Band 
Vierter Band.
Seite
194
JPEG-Download
 

194 Zweites Buch: Literatur und Kunst Europas im Zeichen der Romantik. 8 90.

An'hiingsr.der Ro-mantik

Kriegszeit 1870/71 hervor. Inzwischen war ein mehr persönliches Werk erschienen, diedoutemplutious (1856), zum Teil früheren Abschnitten in Hugos Leben zugehörig, derenrührendste Dichtungen einer dem Dichter jäh entrissenen Tochter gelten. Die 1859 ver-öffentlichte I,8gsuä8 äss Liedes stellt mit geschichtsphilosophischem Zug eine Reiheepischer Bilder vor den Leser, die das Gesetz des Fortschrittes in der Menschheitsentwicklungveranschaulichen. — Kann man V. Hugo in seiner vielseitigen und unvergänglichen Lyrikeinen tiefen und sicheren Blick für das Seelenleben der Menschen und eine gemütvolleEmpfänglichkeit für alle Stimmungen des Herzens nicht absprechen, so erscheint er dagegenals Dramatiker oft gesucht, unnatürlich und abschreckend, und doch ist er gerade alssolcher Führer der neuen Schule gewesen, deren Grundsätze er 1827 in der glänzend ge-schriebenen, umfangreichen Vorrede zu seinem Schauspiel Cromwell aufstellte. Darintritt der bisherige höfische Odendichter als Neuerer im Drama auf, für das er Freiheit undWahrheit verlangt. Die alten, willkürlichen Regeln, die enggesteckteu Grenzen sollen nichtmehr den Flug der Phantasie hemmen, vor der Sprache der Leidenschaft und der Natursoll die künstliche Rede des klassischen Dramas das Feld räumen. Nicht das Schöne, sonderndie Fülle alles Wirklichen ist Gegenstand der Dichtung. Dieses Wirkliche aber besteht auseiner Kreuzung des Erhabenen (le sublime) mit dem Wunderlichen (le Zrotssgus). Damitmochte Hugo zu einer inhaltreicheren Dichtung Hinleiten, aber auch zu einer Verletzung derGesetze der Schönheit und des Geschmackes; die Anwendung des Kontrastes mußte z»MWiderwärtigen führen. Die Bühne selbst war nun freilich mit Cromwell und seinen6000 Versen nicht zu erobern, doch konnte der Sieg der Romantik erst als vollständiggelten, nachdem auf den Brettern eine Entscheidung erfolgt war. Diesem Ziele strebteHugo 1829 mit Llariou vslorms zu, und als die Zensur diese wegen der würdelosenGestalt Ludwigs XIII. verbot, schrieb er im selben Jahre mit einer seltsamen Mischungvon Räuberromantik und Staatsaktion das leidenschaftliche Drama kleruuui ou I'bouusureastillau nieder. Die im Februar 1830 trotz heftigen Widerstandes im Tbsütre Vruuyamerfolgende Aufführung dieses „Cids der Romantiker" bekundete den Sieg der neuen Richtung-Danach entfaltete der Dichter in den Dramen 1,6 Uoi s'aiuuss. Imerece 8orZm>Claris Tuäor, Lnz, Blas, I,es löurgraves (1843) den Reichtum seiner beweglichenEinbildungskraft, doch zeigte sich bald, daß er für das Drama eine viel zu subjektive Naturwar; keines jener Stücke hat sich auf der Bühne erhalten können. — Das Haschen nachdem Gezwungenen, Effektvollen gibt sich auch in V. Hugos Romanen kund. Unter diesenvermochten nur Xotre-Vume äe karis (1831), worin ein höchst anschauliches Bild derKunst und des Lebens im spätmittclalterlichen Paris entrollt wird, und 1862 I,ssLIiserables mit erschütternden Zeichnungen des Pariser Elends unter Louis Philipp sichdauernd die Gunst der Leser zu sichern. Die auf den Kanalinseln spielenden TravaU'Isurs äe In Nsr (1866), U'Hoiuiue gui rit und (juatre-vingt-trems (1874), eine Dar-stellung des Kampfes der ersten Republik gegen die Vendee, wurden trotz prächtiger Partienminder beifällig aufgenommen. — Die politische Wirksamkeit und Wandlungsfähigkeit teilteV. Hugo mit Chateaubriand und Lamartine. Aus dem feurigen Royalisten ward ein be-geisterter Verehrer Napoleons I.; die Regierung Louis Philipps brachte ihm einen Sitz Mder Akademie und die Erhebung zum kair äe Vruuee, womit für den Dichter eine wenigerfolgreiche Tätigkeit als Politiker anhob. Zu Ansehen führte ihn erst 1851 sein mutigerWiderstand gegen den Staatsstreich Napoleons III-, der ihn zur Flucht nach Brüssel undden Kanalinseln nötigte. Von da sandte Hugo die Pfeile seines Hasses gegen den Rechts-brecher, bis er nach Sedan sein Vaterland wieder betreten durfte. Von allgemeiner Ver-ehrung umgeben, verlebte der zum entschiedenen Republikaner Gewordene in Paris seinenLebensabend. Dort starb er am 22. Mai 1885; die Leiche wurde unter großartiger Teil-,nähme am 1. Juni im Pantheon beigesetzt. Seine eigene Gattin hat ihm in Victor Uns"rueoute pur nn temoiu ein literarisches Denkmal geschaffen.

Durch die vorgenannten Hauptdichter hatte die Romantik eine derartigeGeltung erlangt, daß sie die meisten Talente in ihre Gefolgschaft zog, wenn-schon einige unter ihnen nicht ganz ihre Eigenart aufgegeben, sich vielmehrspäter dem Banne des Romantizismus entzogen haben.

Unter sie gehören mit ihren Balladen und Romanzen die Brüder Emile(s- 1871) und Antony Deschamps (si 1869), die sich auch durch bedeutsame Übersetzungenaus dem Deutschen, Italienischen und Spanischen hervortaten; der Bretone A. Brizeuk(s- 1858): der in schlichter und doch edler Sprache dichtende Bäckermeister Jean Reboidaus Nimes (ß 1864); die schwergeprüfte Dichterin Marceline Desbordes-Valnrore(s- 1859; Iws ftlsurs, Uoesies ä'snkanee); sodann Gerald de Nerval <1808—1855),der von der deutschen Dichtung stark beeinflußt ward, (Faust-Übersetzung, 1828; kossws

all

sei

(ft

ke

kri

Gl

Ar

Po

s-r

eni

liä

m

Fr

Di

oh,

ein

tu.

A

bei

seir

All

«l'i

den

( 18 .

°ffe

«uc

vex

Di,

Ses,

der

leb,

such

der

Ins

tzaa

Äal

vor

so

Ri,

Slat

eine

Dtii

Lv,

sich

der

alz

^sst

182 <

!vnr

I'air

S°tr,

wix

Übst

INln,