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8 90. Erstes Kapitel: Literatur (die außerdeutsche bis zum Ende des Jahrhunderts).
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Sarceh (durch seine Theaterbesprechungen im Teinxs und als oontsi snoisr), EmileFaguet und Jules Lemaitre, zwei den neueren Literaturrichtungen meist wohlwollendgegenüberstehende, seine Kunstrichter, und der Leiter der Lsvus cieo vsux Nonclso,Ferdinand Brunetisre, ein entschiedener Bekämpfer des französischen NaturalismusRoman vmtnimtists, 1883).
Die Memoirenliteratur, für die die Franzosen jederzeit ein außer-ordentliches Geschick entwickelt haben, hat sich auch im 19. Jahrhundert reichlichgemehrt und der Unterhaltung nicht weniger als der Forschung gedient. Sieward an alle bedeutsamen Epochen des Jahrhunderts angeschlossen; literarischer^ert kann jedoch nur wenigen Werken dieses Schlages zugesprochen werden.Beachtenswert erscheint, daß noch am Schlüsse des ganzen Zeitraums die Teil-nahme für den ersten Napoleon und seine Taten außerordentlich lebendig war,wie die Aufnahme der Ndmoiros des Generals Marbor (1891) erwiesen hat.
Wenn man schon im allgemeinen zutreffend sagen mag, daß der Romanti-Zlsmus die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts beherrscht, nach 1850 der RealismusNnd Naturalismus in der Kunst überwiegen, so darf doch nicht übersehen werden,^aß realistische Strebungen auch unter der Romantik anzutreffen sind. SieMben sich aber mit dieser beim Kampfe gegen die klassische Überlieferung ver-bunden, teilweise verschmolzen, um die Rechte der künstlerischen Freiheit undWahrheit zu vertreten. Nach dem Siege der romantischen Sache um 1830trennt sich jedoch die realistische Richtung deutlich vom romantischen Überschwangslnd sucht das Motto zu verwirklichen, das Stendhal in diesem Jahre fürüs Kongo et ls Hoir wählte: Im värits, l'axro värits! (Wahrheit, herbe W.!)Während des Julikönigtums, dieser Zeit hastigen Jagens nach Gewinn undtuenuß, gewinnt der Realismus, der weiter objektive Wiedergabe des Beobachteten(ordert, rasch an Geltung, wobei naturgemäß die Lyrik zurücktreten, der Roman,oon die billig gewordenen Tageszeitungen im Feuilleton massenhaft verbrauchen,Asd das Drama ein ungeheures Übergewicht erlangen mußten. Bereits für dieuuitte des Jahrhunderts gilt die Formel: „Ims ollants ont osssä; l'llouro est^ lu oritigus, ä I'obsorvation."
Der Roman der Romantik hatte sich der Vergangenheit angenommen; er wird nun^ rgenwartsroman, der von der eigenen Zeit lebt und nur zu sehr für sie. SeinÜauptvertreter ist der geniale Honors de Balzac, der große Zeichner der nach Geld undflacht gierigen Bourgeoisie. Die robuste Natur Balzacs hatte sich durch eine schwerefugend hindurchgerungen. Nachdem er bereits eine Anzahl nichtiger Romane veröffentlichtMtte, trat er 1829 mit einem Roman historischer Art hervor: lo ctornior Illonan, dembssten von den vielen, die er 1842 unter dem Gefamttitel Im eoinöäio llninaine ver-mute. Dieser gewaltige Zyklus sollte „eine Psychologie und Physiologie aller Klassen derärgerlichen Gesellschaft seiner Zeit und seines Landes" bieten; daher führt uns der Dichter?rch ganz Frankreich, vor allem nach Paris, und zugleich durch alle Berufe, und zwar mit°Wer solchen Kraft in der Beschreibung der Personen und des Beiwerkes, daß wir alles mit-erleben meinen (vgl. besonders Im ponu äo obngrin, Im Isinins cko krönte nno,e>8enie Oimnclst, le lere Ooriot, In inennge äs gar^on, 1842, ebenso die ältere«tu umringe). Seiner gewaltigen Einbildungskraft entspricht freilich wegenruhelosen Hast seines Arbeitens nicht immer der Stil, der öfters nachlässig aus-. Trotz seiner Geschäftsunkenntnis stürzte sich der Dichter in unaufhörliche Spekulationen,(b ihn bis kurz vor seinem Tode zu rastloser Schriftstellerei zwangen, um die Gläubiger, luwehren. Balzacs Erfolg war in ganz Europa außerordentlich; in Frankreich wurde'9es Kraftgenie mehr noch als im Leben nach seinem Tode bewundert als der ersteegründer der „wissenschaftlichen Methode" in der Dichtkunst, der analysierenden Beobachtung,^ s der Naturalismus erwuchs. — Während Balzac objektiver Realist ist, gebrauchtRoman zur Verfechtung ihrer Tendenzen (Gleichberechtigung der Frauen, Freiheitr Liebe, Saint-Simonismus) die eigentliche Schöpferin des sozialen Romans, AuroraUni (geb. eine für das dichterische Schaffen hochbegabte Frau, die
h dem Namen George Sand weltbekannt geworden ist. Wegen der unglücklichen Ehe-m laltnisse der Eltern wuchs sie bei der feingebildeten Großmutter zu Nohant in der Landschaftken*^ E üngebundenheit auf und lernte vor allem Byron, I. I. Rousseau und Chateaubriandven, deren Einfluß in ihren gefühlswarmen Werken unverkennbar ist. Eine 1822 mit
SarcsyI8W—1899
Memoiren
Zeit desRealis-mus
Roman
Balzac
1799—1850
G. Sand1804-1876