Band 
Erster Kursus.
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Alte Geschichte.

Hunnen uAlanen.

Goten.

Teilungdes röm.Reiches395.

Attila

441.

Alanen, welche damals mit ihren Herden und Gezelten die Ebene zwischenWolga und Don (Karte I.) bedeckten. Letztere schloßen sich, Gefahr undBeute teilend, an den Völkerschwarm an, und Hunnen und Alanen zogen(376) hinüber über den Don, den damaligen Grenzfluß zwischen Asien undEuropa. Jenseits wohnten die Goten (S. 72 Anm. 2). Diese warendurch den Fluß Dniepr in Ost- und Westgoten geteilt. Die Ostgotenkonnten dem Andränge nicht widerstehen; sie brachen auf und stürzten aufihre westlichen Brüder, jenseits des Dnieprs, die Westgoten. Diese gingenan 200000 Kriegsmänner mit Weib und Kind über die Donau. — DieOstgoten, Alanen und Hunnen aber stürmten weiter nach Westen, bissie endlich im heutigen Ungarn und Südrußland sich niederließen.

Durch diese Züge im Osten Europas gerieten auch die deutschen Volks-stämme in Bewegung, und es begann ein Hin- und Herdrängen der Völker.Fast 200 Jahre dauerte es, ehe das aufgeregte Völkermeer wieder zurRuhe kam. Dieses Ziehen und Treiben der Völker, das sich durch ganzEuropa erstreckte, Länder und Städte verwüstete, ganze Volksstämme aus-rottete, nennt man die Völkerwanderung 375—568.

Während dieser Zeit teilte der Kaiser Theodosius <395) das römischeReich in zwei Reiche, in das oströmische und in das weströmische Kaiser-tum* und vererbte jenes seinem älteren, dieses seinem jüngeren Sohn.

2. Beinahe 70 Jahre hatten die Hunnen und ihre Bundesgenossen inihren neuen Wohnsitzen gehaust, da trat um das Jahr 444 nach Chr. einkühner Anführer an die Spitze all' der Völker von der Wolga bis zur Donau:der Hunnenkönig Attila oder Etzel. Er war klein von Wuchs, aber eisen-sest an Körper und eisenfest an Willenskraft. Sein Gang war stolz undmajestätisch, und wenn er die kleinen funkelnden Augen rollte, kam auch demBeherzten ein Zittern an. In Ungarns Ebenen, zwischen Theiß und Donau(Karte I.), war sein Hauptlager. Hierher strömten die Gesandten der be-nachbarten Völker, um die Gunst des mächtigen Mannes zu erlangen, selbstgriechische und römische Gesandte fanden sich ein. Er selbst war still, nach-denkend, ernst; er sah es aber gern, wenn es fröhlich um ihn zuging. Währender bei den Mahlzeiten mäßig aß und trank und sich hölzerner Gerätschaftenbediente, schwelgten um ihn herum seine Freunde und tranken aus gol-denen Bechern. Sänger sangen das Lob hunnischer Helden, und schallendeMusik ließ sich hören. Kam er nach Hause, so empfingen ihn Frauen undJungfrauen mit Gesang; seine älteren Söhne behandelte er nach ihrem Ver-dienst, die kleineren nahm er auf den Schoß und liebkoste sie mit väterlicherFreude. Gegen die Gehorsamen war er freundlich und mild; gegen die Un-gehorsamen und im Kriege war er fürchterlich. Hier kannte er kein Erbarmen,pflegte sich darum auch gern Godegisel, eine Gottesgeißel zu nennen.

Zu Ansang des Jahres 451 brach der Hunnenheld an der Spitze voneiner halben Million Streitern aus seinem Lager in Ungarn auf. Wie ein

> Das oströmische Reich erhielt der 18 jährige Arkadius. Es umfaßte Ägypten,die asiatischen Provinzen, Griechenland und Macedonien. Die Hauptstadt war Kon-stantinopel. Man nennt es auch das morgenländische, das byzantische oder griechischeKaiserreich, den Orient oder das Morgenland. Es hat bis 1453 bestanden. — Dasweströmische Reich erhielt der 11 rührige Honorius. Es umfaßte die übrigen Teileder Nordküste Afrikas, Gallien, Spanien, Britannien und Italien; die Hauptstadtwar Rom. Man nennt es auch das abendländische oder lateinische Kaiserreich, denOccident oder das Abendland. Es hat bis 476 bestanden. Vgl. Karte I.