Band 
Vierter Band.
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187
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8 88. Erstes Kapitel: Literatur (die außerdeutsche bis zum Ende des Jahrhunderts). 187

Seine Lebens- und Charakterbilder haben alles, was außerordentliche Seeleukunde, durch-dringende Beobachtung und bei aller Feinheit vernichtender Sarkasmus geben können. Abervon der warmen Menschenliebe Dickens, von seinem unerschütterlichen Glauben an denguten Kern im menschlichen Herzen und an die angeborne Menschenwürde, so seltsam siebisweilen verhüllt ist, weiß er nichts. Die bedeutendsten von seinen Werken sind Vanit^s(air und Ristor^ ot' ilrtliur Ronäsnnis. Jener „Jahrmarkt der Eitelkeit" istdie realistisch-herbste Schilderung, die bitterste Satire auf die selbstsüchtige, herzlose, schein-heilige Gesellschaft in England, doch als ein Gemälde nur mit Schatten und ohne jeglichesmcht jedenfalls einseitig und darum falsch. In den Ronäsnnis hat Thackeray viele Tät-lichen aus seinem eignen Leben verarbeitet. Mio Novoowos und Tbo VirZinians,Fortsetzung des geschichtlichen Romans läonr^ Rämonä, der ein Bild Englands unterKönigin Anna entwirft, erinnern durch satirische Züge an den „Jahrmarkt".

Trefflich erschaute Bilder aus dem englischen Leben gibt das 8kotol»-Look desAmerikaners Washington Jrving, der den Ertrag seiner vieljährigen Reisen durch Europavj Tales ot a Rravellsr und Tbo ilRiambra, einem begeisterten Gemälde der ZeitSpaniens unter den Mauren, niederlegte. Ganz humoristisch ist eins seiner ersten Werkeblumorons bistor^ ot Nerv Torü bz? Oiotricl» Lnieüorboeüor. Später schuf er inAM Voz'ago ot Lbristopbor Oolumbus und in Tbo Rito ot Vasllinzton seinerHelden würdige Werke. Humorist wie er ist Charles L amb in den Rssaxs. Sie und dieseiner Schwester gemeinsam verfaßten Tales trom Zllaüssxeare brachten ihm dieAnerkennung, die auch seine Lieder, z. B. Tbo Olä Ramiliar Raoos (die alten bekanntenDichter), übersetzt von Freiligrath, verdienen. Seine Aufsätze in Zeitungen unterzeichnete°r Mit Elia.

Eine wahre Flut von Romanen und Novellen aus England ergießt sich alljährlichvuch über unser an Prosadichtungcn wirklich nicht armes Vaterland. Wenn jetzt einige be-kanntere Namen herausgegriffen werden, so darf daraus kein abfälliges Urteil über Unge-nannte abgeleitet zu werden. Ausgeschlossen bleibt freilich ganz der frömmelnde, kindlichArhafte Sittenroman. Als der größte Stilist gilt in seiner Heimat Stevenson, derErfasser von Noiv -lrabian NiZkts, Oatriona, Rnäorwooä u. a. spannendenErzählungen. Grant Allen schrieb Kriminalgeschichten, Clark Rüssel kehrte zum See-voinan zurück. Hall Caine suchte seine Abenteurererzählungen annehmbar zu machen durchMe Darstellung der Seelenvorgänge, eine Kunst, in der George Meredith, auch als Lyrikerwrmgerecht und voll Tiefe, und Mark Ruthersord als Meister gelten. Bon Romanschrift-arllerinnen verdienen erwähnt zu werden Miß Ouida, Mary Oliphant, Elisa^raddon, Mrs. Humphrey Ward, die sich mit ihrem Romane Robert Llsmorogleich freien Ansichten in religiösen Dingen bekannte wie Mrs. Deland in lobn

arck und Rroaolior.

Stevenson

1850-1894

Meredithgeb. 1829

Neuerdings sind Versuche bemerkbar, die gälische Sprache wieder literaturfühig zuZachen. An der Spitze der Bewegung steht der betagte Forscher Withlny Stockes mitZahlreichen Übersetzungen. Douglas Hhde schrieb die erste irische Literaturgeschichte, dasvorchristliche Schrifttum behandeln die Essays von Alfred Nutt. Mit eigenen SchöpfungenVaten der Lyriker und Dramatiker Deals und die Gattin des Schriftstellers Mac Manns,k-khna Carberg, auf, während Frau Mona Macleod Sagen in dichterische Form kleidete... Auch für Lyrik und Epik müssen wenige Namen genügen. An die Faustsage wagteVvh in Rostus James Bailey. Namhafte Balladendichter sind Cox Benett, George-macdonald, der tiefempfindende Mystiker Roden Noel. Durch Kriegslieder hat sichveuerdings der farbenreiche Erzähler der Tiergeschichten, des Neuen Dschungelbuchs u. s. w.,Kudyard Kipling auch im Auslande bekannt gemacht.

. Wertvolle Beiträge zur Welt- und Staatengeschichte lieferten Malcolm mitvr Histor^ ot Rorsia, Mill mit der Ristor^ ot' Inäia und Alison mit der>storz? ot Luropa, die durchaus im konservativen Sinne geschrieben ist, währendv dem allgemein anerkannten Hauptwerke der Zeit Ristorz' ot ltrooo von Georgevote der whigistische Standpunkt sich eben nur durch eine gerechte Würdigung des viel-»fichmähten athenischen Bolkstaates bemerkbar machte. Weit ausgedehntere Pflege fand die^vdesgeschichte, so bei Sharon Turner in Tbo bistor^ ot tbo ilnZlo-Laxons und Rlistor^^ Rnglanä trom tbo Normal» Longuost to tlio roiZn ot Rlinabotb, bei Palgrave inanä RroZross ot tbo Ruglisb 6owmon»voaltb und bei James Lingard in.. bistorz» ot Rnglanä trom tbo ürst Invasion ot tbo Romans. Gegenüber dem Hoch-^svchler Turner und dem Katholiken Lingard erhob sich erst James Makintosh zu voller„^Parteilichkeit in der unvollendeten Ristor^ ot Rnglanä, die auch Thomas Knightley^handelte, und in der Ristorz? ot tbo Revolution in Rnglanä in 1688. Eine

Irische

Dichter

GeschichteMalcolm1769—18WMill

1775—18SSAlisonI7S2-1867GroteI7S4-I87ITurner1768—1847Palgrave1788-1861

Malintosh

1765—188»