Konstantin der Große 324—337.
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ausstellen. — Im Jahre 330 nach Christo ward die neue Stadt feierlicheingeweiht: „Neu-Rom" sollte sie heißen, aber sie ward nach ihrem GründerKonstantinop olis (Konstantinopel), d. i. Konstantinsstadt genannt.
Im Jahre 337 war Konstantin eben im Begriff, gegen die Perser zuziehen, als ihn eine schwere Krankheit ergriff. Auf dem Totenbette wurdeer durch den Bischof Eusebius mittelst der Taufe unter die Gläubigen auf-genommen, denn man pflegte damals die Taufe bis an das Lebensende zu ver-schieben, weil man dann völlig entsündigt in den Himmel einzugehen glaubte.Konstantin starb am Pfingstfeste des Jahres 337 in Nikomedien ^ (Karte I.).Sein Körper wurde nach Konstantinopel gebracht und mit ungewöhnlichemGepränge in der von ihm gestifteten Apostelkirchc beigesetzt, sein Geist abervon den Christen unter die Heiligen, von den Heiden unter die Götter versetzt.
19. Die Völkerwanderung. Attila 444.
1. Die Hunnen gehen über die Wolga 375. Hunnen und Alanen über den Don.Die Goten. Die Westgoten über die Donau. Hunnen, Alanen und Westgoten zwischender Wolga und Donau. Die Völkerwanderung 375—568. Teilung des römi-schen Reiches durch Theodosius 395. 8. Attilas Zug nach Gallien, die Völkerschlachtarls hen Katalanischen Feldern 45l. Attilas Zug nach Italien 452. Der Bischof Leo.AttilaS Tod und Begräbnis 453. 3. Untergang des weströmischen Reiches durchOdoakar. Schluß der Alten Geschichte 476.
1. Die Hunnen, ein asiatisches Nomadenvolk, bewohnten die Ebenenvon der Wolga (Karte I.) bis weit nach Osten. Sie hatten einen kleinen, aberstarkknochigen Körper, ihr Hals war kurz und fleischig, die Schultern breit,der Kopf übermäßig dick, die Stirn schmal, die Nase gequetscht, das Gesichtbreit und Platt, der Bart dünn, ihre Augen klein und stechend, die schwarzenAugenbrauen schrägstehend und sehr dünn, die Ohren abstehend, der Mundbreit. Sie trugen leinene Kittel oder Pelze von kunstlos zusammengenähtenFellen. Die Beine umwickelten sie mit Fellen, die Füße bedeckten sie mitplumpen Schuhen, den Kopf mit einer rauhen Pelzkappe. Zur Zubereitungihrer Speisen brauchten sie weder Feuer noch Gewürz. Sie lebten von Kräu-tern, Wurzeln und Beeren oder von rohem Fleische, welches sie wie einenSattel auf das Pferd legten, es mürbe ritten und dann verzehrten. Sie hattennur kleine, mit Schilf bedeckte Hütten. Umherschweifend durch Wälder, ge-wöhnten sie sich von Kindheit an Ertragung der Kälte, des Hungers unddes Durstes. Auf unansehnlichen, aber ausdauernden Pferden waren sie wieangeheftet bei Tag und bei Nacht. Sie aßen und tranken, kauften und ver-kauften zu Pferde, auf dessen kurzen Hals gelehnt der Hunne zu schlafen pflegte.Krieg war ihre größte Lust. Mit gräßlichem Geschrei überfielen sie den Feind,stoben aber sogleich wieder auseinander, um mit der Schnelligkeit des Falkenund mit der Wut des Löwen zum Angriff zurückzukehren und alles vor sich herzu Boden zu werfen. In der Ferne bedienten sie sich der Pfeile und Wurf-spieße, deren Spitzen statt des Eisens mit scharfen Knochen besetzt waren;in der Nähe fochten sie mit dem Schwert. Auch hielten sie eine Schlingein Bereitschaft, welche sie über den Feind, der ihrem Hiebe ausgewichen War,warfen, um ihn mit sich fortzuschleppen. Dem Zuge der Männer folgtendie schmutzigen, ungestalteten Weiber und Kinder auf zahllosen Karren.
Dies wilde Volk zog im Jahre 375 nach Chr. aus seinen Steppenlän-dern nach Westen. Seine Scharen überschritten die Wolga und stießen auf die
i Nikomedien, Harrptstadt vvn Bithynien (S. 57 Anm. I), an der Ostküstedes Marmarameeres.
Konstantinf 337.
Die
Hunnen.
Beginn derVölkerwan-derung 375.