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Alte Geschichte.
Mahle fragte Astyages: „Nun Harpagus, wie hat dir es geschmeckt?"„Ganz vortrefflich" — antwortete der arglose Vater. „Weißt du aber auch,von welchem Wildprete du gegessen?" — In diesem Augenblick brachtendie königlichen Diener eine verdeckte Schüssel, und Harpagus bebte zurück,als er in der Schüssel Kopf und Glieder seines Sohnes erblickte! Der be-leidigte Vater Verbiß seine Wut, gelobte aber im stillen, bei schicklicher Ge-legenheit sich zu röchen. — Da die Traumdeuter erklärten, daß der Traumdurch das Spiel der Knaben erfüllt sei, so entließ der Großvater den Enkelnach Persien, wo ihn seine Eltern, die ihn längst tot geglaubt, mit großerFreude empfingen.
Emus,,, Cyrus erhielt nach persischer Sitte eine strenge und kriegerischePeilen. Erziehung und wuchs zu einem kräftigen und gewandten Jüngling heran.Der Brief Nun forderte Harpagus ihn durch einen Brief, welcher in einem ausgestopftenun Vasen. Hasen übersandt wurde, zur Empörung auf. Diese Aufforderung kam dem.. thatenlustigen Cyrus sehr gelegen, und da die Perser schon längst des me-
mporuug. djschx,, Joches müde waren, so gelang es ihm leicht, sie zum Aufstande zu
bewegen. Alsbald schickte Astyages ein Heer gegen die Abtrünnigen, wählteaber thörichter Weise den Harpagus zum Anführer. Gleich beim erstenZusammentreffen ging dieser zu Cyrus über. Nun rückte Astyages selbstPasargadä. ins Feld. Aber sein Heer wurde bei Pasargadä' überwunden und erselbst gefangen (558). — Auf diese Weise kam die Herrschaft von den
Medern an die Perser.
2. Cyrus dehnte die Grenzen seines Reiches immer mehr aus. DieserKrösus Eroberungslust wollte der lydische' König Krösus einen Damm entgegcu-54». sMe„: deshalb sagte er den Persern Krieg an. Krösus aber wurde ge-schlagen, gefangen genommen und nur durch den Ausruf „Solon, Solon!"
vom Feuertod errettet (549).
Kleiuasia- Der Sieg über Krösus schreckte ganz Asien, insbesondere die Griechentische Gric- au der Westküste von Kleinasien (S. 5 Amu. 3). Sie ließen daher dem Perserkönig Freundschaft und Bündnis antragen. Cyrus, der ihnen vorher dieselbenAnerbictungeu vergeblich gemacht hatte, erzählte statt der Antwort folgendeFabel. Es war einmal ein Fischer, der saß lange am Ufer und pfiff denFischen zum Tanze: sie wollten aber nicht kommen. Da nahm er sein Netzund fing sie; und als er sie ans Land zog und sie da um ihn herumsprangen, sagte er: „Hört jetzt nur auf zu tanzen, da ihr vorhin auf meinPfeifen nicht habt tanzen wollen!"" Es ging den Griechen wie den Fischen.Der Feldherr Harpagus unterwarf sie seinem Gebieter (538).
Babylon Cyrus selbst zog gegen Babylon und bezwäng die Stadt durch List5.48. Jahre 538. Er ließ durch einen Kanal das Master des Euphrat ab-leiten. Und sobald der Fluß, welcher die Stadt durchzog, seichter gewordenwar, drangen die Krieger durch das Strombett in die Straßen ein undbesiegten die überraschten Einwohner. So ward CyruS Meister der Stadtund des großen babylonischen Reiches".
Nicht so glücklich war er gegen die Massageteu, welche an der Nord-
« * Pasargadä, Stadt in Persien; die älteste Residenz der persischen Könige. —
Lydien, Landschaft im westlichen Kleinasien.
- Vgl. Förster, die Forellen.
" Im Jahre 536 erlaubte Cyrus den Juden, aus der babylonische» Gefangen-schaft in ihre Heimat zurückzukehren.