Band 
Zweiter Kursus.
Seite
23
JPEG-Download
 

C y r u s 558 - 526 v or Chr. , 23

küste des kaspischen McercS wohnten. Nachdem Tomhris, die Königin Toinyris.derselben, seine Hand ausgeschlagen hatte, fiel er mit Truppen in ihr Landein. Im ersten Treffen überwand er den Feind und nahm sogar den Sohnder Königin gefangen; im zweiten aber verlor er 529 Sieg und Leben.

Tomyris tauchte das abgeschnittene Haupt des CyruS in einen Schlauchvoll Blut, indem sie sprach: „Da trinke dich satt, Barbar!"

9. Kambyses 529—522 vor Chr.

I. Kambyses nach Ägypten; Sieg bei Pelusium 525; Eroberung von Memphis.

Zug gegen die Äthiopier und Annnonicr. Tötung des Apis. Sm'erdis. Kambyses'

Tod 522. 2. Darms HystaspiS König 52t—485. (Marathon 460 vor Chr.; Lcrpcs485—465: Thermopylä und Salamis 480 vor Chr).

4. Nach Cyrus erhielt sein Sohn Kambyses die Krone. Er warebenfalls kriegerischen Sinnes und fügte den Eroberungen des Vaters Ägyp -tcu hinzu. Bei Pelusium' schlug er 525 die Feinde unter dem Könige PelusiumPsammenit (S. 5) so aufs Haupt, daß nur Trümmer ihres Heeres die-feste Stadt Memphis' erreichten. Auch dieses wurde nach einigen Tagen Memphis.mit Sturm genommen, so daß aller Widerstand niedergeworfen war.

Nach der Eroberung Ägyptens faßte Kambyses den Entschluß, auchÄthiopieni mit seinen Ländern zu vereinigen. Zunächst sandte er Boten Zug nachab, welche den Äthiopiern ein Freundschaftsbündnis vorschlagen, zugleich Äthiopien,aber Nachrichten über Land und Leute einholen sollten. Als das angetrageneBündnis abgelehnt wurde, gab Kambyses Befehl zum Anfbrnch. In Theben'sonderte er 50 000 Mann von seinem Heer ab und schickte sie westwärtsgegen die Am monier', »in auch diese zu Sklaven zu machen. Mit denübrigen Truppen setzte er seinen Zug fort. Aber Hunger und Durst rafftenviele der Krieger dahin und nötigten ihn zur Umkehr. — Noch schlimmcrging es denen, welche gegen die Ammonier gezogen waren; sie wurden durchFlugsand in der Wüste verschüttet.

Als Kambyses nach Memphis zurückkam, fand er das Volk in Freude.

Ein Wunder war geschehen, der Äpis ^ war den Ägyptern nach langem Harrengeboren worden. Die Priester waren geschäftig, zu opfern, und das Volkfolgte frohlockend dem festlichen Umzüge des Ticrgottcs durch die Stadt.

Darüber ergrimmte Kambyses, denn er glaubte, daß man seinen verunglück-ten Fcldzug verhöhne und das Kalb nur zum Vorwand nehme.. Er ließ Tötung desden Apis vor sich bringen, stieß ihn nieder und befahl, die Priester zu Apis.geißeln und unter die Einwohner mit dem Schwert einzuhancn.

In der Folge ward die natürliche Wildheit seines GemütS noch durchstarkes Wcintrinken erhöht. So ließ er auf geringen Verdacht hin seinenleiblichen Bruder Smcrdis umbringen, und seine Schwester, die darüberwcinte, trat er mit Füßen tot. — In Ägypten erhielt er die Weissagung,daß er in Ekbatana sterben werde. „Gut!" sprach er, „ich kann mich jahüten, nach dieser Stadt zu gehen!" Sie war die Hauptstadt von Medien.

' Pelusium, S. 5 Anm. 1. — Memphis, Stadt in Mittclägypten am Nil<S- 4 Am». 1), in der Gegend des jetzigen Sakara. — Äthiopien, das Grenz-land Acgyptens nach Süden, das heutige Nubicn und Abcssiuien umfassend. —

Theben, Stadt in Oberägyptcu am Nil (S. 4 Anm. 1), nördlich von dem heutigenEsneh. — Ammonier, die Bewohner der Animonsoase mit dem berühmten Orakel,nordwestlich von Theben; diese Oase ist das heutige Siwah.

2 Apis, der von den Ägyptern als Sinnbild des Ackerbaues göttlich verehrteschwarze Stier mit weißem Viereck aus der Stirn.