Band 
Zweiter Kursus.
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Servius Tullius 578—534 vor Chr.

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geben, regierte er so geschickt, daß ihn das Volk, da des TarquininS Todbekannt wurde, in der Königswitrdc bestätigte.

2 . Unter Servius Tullius (578—534) nahm die Stadt an Umfang Serviusdadurch zu, daß der viminalische und esquilinische Hiigel noch in das 57 g—Gebiet gezogen und mit Bewohnern von unterworfenen Städten besetzt wurde.

Seitdem hieß Rom die Siebenhügelstadt

Die größte Thätigkeit wandte Servius auf innere Angelegenheiten undwurde so der Schöpftr einer neuen Verfassung. Er ordnete eine Schätzung Neue Lcr-soonsua) des Volkes an, welche alle fünf Jahre 2 wiederholt werden sollte. Au ^""3-dem festgesetzten Tage mußten die wehrfähigen Bürger auf dem Marsfeldeerscheinen, um Alter, Wohnort und Vermögen anzugeben. Bei der erstenSchätzung fanden sich 84 000 waffenfähige Bürger vor, die ihren Wohn-Plätzen nach in vier Bezirke (oder Tribus s) gehörten, welche je ein Stadtviertelund das zunächst liegende Landgebiet umfaßten. Als Maßstab für bürger-liche Rechte und Pflichten sah Servius, wie kurz vor ihm Solon zu Athen,das Vermögen an. Darum teilte er das Volk in sechs Klaffen. Die Bürgerder ersten Klaffe mußten 100 000 römische AS, nach unserm Gelde etwa6300 Mark, besitzen. Solche Bürger hießen vorzugsweise die „elussioi,"und hiervon bedeutet noch bei uns der Ausdruck „klassisch" das Vorzüglicheund Ausgezeichnete. Die Bürger der zweiten Klasse mußten 75 000 , dieder dritten 50 000, die der vierten 25 000, die der fünften 12 500 As imVermögen haben. Zu der sechsten Klasse gehörten die Armen, die wenigoder nichts besaßen; sie hießen Proletarier, weil sie dem Staate bloß durchihre Kinder (i>rolos) dienten.

Nach dieser neuen Einteilung richtete sich die Steuerpflicht und derKriegsdienst. Die Römer dienten damals vom 17. bis zum 45. Jahr imFelde, vom 46. bis 60. Jahr als Besatzung der Stadt; für Bewaffnungund Unterhalt mußten sie selbst sorgen. Daher konnten die Schwerbewaff-neten, deren Rüstung teuer war, nur aus der ersten Klasse genommenwerden. Jede der folgenden Klaffen war im Verhältnisse zu der vorher-gehenden leichter bewehrt und hatte daher beim Anschaffen der Waffenweniger Kosten. Die sechste Klasse war vom Kriegsdienst ausgeschlossen. —

Für diese Lasten räumte Servius den Vornehmen aber auch bedeutendeVorrechte ein. Er teilte nämlich das Volk weiter in 193 Centurien, 193 Centn-von denen auf die erste Klaffe mit Einschluß der 18 Rciterccnturien 98 ricn.

1 Die sieben Hügel liegen am linken Tiberufcr also: Zunächst des Tiber derKapitvlinns mit dein Kapital und dem tarpejischen Felsen, südlich davon derP.alatinns, von diesem westlich der Aventinns und südöstlich der Lälius.

Dstlich von diese» vier Hügeln liegen: der Quirinalis, an dessen nördlichem Fußedas Marsfeld sich ausbreitet, der Bimiualis und Esquilinus. Zwischen demKapitvlinns und Qnirinalis lag das Forum mit der Rednerbühne (ro»tra). Auf demrechten Tiberufer lagen noch zwei Hügel, der Datikanns und dcrJanikulns. — DieBesetzung dieser Hügel erfolgte also: Die Römer besetzten (unter Rvmulus)den Paiatinus und Kapitvlinns; die Sabiner den Qnirinalis, die Albaner den Cälius, dieLatiner den Aventinns. — Viminalis und Esguilinus wurden zuletzt besetzt.

2 Dieser Census wurde mit einem ReinignngSopfer (lustrum) geschlossen, dahernannte man später überhaupt einen Zeitraum von fünf Jahren ein Lust r um.

' Zur Zeit der Republik erlangten die Tribus eine große Bedeutung. IhreAnzahlwurde daher nach Einführung der VolkStribnnen (S. 37) auf 2l und im Lause desersten pnnischen Krieges auf 35 vermehrt. Bier Bezirke kamen immer auf die Stadt,die übrigen auf das Land. Letztere enthielten die reichen Grundbesitzer und warendarum die wichtigsten.

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