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Vierter Band.
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196
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196 Zweites Buch: Literatur und Kunst Europas im Zeichen der Romantik. 8 90.

Neue Re-gungen imDramaDelavigne1793-1843

A. Dumas1803—1870

Ponsard

1814—7867

17^-1861

Legouve

1807—1803

Noma n

Beyle-

Stendhal

1783-1842

Merimöe

1803—1870

Jugend ward er 1809 (bis 1821) Kanzlist im Unterrichtsministerium, hielt sich aber vonaller Umschmeichelung deS Kaisers fern. So ist denn seine erste Sammlung: Lbnnsonsinornlss ou untres (1815) — mit dem Uoi d'Xvotot an der Spitze — noch unpolitischerNatur. Er besingt Liebchen und lustiges Leben nach der überlieferten Weise, wie siedamals der witzige, aber leichte Desaugiers (st 1827) in seinen epikureischen LUsmsonsvertrat. Erst als unter der schwächlichen Bourbonenwirtschast der Hochmut des heimgekehrtenEmigrantenadels und die Anmaßung bigotter Priester und ihres Anhanges das Volk tieferbitterten, da nahm Beranger mit seinen an bekannte Volksweisen angelehnten, aber kunst-voll gestalteten Chansons den Kampf gegen die Unterdrücker der politischen wie derGewissensfreiheit auf (Sammlungen von 1821, 1825, 1828, 1883). Er führte ihn trotzmehrfacher gerichtlicher Verurteilungen weiter, bis 1830 der Sturz der Dynastie erfolgte-Der bescheidene und bedürfnislose Mann ließ sich jedoch weder nach diesem Siege, noch 1848zur Annahme von Ämtern und Ehren bestimmen, hielt sich vielmehr, ebenso stolz auf seineungeheure Volkstümlichkeit wie auf seine Unabhängigkeit, vom öffentlichen Leben fern, sichjedoch weiter bestrebend, durch seine lebensfrohen und liebenswürdigen Lieder den Armenund Unterdrückten Trost zu spenden und Mut zuzusprechen und so am Ausgleich dersozialen Gegensätze zu arbeiten. Goethe konnte mit Recht sagen, daß Bsranger „jahraus,jahrein Millionen froher Menschen gemacht hat". Übersehen darf freilich nicht werden, daßder Dichter durch seine Napoleonslieder (1,68 dsux grsnadisrs; I,ss Souvenirs äupenxls; 1,6 eing inai; II n'sst pas inort) wesentlich zur Vergötterung des erstenNapoleon beigetragen und jenem Epigonen den Weg zum Kaiserthron mit geebnet hat, derFrankreich nach Sedan führte.

Am wenigsten hatte die Romantik Dauer auf dem Gebiete des Dramas.

Weder Victor Hugo noch der romantische Ideen mit einer klassischen Form geschicktverbindende Casimir Delavigne mit seinen Trauerspielen 1,68 Vtzpres Lioiliennes(1819), Iwuis XI, 1,88 iLnkants d'Ldouard (1833) und seinen Charakterlust-spielen (Iws doinediens, I/Loole dos Vieillnrds), noch endlich der ältere Alex-Dumas mit seinen zahlreichen Dramen über alte und neue Stoffe (Ilonri III 8t snoonr, Xntonx j1831j, Oaiigula) vermochten am Ausgange der dreißiger Jahre mehrzu befriedigen. Eine zeitweilige Reaktion führte Neigung zum klassischen Drama zurück-Die ernsten Gestalten der Tragödien Corneilles und Racines, die seit dem Tode des großenSchauspielers Talma (st 1826) nicht wieder belebt worden waren, wurden besonders durchdas kunstreiche Spiel der Jüdin Elise Rächet (1820—58) seit 1838 wieder anziehend gemacht,für die eigens Tragödien geschrieben wurden (Frau von Girardins Judith). Jhs^Bühnenerfolge regten die ersten Versuche von Fransois Ponsard an, dessen RömertragödreImoröee (1843) zwar als Anfang einer neuen Zeit begrüßt wurde, dessen „Schule desgesunden Menschenverstandes" aber keine Belebung der klassischen Verstragödie erzielte, sichüberhaupt wegen ihrer Nüchternheit nicht lebenskräftig erwies. Bei dem weiteren BeginnenPonsards, mit den Verskvmödien i,'üonn6ur et l'Xrgont und Im Lourse anDiderot anzuknüpfen, offenbarte sich sein Mangel satirischer Kraft; die rechte Schilderungdes Gründertums sollte erst Augier gelingen. — Unter dem erstarkenden Einfluß des Realis-mus zeigte sich überhaupt, daß auf der Bühne die Zukunft dem Schauspiel (dranie) unddem Lustspiel in Prosa gehörte. Darin entwickelte schon seit der Julirevolution eineungeheure Fruchtbarkeit der „dramatische Herkules" der Zeit, Eugtne Scribe, der vorhereine Menge Vaudevilles und Operntexte (Im Haine Llaneüs, Im Lluetts 4eUortiei, bra Oiavolo, Uobsrt 1s Ilinble) geliefert hatte. Unterstützt durch zahlreicheHelfer (Germain Delavigne, Duveyrier, Legouve), schrieb dieser französische Kotzebue, Ze plusgründ amussur do son sisels", schier fabrikmäßig eine unglaubliche Menge von Dramenohne höheren dichterischen Wert, jedoch ausgezeichnet durch geschickten technischen Ausbau,scharfe Schilderung der Zeitsitten und witzigen Dialog (Nariags d'argsnt, Lsrtrnnd otUaton, Oainaradsris, Verrs d'san).

Auch im Roman hatte die von W. Scott geleitete Romantik aus der Vergangenheitgeschöpft, ohne auf geschichtliche Wahrheit und Treue großen Wert zu legen. Die end-losen Romane des bereits genannten A. Dumas (wie Uss trois mousguotairss, 1,6 Oowtede Nonte-dllristo, Im roins Llargot, zwischen 1835 und 1850) zeigen keinen nennenswertenFortschritt. Sie sind kurzweilig erzählt, haben aber nur geringen Kunstwert. Der neuzeitigeRoman, der einen scharf ausgebildeten Wirklichkeitssinn zur klaren und sicheren Zeichnungder Charaktere und ihrer Umgebung, eine tief eindringende Beobachtung des Herzenslebensverlangt und Weitschweifigkeit wie Wortprunk verwirft, kündigte sich dagegen in denRomanen Behle-Stendhals an (1,6 Rouge et 1s Xoir, 1830), dessen „Psychologejedoch erst nach seinem Tode Anerkennung fand, und bei dem gelehrten Prosper Merimee