1797—1863
§ 90. Erstes Kapitel: Literatur (die außerdeutsche bis zum Ende des Jahrhunderts). 19Z
^^^>varb dem Dichter derart die Gunst der Menge, daß er in den stürmischen Tagen^ Wahres 1848 vorzugsweise geeignet erschien, den schäumenden Wogen der neuen Um-lllzung Einhalt zu tun. Er hat sein Ansehen nicht mißbraucht: Cavaignacs Diktatur und^ Staatsstreich oom 2. Dezember 1851 setzten aber bald dieser politischen Tätigkeit einÄstest Die spätere Muße hat Lamartine zur Abfassung einer ganzen Reihe von Schriftenenutzt, zu denen ihn eine aus übertrieben glänzender Lebensführung hervorgehende NotlageZwang. Davon seien nur die ziemlich selbstgefälligen Lonücksnoss und isivuvsliss Oouü-Lneez (mit der italienischen Fischeridhlle KrudsIIa, 1852) erwähnt.
Kurz nach dem Erscheinen der Ndäitations trat der Lamartine innerlichnächsten verwandte Vertreter der Romantik hervor: Graf Alfred de^b?V>gn,^igny, der von 1822 bis 1835 einer der bedeutendsten Streiter wider denKlassizismus sowohl in der Lyrik wie im Roman und Drama gewesen ist. Von°35 ab hielt er sich fast völlig vom literarischen Kampfe fern.
Schon als junger Offizier hatte de Vigny, ohne sich zu nennen, Uoswss herausgegeben,w bereits romantische Richtung verrieten; es folgten Llou, wüstere (worin mit religiösemlhstizismus die Geschichte des Engels der Liebe und des Mitleids gegeben wird, denZiffer verführt) und 1826 die Uosmss antigues st inoäsrnes, deren kraftvolle Schönheitallem seinen Ruf als Lyriker sichert. Des Dichters Studien über die englische Literatur,us denen auch vortreffliche Übersetzungen aus Shakespeare (Othello, 1829) hervorgingen,
Wen ihn zu historischen Romanen an— so zu dem lyrisch gefärbten, fein stilisiertender den Üntergang dieses Edelmannes im Kampfe gegen den KardinalRichelieu zum Gegenstände hat — anderseits zu Dramen. Der 1835 dargestellte Lbattertou^Zielte einen bedeutenden Bühnenerfolg der Romantiker, indem er in rührender Weise dasMrte Schicksal des frühreifen englischen Dichters dieses Namens vorführte (der 1770 inllterer Notlage Gift nahm) und es benutzte, um im Namen des nach Brot schreiendenenius die fühllose, materialistische Gesellschaft anzuklagen.
All die mannigfachen, tief in die Entwicklung der französischen Dichtkunst^greifenden Strömungen, die man mit dem Gesamtnamen der Romantik be-?3t: die Einflüsse von den fremden Literaturen her, die Anregungen, die maneru Mittelalter, seiner Kunst und seinem Glaubensleben entnahm, der Drangnach Befreiung der dichterischen Persönlichkeit, die eigenste Seelenerfahrung freivn den Fesseln der Überlieferung in einer verjüngten Sprache und einer ab-wechslungsreichen Verskunst zu gestalten verlangt, treten vollständig und inoller Kraft bei Victor Hugo zutage, dem Haupte des französischen Roman-Üsinus, der auf nahezu allen Gebieten der Dichtung tätig gewesen ist und mit^cht zu den größten Dichtern seines Jahrhunderts gezählt wird.
OK ^bin Geburtsort ist Besanxon, wo sein republikanisch denkender Vater 1802 als^.mzier in Garnison stand; die aus der Vendee. stammende Mutter war königlich gesinnt.
a die Familie jahrelang durch die Feldzüge Napoleons zu einem unsteten Leben genötigtein!' das reichbegabte Kind einen großen Teil Frankreichs, Italiens und Spaniens,ccsdehrte aber der heilsamen Zucht einer regelrechten Schulbildung. Schon den frühreifenKlingling beherrschte der Gedanke, Schriftsteller zu werden: Chateaubriand war sein Ideal^ux etrs Obatsuubriullä ou riech. In den ersten Bänden seiner Oden (1822l . l82tz), die dem eifrigen Rohalisten ein königliches Jahrgeld und den Orden der Ehren-and"" sPdrachten, steht er zwar noch mit einem Fuße im Lager der Klassiker, doch zeigt sichtz -d^seits der neue Geist in seiner Vorliebe fürs Mittelalter, in der Ungeheuerlichkeit seiner,U"gen und Gleichnisse und im Überschwang der Begeisterung für Thron und Altar,dj.? lainmelte sich um ihn eine Gruppe von Künstlern und Dichtern der Zukunft, die denSÜ^osstzismus bekämpften und als sog. Osnudo den eigentlichen Kern der romantischenbekuk abgegeben haben. Des Dichters bis ins hohe Alter nie versiegende lyrische Begabung
- "beten weiterhin die formell meisterhaften, aber ganz subjektiven, farbenglühenden
rg.^^alischen Gedichte (1829), die in das morgenländifche und spanische Leben ein-(189^' d" Liedersammlungen Herbstblätter (1881), Dümmerungsgesängedrä / Stimmen (1837), Strahlen und Schatten (1840). Nach 1850
- wgten die politischen Geschicke des Vaterlandes nnd das eigene Schicksal den Dichter zurHa„wwsgabe der Gedichtbändchen Oss OüLtiinsnts (1853) und O'ü.nnes tsrribls (1872).
der Züchtigungen zeigt den gewaltigen Ausbruch seines Ingrimms^Uer ' ^ Kaiserreich „Napoleons des Kleinen" während der Verbannung nach"sey; das Schreckensjahr dagegen ging aus den traurigen Eindrücken derWebsr-Baldamus, Weltgeschichte. 21 . Aufl. IV. 13
V. Hugo1802-1885