Band 
Zweiter Kursus.
Seite
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Deutschland in den Jahre» 1851—1871.

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seiner Armee von Holstein aus in das Land (16. Juni) und bemächtigtesich der Elbfcstung Stade (18. Juni). General Vogel v. Falckcustei» be-setzte (17. Znni) von Westfalen her die Hauptstadt Hannover und der Gene-ral v. Bcher rückte von Süden heran. Infolge dessen wendete sich die han-növcrsche Armee nach dem Thüringer Walde, um dort den Durchbruch nachBaiern zu erzielen. Da auch jetzt noch König Georg V. (S. 216 Anm. 4.)alle Ancrbictungen Preußens zurückwies, so erfolgte endlich bei Langen- Langen-salza^ ein Angriff. Die Preußen, 8000 Mann stark, erstürmten am 27. salz«.

Juni die Höhen bei dieser Stadt, mußten sich aber mittags, als die ganzefeindliche Armee, 20 000 Mann mit 52 Geschützen, heranrückte, wiederzurückziehen. Als jedoch am folgenden Tage v. Mantcnffel mit zahlreicherenTruppen von Norden heranzog, wurde am 29. Juni eine Kapitulationgeschlossen, nach welcher die Hannoveraner die Waffen niederlegten und inihre Heimat entlassen wurden, während der König die Erlaubnis erhielt,seinen Aufenthalt außerhalb seines Landes zu nehmen.

Ebenfalls am 16. Juni war von der Provinz Sachsen aus General 'Herwarth von Bittcnfcld mit der „Elbarmee" in das Königreich Sachsen Sachsen,eingerückt, während gleichzeitig ein anderes preußisches Heer (die I. Armee)von Schlesien aus unter Prinz Friedrich Karl 2 die sächsische Lausitz besetzte.

An demselben Tage räumte König Johann (S. 216 Anm. 1.) mit sämt-lichen sächsischen Truppen das Land und wandle sich nach Böhmen. Bereitsam 18. Juni Mittag hielt Herwarth von Bittcnfcld seinen Einmarsch in Dres-den. Von hier zog derselbe östlich, um sein Korps mit der 1. Armee zu vereinigen;beide Armeen überschritten (am 23. Juni) die Grenze Böhmens. Sachsenaber blieb mit Ausnahme der Festung Königstein» in der Obmacht der Preußen.

Aus Kurhessen hatten sich die Landestruppen (5000 Mann) über Kurhessen.Fuldai zurückgezogen und vereinigten sich später mit dem VIII. Bundes-Armeekorps (Würtembergern, Badenscrn, Hcssen-Darmstädtern, Nassauern,Frankfurtern). Daö Land aber wurde von den Preußen unter Generalv. Beyer besetzt und am 21. Juni das Regiment des Kurfürsten FriedrichWilhelm (S. 215 Anm. 5.) für aufgehoben erklärt.

Auf diese Weise hatte Preußen in kurzem Norddeutschland erobert;die Entscheidung aber hing von dem Kampf mit Österreich ab.

Franz Joseph hatte nichts gethan, um den Preußen in der Besetzung Sach-sens zuvorzukommen, vielmehr war, wie erwähnt, das sächsische Heer (28 000Mann) nach Böhmen gezogen und schloß sich hier an die. österreichische Böhmen.'Armee an. Letztere zählte nach ihrer Vereinigung mit den Sachsen 280 000Mann mit fast 800 Geschützen. An der Spitze des Ganzen stand der Fcld-zengmeister Benedek, dessen Hauptquartier sich anfangs in Olmütz ' befand, Benedek.später aber nach Josephstadt >- verlegt wurde. — Die preußische Streitmachtzog nun in 3 Armeen heran, und die Gegend von Gitschin' war als Ver-einigungspunkt angenommen.

' Langensalza, Stadt in der Provinz Sachsen, unweit der llnstrut. —

Köni gstein, Stadt und Festung am linken Elbufer, 22 Im oberhalb Dresdens. —

Fuldä, Stadt an dem gleichnamigen Fluß, südlich von Kassel. — Olmütz, S. 223Anm. — Josephstadt, Stadt an der obern Elbe, nördlich von Königgrätz. —

Gitschin, Städtchen nordwestlich von Königgrätz.

2 Prinz Friedrich Karl, geboren ISA, ist der einzige Sohn des PrinzenKarl, dieser der jüngere Bruder (geb. 1601, 4 1883) des Königs Wilhelm.