H 87. Erstes Kapitel: Literatur (die außerdeutsche bis zum Ende des Jahrhunderts). 181
Abwehr und des Widerspruches des wackeren af Wirsen. Es genügt, auf denFührer und Apostel der naturalistischen Schule etwas näher einzugehen, aufAugust Strindberg.
In ihm treten bereits die Stärken und Schwächen der neuesten Kunst insgesamtbollkoinmen deutlich hervor: ausgebildete Beobachtungsgabe, größte Anschaulichkeit inCharakteristik und Naturmalerei, spannende Handlung und unverblümte Absicht, aber auchvollständige Preisgabe sittlicher Grund- und Leitsätze, ungescheute Darstellung nicht nur desUnschönen, vielmehr geradezu des Menschenunwürdigen bis hinab zu dem krassen Selbst-bekenntnisse Die Beichte eines Toren. Ernste Fragen behandelt Strindberg, wennewch natürlich in seinem Sinne und zumeist aus rein persönlicher Erfahrung, in seinen^gleichwertigen Dramen. Strindberg war der Mann dazu und offenbar auch willens,
Tonz eigene Wege zu gehen; die er aber einschlug, führten ihn in die Irre. Ähnlich wieIbsen wich er der freilich selbstverschuldeten Erbitterung seiner Landsleute. Für erfahrene^vttüuschung — vgl. die Beichte eines Toren — suchte und fand er dem Vernehmen nach^ost in einem neuen Glücke.
Zu den Geschichtsforschern zählen außer den bereits erwähnten Geiser, der eine GssÄA"Nundlegende Geschichte seines Volkes schrieb, und Malmström, der auch das Schrift-mir, in seine Studien einbezog, Strinnholm mit der Schwedischen Geschichtebon den ältesten Zeiten bis zur Mitte des 14ten Jahrhunderts; 300 Jahre weiterzüchte die volkstümliche Darstellung von Frhxell, die gleich trefflich ist wie seine Bei-"öge zur Geschichte der Literatur. Eine Vaterlandsgeschichte verfaßte das Mitglied des^otenbundes Afzelius, der hochverdiente Herausgeber der Edda und mit Geiser Sammler
alten Volkslieder. Einzelne Abschnitte aus der Geschichte Schwedens behandeln Cron-holm in Gustav Adolf, von Beskow in Gustav III., den Zeitraum von 1650 bis1?50 Carlson und den von 1808 bis 1814 der Anwalt König Karls XIV., Johann^wederus. Wertvolle Beiträge lieferte außer Tengberg und Hammerstrand dertüchtige Svedelius auch zum Staatsrecht. Endlich sind noch nennenswerte Vertreter der«sschichtlichen Forschung Lundblad, Monselius, Mellin und Hallenberg. — Dem^chrifttume galt die wissenschaftliche Arbeit von Schück in der Literaturgeschichte,^uström in der Geschichte der Literatur und Kunst, Claeson in der Uber-kscht über die Geschichte der Sprache und Literatur Schwedens- Atterbomschrieb Schwedens Seher und Dichter. Mit der schönen Literatur befaßten sich außerbim mehrerwähnten Malmström besonders Wieselgren, mit dem Schauspiele Ljung-3r-n und Dahlgren. Die Hilfswissenschaften vertritt u. a. Linnströms Bücher-lexikon.
. In Finnland kann von einer kunstmäßigen Literatur erst seit dem^^n Jahrhunderte die Rede sein.
z. Die finnische Sprache ist, wie die der Ungarn, ein Zweig des altai-uralischen Stammes,m ih^ Erforschung und grammatische Darstellung haben sich zuerst einige Gelehrte des^ Jahrhunderts, Petrüus und Matthias Martinus, bemüht. Aus dem vorigenr,"vWnderte stammen die Wörterbücher der Finnen Rcnwall und Lönnrot. Dieserereruigte 1885 auch die uralten, bis dahin nur mündlich überlieferten Volkslieder zu der^"üung Kalewala (II H 864), so genannt nach dem Lande des Kalewa, des Ahnherrnbesungenen Helden. In den 23 000 Versen der zweiten Fassung von 1849 werden dieampfe zmnrr Brüder, des Sängers und Zauberers Weinemeinen und des SchmiedesMarinen mit Lemminkeinen erzählt. Neuerdings wird das ganze Epos für eine FälschungNnrots erklärt. Die Kunst und Lust an volkstümlichem Gesänge hat sich bis in die Gegen-stim wendig erhalten. All solche Runen find auf den Ton innigster Heimatliebe ge-entsE- Unter anderen Sammlungen verdient Kanteletar, in dem 600 Volksliederin »r . stnd, aus dem Jahre 1840 eine Erwähnung. Sonstige Sprachdenkmale liegen^3ricolas finnischem Neuem Testament aus dem Jahre 1548 und in der Bibel-übersetzung von 1542 vor.
, , ins 19te Jahrhundert schrieben Finnlands Dichter und Denker schwedische. oud in ihrer Mehrzahl achtbare Mitarbeiter am Schrifttums des Nachbar-naates geworden.
der 3 ilt anderen wie Franz in, einem Dichter idyllischer, frommer Lieder,
dicb?^M Epen und Dramen verfaßte, dann dem Erzähler Snellman und dem Psalmen-Px b Ehoräus, namentlich von dem als Lyriker durch seine Heideblüten undsick>"/b Gedichte, wie als Geschichtsforscher hervorragenden Topelius. Doch bekundett lerne Anhänglichkeit an die Heimat durch seine Fürsorge um die Bolksepik, von der
2. Finn-land
Lönnrot
1802—1884
Kalewala
Franzvn
1772-1847
Snellmann
1806-1881
1774—1806
Topelius
1818—1898