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Vierter Band.
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182
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182 Zweites Buch: Literatur und Kunst Europas im Zeichen der Romantik. 8

Koskinerr

1830-1903

Ahlquist

1826—1889

RuneLerg

1804—1877

England

Lyrik

Byron

1788-1824

er eine Blumenlese veranstaltete, wie nach ihm Tengström u. a. Mit gleicher Innigkeitging Rudbäck den Volksagen nach, die er 1854 veröffentlichte. — Für alle nationalenBestrebungen bildete die 1831 gegründete finnische Literaturgesellschaft zu Helsingfors einenmächtigen Rückhalt. Sie gibt auch neben dem Literaturblatt Suomi (Name Finnlandsin der Landessprache) eine Zeitschrift für Geschichte heraus. Rettung der Volkspracheerhoffte der Führer der Nationalpartei, der Fenomanen, und vielseitige Schriftsteller UrjöKoskinen, eigentlich Forsmann und geborener Schwede, von der Nachgiebigkeit gegenRußland. Seine Geschichte des finnischen Volkes ist auch ins Deutsche übersetzt. Umgekehrtwurde die vorliegende Weltgeschichte Webers in finnischer Sprache bis 1903 in mehrals 5000 Exemplaren verkauft. Der Abkömmling eines sächsischen Geschlechtes, Emil vonOvanken gab den Finnländern ihr Nationallied 8nowl sanK, das Friedrich Pacius inMusik setzte. Ein finnisches Trauerspiel dichtete Lagerwall in Anlehnung an Shake-speare; ihm ist der Romandichter Alexis Kivi nachgefolgt, während Adolf Paul, der obwohlFinne, erst schwedisch, dann deutsch schrieb, sich mit der Doppelgängerkomödie demLustspiele zuwandte.

Schön vertreten ist die Lyrik in den Funken des Schiller-Übersetzers Ahlquist,der wegen seines gründlichen Wissens als Hauptstütze der Sprachbewegung galt, dann durchdie anziehenden Gedichte von Julius Krohn, der sich wie der Bauer Päivärintaauch als Erzähler auszeichnete. Mit dem erwähnten Kivi Pflegte Brofeld, dessen RomanEinsam als der „finnische Werther" bezeichnet wird, das Prosaepos.

Unter den finnischen Dichtern in schwedischer Sprache nimmt weitaus denersten Platz ein Ludwig Runeberg.

In seinen idyllischen Dichtungen wie Elchjäger, Weihnachtsabend, vereinigt sichdie Schilderung finnischen Landes und Volkes mit gesunder Anschauung vom wirklichen Lebenund mit großer Einfachheit im Ausdrucke zu trefflichen Leistungen. Wie mit diesen Werkenblieb er im fremden Gewände dem Vaterland treu durch eine Folge dichterisch ausgestalteterKriegserlebnisse Fähndrich Stahls Erzählungen. Dieses Meisterwerk Runebergsbesingt den ehrenvollen Kampf Finnlands gegen die russische Übermacht; dabei aber vollwarmer Anhänglichkeit an Schweden, knüpfen die Erzählungen auch für die Zukunft alsfinnisch-schwedisches Nationalgedicht ein festes Band zwischen beiden Völkern.

Welche Folgen der neuerliche politische Druck auf Finnland für die doch erst im Auf-blühen begriffene Nationalliteratur bringen wird, läßt sich vorerst nicht absehen.

§ 88. Die Romantik und die neuere Literatur Englands und Nordamerikas.

Der gefeiertste Dichtername der englischen Literatur neben Shakespeare ist LordByron, George Gordon-Byron, wie er vollständig lautet.

Unglückliche Kindheitseindrücke, körperliche Gebrechen — den sonst so schönen Mannentstellte ein Klumpfuß — anfängliche Enttäuschungen seines Stolzes legten den Grund zuder Zweifelsucht und zu der Weltverachtung, mit der später der geniale Dichter die über ihnverhängte Acht der sogenannten Gesellschaft erwiderte. Begabt mit einer unerschöpflichen,alles dichterisch umfassenden Phantasie, aber reizbar und außer stände, das Übermaß derGefühle in seinem Innern zu beherrschen, ergab er sich einem ziellosen Wanderleben aufder Pyrenäen- und der Balkanhalbinsel, nahm dann Plötzlich seinen Sitz im Oberhausewieder ein und überraschte nun, ermutigt durch den ungeheueren Eindruck von 6bitäoII arol<1's Kilgriinags (Ritter Haralds Pilgerfahrt), die Welt mit einer Reihe leiden-schaftdurchglühter, farbenreicher, aber auch düsterer und schwermütiger Dichtungen stbs6iaour, Dirs Lricis ok Abz-äos, (Braut von A.), Düs Oorsair mit seinerFortsetzung Oara, endlich die Hebron blolockies. Die Lösung seiner Ehe wurdezum öffentlichen Ärgernisse, das ihn nach der Herausgabe von Nüs 8isx6 ok Ooriotüund Uarisinn abermals und diesmal für immer außer Landes trieb. Dem ziellos Umhcr-getriebenen war das Dasein zum Überdrusfe, und solche Stimmungen bilden die Grund-lage seiner meisten Dichtungen, wie der am Genfer See entstandenen Erzählung Düs Uri'sonsr ok 6üiIIon (der Gefangene von Ch.), des grauenvollen Ourüusss (Finsternis),aber auch des krvmotüous und des in den tiefsten Rätseln des Menschendaseins wühlendenDramas Nnntrock, eines Gegenstückes zu Goethes Faust. In Venedig vollendete Byron denLüilckk llarolä, die schönste und hinreißendste aller poetischen Schilderungen, zu denen dieunvergänglichen Reize Italiens je einen Dichter begeistert haben. Mitten in seinem üppigenSinnengenusse dichtete er ferner die humoristische Erzählung Leppo und das epische Ge-mälde ülnösxxa, die freiheitglühende Oäo to Vsnies und in FerraraI-niuvut ok Das so, dem er später auf Wunsch seiner Geliebten, der Gräfin Thcrese