Neue Geschichte.
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darunter Weiber und Kinder, wurden als Ketzer verbrannt. Auch der 67-jährige Bischof Cranmer fiel als Opfer feines Glaubens. Die Vcrfolgungs-wut nahm noch zu, seit (1554) die Königin ihre Hand dem stolzen, herzlosenPhilipp dem II. von Spanien (S. 133) reichte. Doch alle diese Grausam-keiten waren nicht imstande, die evangelische Lehre wieder auszurotten, zumald^ria die Zeit der Trübsal nicht allzulang dauerte. Schon 1558 starb Maria,7 15^8. nachdem sie noch die Schmach erlebt, daß die letzte Besitzung der Engländerin Frankreich, Kalais^, in dem durch ihren Gemahl herbeigeführten Kriegemit Heinrich dem II. (S. 132 Anm. 2.) an die Franzosen verloren ging.
III. Elisabeth (1558—1603) und Maria Llnart, -s 1587.
DaS anglikanische Glaubensbekenntnis. Blüte Englands. Maria Stuart, Königinvon Schottland, vermählt (1558) mit Franz dem II. von Frankreich. Ihre Rückkehrnach Schottland 1561. Graf Darnley. Rizzio. Bothwell. Flucht nach England.Gefangenschaft (1568—1587) und Hinrichtung. Elisabeth stirbt 1603. Erlöschen desHauses Tndor. Jakob der I., König von Großbritannien.
Elisabeth Auf Maria folgte ihre Halbschwester, die berühmte Elisabeth (15561558-1603. —1603). Diese hob alle Gesetze auf, welche ihre Vorgängerin zu Gunstendes Katholizismus erlassen, ordnete den evangelischen Gottesdienst, indem siein 39 Artikeln das anglikanische Glaubensbekenntnis festsetzte, und verhalfEngland durch Beförderung des Ackerbaues, Gewcrbfleißes, Handels und See-wesens zu Macht, Reichtum und Ansehen. Trotzdem wurde sie von ihrenkatholischen Unterthanen heftig angefeindet. Diese behaupteten, die KöniginElisabeth nicht als rechtmäßige Herrscherin anerkennen zu können, weil sieaus der vom Papst verworfenen Ehe zwischen Heinrich dem VIII. und derAnna Boleyn entsprossen sei, und sprachen die Thronfolge der Maria Stuart,der Königin von Schottland, zu.
Maria Maria Stuart, eine Enkelin der Schwester? Heinrich des VIII,, war
Stuart. ^i dem Tod ihres Vaters (f 1542), Jakob des V., erst acht Tage alt. Siewurde, in Frankreich erzogen und in ihrem 16. Jahre (1558) mit dem Dauphin,dem nachmaligen König Franz dem II. (1559 n. 1560), vermählt. Da dieserschon nach 18 Monaten (1560) starb, so kehrte sie (1561) nach Schottlandzurück, wo während ihrer Abwesenheit durch den Prediger Knox, einen FreundKalmus(S. 137), die Reformation viele Anhänger gefunden hatte. Maria wurdezwar mit Jubel empfangen, doch waren ihr die Protestanten von Anfangan nicht gewogen, weil sie von einer katholischen Königin die Unterdrückungihres Glaubens fürchteten. Um nicht allein zu stehen, vermählte sich MariaDarnley. (1565) mit ihrem Vetter, dem Grafen Darnley. Doch erkannte sie bald,daß sie bei dieser Wahl sich getäuscht und in ihrem Gatten einen höchst- eigensinnigen und leidenschaftlichen Mann erhalten hatte. Sie gewährte ihmdaher keinen Anteil an der Regierung, sondern schenkte ihr ganzes VertrauenRizzio. ihrem Geheimschreiber, dem Italiener Rizzio. Hierüber wurde Darnley soerbittert, daß er den Günstling der Königin vor ihren Augen ermorden ließ(1566). Durch diese vermessene That wurde die Kluft zwischen den könig-lichen Gatten nur noch größer. Maria sprach von Scheidung und wandteBothwell. ihre Gunst dem schottischen Grafen Bothwell zu. Erst als Darnley voneiner Krankheit befallen wurde, schien sich ihr Groll zu legen. Sie pflegte
* Kalais, Stadt am Kanal in der Pikardie.
' Margarete, die Tochter Heinrich des VII. von England (S. 126 Anm. 4.),war vermählt mit Jakob dem IV., König von Schottland, dem Vater Jakob des V.