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Neue Geschichte.
Friede mitSüddeutjch-land.
Folgen desKrieges.
Norddeut-scher Bund.
Reichstag
1867.
einer Neugestaltung Deutschlands ohne Beteiligungdes österreichischen Kaiser st aates.
Fast gleichzeitig (zwischen dem 13. und 22. August) kam auch derFrieden mit den süddeutschen Staaten zustande, nachdem im Laufe desMonats Juli die Truppen derselben in mehreren Gefechten und Treffen vonden Preußen mit Erfolg bekämpft worden waren.
Infolge dieser Friedensschlüffe wurden hierauf die Herzogtümer Schles-wig-Holstein mit Lauenburg, das Königreich Hannover, das KurfürstentumHessen, das Herzogtum Nassau, das Fürstentum Hessen-Homburg und diefreie Stadt Frankfurt in den Staatsverband des Königreichs Preußen*aufgenommen. Die übrigen deutschen Staaten bis an den Main — ein-schließlich des Königreichs Sachsen, dessen Besitzstand unverändert blieb —verbanden sich mit Preußen zu dem Norddeutschen Bund, während dieStaaten südlich vom Main (Hessen-Darmstadt südliche Hälfte, Baden, Wür-temberg und Baiern) mit dem Norddeutschen Bund ein Schutz- und Trutz-bündnis für den Fall eines auswärtigen Krieges schloffen, sowie eineHandels- und Verkehrseinigung (Zollverein und Zollparlament) eingingen.
Auf Grund der Vorschläge zur Neugestaltung der deutschen Verhält-nisse vom Frühjahre 1866 (S. 227) berief hierauf der König Wilhelm I.zum 15. Dezember Abgeordnete der Bundesregierungen nach Berlin,um ihnen den von Preußen aufgestellten Verfassungsentwurf des NorddeutschenBundes vorzulegen. Die in mehreren Sitzungen von dem „Bundesrat" ge-nehmigte Verfassungsurkunde ist dann von dem aus unmittelbaren Volks-wahlen hervorgegangenen Reichstag, der vom 24. Februar bis 17. April1867 in Berlin tagte, mit wenigen Abänderungen angenommen und zurGrundlage des Norddeutschen Bundes gemacht worden.
In der Eröffnungsrede dieses ersten Reichstages ließ sichKönig Wilhelmunter anderem also Vernehmen: „Als Erbe der preußischen Krone fühle ichmich stark in dem Bewußtsein, daß alle Erfolge Preußens zugleich Stufenzur Wiederherstellung und Erhöhung der deutschen Macht und der deutschenEhre geworden sind".
IV. Der deutsch-französische Lricg 187« und 1871.
1. Das Vorspiel. Veranlassung zum Krieg: „Rache für Sadowa". Der Kriegsvor-wand: Prinz Leopold von Hohenzollern. König Wilhelm und Benedetti in Ems. DieKriegserklärung. Ganz Deutschland steht zusammen. Einziger Sieg der Franzosenbei Saarbrücken 2. August 1870. Die gegenseitige Leeresaufstellung. 2. Krieggegen das kaiserliche Frankreich: Weißenburg 4. August, Wörth 6. August.Belagerung von Strahburg 9. August. Spicheren 6. August. Kämpfe um Metz:Colombey Nouilly 14. August; Vionville-Mars la Tour jO. August; Gravelotte-St. Privat 18. August. Einschließung von Metz. Von Metz bis Sedan: Beaumont30. August; Sedan 1. September; Kapitulation 2. September; Napoleon III. gefangen.3. Krieg gegen das republikanische Frankreich: Frankreich Republik4. Sep-tember 1870. „Die nationale Verteidigung)': Gambetta. Die Deutschen vor Paris.Umschließung der Stadt 19. September. Fall von Straßburg 27. September undvon Metz 27. Oktober. Die nationale Verteidigung. Beginn der Beschießung vonParis 27. Dezember. BesetzunadesMont Avron 29 Dezember. Ausfall vom MontValerien 19. Januar 1871. Waffenstillstand 28. Januar. Besetzung der Forts umParis 29. Januar. 4. Der deutsche Kaiser 18. Januar. Die Nationalver-
> Preußen, welches bis dahin eine Ausdehnung von 280 500 Quadratkilo >Meter mit 16 Millionen Seelen hatte, erlangte durch diese neuen Erwerbungen einenZuwachs von 71 500 Quadratkilometer mit 4>/z Millionen Einwohnern und umfaßtdaher seitdem 352000 Qradratkilometer mit 22>/r Millionen Einwohnern.