Band 
Vierter Band.
Seite
195
JPEG-Download
 

^0' ^ 00. Erstes Kapitel: Literatur (die außerdeutsche bis zum Ende des Jahrhunderts).

195

euiaiiäss, 1830) und der die Phantastereien Hoffmanns (Z 82) als xeuro üotkwunu68gus in11 ^"mane hinübernahm. Auch der bedeutende Literarhistoriker Sainte-Beuve04—1869), ein Freund Viktor Hugos, erscheint 1829 ungenannt mit den kossiss stbnsöes Os Io86pü vslormo und weiterhin als romantischer Dichter, ehe er seine^ttsche Befähigung recht erkannte. Während bei ihm Sinnigkeit und eine etwas mystischeaubigkeit hervortreten, lehnt der Südfranzose Theophile Gautier jedwede sittliche .A^atterufgabe der Dichtung ab; die Kunst ist sich Selbstzweck, wofür er das Schlagwort t-art- ur l'art prägt. Von seinen frühen ? 06 sis 8 (1830) an bis zu seiner letzten Gedicht-^"^ung Lniuux st 6umök8 (1852) ist er ein farbenprächtiger Wortmaler von voll-l^^r sprachlicher Kunst, als der er sich auch mit einem Zug zum Phantastisch - Schauer-chen irr der Oowöüis äs In Llort und in dem Roman Oupituiao Rrg,e8,886 (1861)wies. — Die deutsche Romantik suchte als begeisterter Verehrer Edgar Quinet inFrankreich einzubürgern. Aber weder sein wirres Erstlingsdrama Ahasver, noch seine/Bungen Prometheus und Napoleon hätten seinem Namen Bedeutung gesichertMe seine geschichtlichen Arbeiten, durch die er in den vierziger und fünfziger Jahrenven unermüdlichen Kampf gegen die ultramontane Herrschsucht und das reaktionäre Kaiser-in führte.

Quinet

1803—1875

lyrisches Talent ersten Ranges ward dem romantischen Cenacle in^?sred de Müsset gewonnen, dem Reichtum des Gedankens, Anmut der^g

de Muffet1810—1857

prache und eine bewunderungswürdige Freiheit des Versbaus eigen war, und^ naher von manchen noch über V. Hugo gestellt wird.

stin vergeudete er Kraft und Geist in einem Genußleben, und der Absinth führte

M llnde in einem Alter herbei, da V. Hugo die reichste lyrische Begabung erst entfaltete.il' 1 ,^ ^ Müsset oft, und nicht ohne Grund, mit Byron verglichen, an den schon die Oontooden/^.^b ot ä'Italis (1830) mit ihren sinnlichen und blutigen Liebeserzühlungen aus(l88q, ben ebenso erinnern wie die Erzählungen Im 6ouxe et lk8 I.övr68 und Holla°ffen>, O^lleicht des Dichters höchste Leistung, die jedoch sein krankhaftes Innenleben schonailcö 8^' ^olla erschien in der — 1829 gegründeten — Revue äs8 Oeux Nouäo8, dieVerb ^ berühmte Romanschriftstellerin George Sand zur Mitarbeiterin zählte. Mit ihrDich^^ Müsset 1834 einige Monate in Italien, worauf ein jäher Bruch folgte, den derSesck?! ^ ganz verschmerzt hat. 1836 ließ dieser, -der sich übrigens vom Cenacle bereitsderhatte, die offene Beichte eines Kindes der Zeit erscheinen, die neben^oN Unzufriedenheit mit dem eigenen verwüsteten Dasein auch das damalige Gesellschafts-^om 0"? Zeichnet. Die Schöpfungen jener Jahre kehren sich von den Übertreibungen derfucht"^ gastZ ab, die Empfindungen erscheinen geläutert, und mit immer tieferer Wehmutder 7 ^ Dichter das Glück im Vergangenen. Neben der vollendeten Lyrik der Ruit8,ttrs L Immartius stehen reizvolle Novellen und eine Reihe geisterfüllter Prosa-baar und Rrovsrbos, in denen echt französische Anmut und treffender Witz sichkau/" anpries; H us kaut jursr üb risv; Ou us bnckius pno avse I'amour; II3a1, Ov'uus porto 8vit ouverto ou koriuss). Bekannt ist, wie Müsset im aufgeregteni'vt,- ^ durch seine stolze Erwiderung auf das Beckersche Rheinlied: „Hcuw I'avou8 ou,

^^biu alleiuaucl" das deutsche Empfinden verletzte,so r . bei manchen Anhängern des Romantizismus eine spätere Abwendung zu beobachten, G °snerbemerkt, daß nie der Widerspruch völlig verstummte. Mochte die klassische Roma*ntiSlati w der Literatur zeitweilig schier überwunden erscheinen, so entsprach sie mit ihrereine Okogelrechtigkeit und ihrem kunstvollen Pathos doch dem nationalen Wesen, undPtit^vstsse Gemeinde blieb ihr immer treu. Zum Nachteil gereichte ihr freilich zunächst dieLyxl^dgkeit ihrer Vertreter (z. B. der Dramatiker Arnault, de Jouy, Baour-sich *an, Lemercier, im Roman der Frau von Geulis). Am bedeutsamsten regtescharfer Widerstand gegen die politisch und kirchlich reaktionäre Richtung des vonatz m °llauration gehegten Romantizismus. In diesem Ankämpfen des Liberalismus ragtOsst,! Passer politischer Flugschriften Paul Louis Courier hervor, der als napoleonifcher Courierl 82 g vesonders in Italien gedient, sich dann altsprachlichen Studien gewidmet hatte I82Sb>Urde seiner Ablehnung durch die Akademie in die öffentlichen Kämpfe gerissen

^vwlii ^rch leidenschaftliche, in einer klassischen Sprache geschriebene Satiren (18248etraa ^ Ruwpülsts) hat er viel zum Sturze des bourbouischen Königtums bei-wtz Mit gleicher Unerbittlichkeit und noch größerer Wirkung bekämpfte BourbonenAbirTfMM Frankreichs volkstümlichster Liederdichter Jean Pierre Beranger- SeineriMw-> vistng nach dem Pariser Volke zugehörig, ist er in Anschauungen und Gewohnheitenein Kind dieses Volkes geblieben. Nach einer unruhigen und entbehrungsvollen

18-1