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Alte Geschichte.
Servius'
Töchter.
ServiuS1- S34.
TarquiniusSuperbu«534- 509.
kamen, während die zweite Klasse nur aus 22, die dritte aus 20, die vierteaus 22, die fünfte aus 30 Centurien und die sechste aus 1 Centurie be-stand. Da er zugleich festsetzte, daß künftighin in der Volksversammlung(eomitia, eontuiiatu) nach Centurien abgestimmt werde, so konnten dieolasi-Ioi, wenn sie einig waren, mit ihren 98 Stimmen gegen die andern95 Stimmen, jede Frage zu ihren Gunsten entscheiden. — Übersichtlichstellen sich die von Servius auf das Vermögen gegründeten Einrichtungenin folgender Weise dar.
Klasse.
Vermögen.
Centurien.
Bewaffnun g.
I.
100 090 As
„2 , 80 Fußvolk u.l 18 Reiter .22 ... .
Panzer, Beinschienen, Helm,
II.
(6300 Mark)75 000 As
runder Schild,Lanzcu.Schwert.Beinschienen,Helm, großer vier-
III.
50 000 As
20 ... .
eckiger Schild, Lanze, Schwert.Helm, Schild, Lanze, Schwert.
IV.
25 000 As
22 ... .
Lanze und Wurfspieß.
V.
12 500 As
30 ... .
Schleuder.
VI.
weniger als12 500 As
1 . . . .
Frei vom Kriegsdienste.
Summa 193 Centurien.
3. Aber viele waren mit den Neuerungen des Servius nicht einver-standen. Daher suchte er sich mit den nachgelassenen Söhnen des TarguiniusPriskus, mit Lucius und Aruns, die ihm am gefährlichsten schienen, aus-zusöhnen. Zu größerer Sicherheit vermählte er ihnen seine beiden Töchter.Dabei gab er die jüngere, Tullia, welche wild und herrschsüchtig war,dem sanften Aruns und die ältere, welche auch Tullia hieß, aber gut-mütig und sanft war, dem wilden herrschsllchtigen Lucius und hoffte so dieheftigen Gemüter durch die Verbindung mit den sanften zu mildern. Dochder Erfolg fiel gegen des Vaters Erwartung aus. — Die ungestüme Tulliatötete ihren Mann, und Lucius brachte seine Frau um und heiratete dasihm gleichgesinnte Weib. Dieses herrschsüchtigc Paar konnte den Tod desgreisen Tullius nicht erwarten, Lucius erschien daher eines Tages aus demForum, ging in die Ratsversammlung und setzte sich auf den könig
lichen Thron. Servius will seinen Schwiegersohn von dem angemaßtenSitz entfernen, doch der junge Mann stürzt ihn die Stufen hinunter undläßt ihn durch nachgesandte Boten niederstoßen (534). — Tullia war sofort aufden Markt gefahren, um ihren Gemahl als König zu begrüßen. DerHeimweg sichre durch eine enge Straße, in welcher der Leichnam des er-
mordeten Königs lag. Bei diesem Anblicke hielt der Wagenlenker an; aberdie Tochter befahl, über den Leichnam hinwegzufahren. So kam sie, mitdem Blut ihres Vaters bespritzt, nach Hause.
Schon diese Gewaltthat entfremdete dem Könige Lucius Targuinius(534—509), der später den Beinamen Superbus (der Übermütige) erhielt,die Gemüter. Die Verstimmung gegen ihn wuchs, als er das Volk bei ver-schiedenen Bauten (Kapital, Wasserleitungen, Kloaken) durch Frohndienstchart drückte und eine Menge Senatoren und alle seine Verwandten bis aufden sich blödsinnig stellenden Brutus hinrichten ließ. Aber in offenen Haßloderte sie empor, als sein Sohn Sextus die edle Lukretia mißhandelte.
Die Folge davon war, daß die Königswürde in Rom abgeschafft und Tar-
quinius samt seinem Geschlecht aus der Stadt verbannt wurde.