die heiligen Stätten der Erniedrigungund Erhöhung des Heilandes. Nach ihrem Tode aber baute ihr Sohn über demwiederaufgefundenen Grabe des Herrn eine prächtige Kapelle (335), neben der sich aufGolgatha bald ebenfalls eine Kirche erhob.