Band 
Vierter Band.
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200
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Sandsau

1811-1883

Feuillet

1821-1890

A. DumasSohn1824—1895

200 Zweites Buch: Literatur und Kunst Europas im Zeichen der Romantik. 8 60.

dem Obersten Dudevant geschlossene Ehe machte sie unglücklich; sie trennte sich daher 1831von ihm und lebte zunächst sehr einfach im (Zus-rtisr Intin zu Paris dem Gelderwerb, MMännertracht einhergehend, um in den Gasthäusern usw. nicht aufzufallen. Erst 1836 er-langte sie durch eine Scheidung ihr Vermögen und ihre beiden Kinder, mit denen sie von1839 ab, von häuslichem Glück und literarischem Ruhm umgeben, zumeist Nohant bewohnte-Ihren Freundschaftsbeziehungen zu Jules Sande au ist der gemeinsam verfaßte Romanbloss st Dlnnebe (1831) zu danken, ein byronisch-pessimistisches Werk, das unter demNamen Jules Sand erschien. Selbständige Berühmtheit erwarb die junge, künftigGeorge Sand zeichnende Schriftstellerin 1832 mit luäinna, worin sich heißes Genwts-leben ausprägt in einer „wahren, lebendigen Welt, 100 Meilen entfernt von denhistorischen Szenen und den Lappen aus dem Mittetaltcr" (Sainte - Beuve). Es folgtenValentins und eine ganze Reihe lyrisch-idealistischer Romane für die vom SchweizerBuloz gegründete und geleitete Ilsvns cles Denx Nonäss, z. B. Dslia, ^.närs, Deoni,Naitrs 8iwon, Nauprst, De Compagnon du tour äs Dranss, Oonsuslo, Du Lowtesssäs Ruäolstaät (1844). Teils wird darin die Unmoral der Gesellschaft hinsichtlich derEhe, die Sklaverei der in ihrem Empfinden vergewaltigten Frau dargetan und umAnerkennung des Rechtes der Liebe gekümpft, teils spricht der gefühlselige, deklamatorischeSozialismus jener Tage zu uns, der ein goldenes Zeitalter durch Verschmelzung derStünde träumt. Seitdem die große Dichterin wieder in Nohant siedelt, tritt ihre Leiden-schaftlichkeit, auch der doktrinäre Vortrag zurück: G. Sand beginnt ihre meisterhaften,freilich idealisierenden Dorfgeschichten (Nars au Diabls, 1846; Dstits Ballette,1848; b'rangois ls Ollamxi, 1850) mit anmutigen Zeichnungen einfacher, ländlicherBilder. Im abgeklärten höheren Alter endlich sind alle leidenschaftlichen Erregungm aus derSeele dieser außerordentlichen Frau geschwunden; sie spricht nun als liebevolle und liebens-würdige Großmutter zu ihrer ausgedehnten Leserwelt. Zuweilen wortreich werdend schuf sie mitnoch immer kraftvollem Talent Idyllen aus der bürgerlichen und vornehmen Welt, reizvolleHerzensgeschichten ohne Herbigkeit im Rahmen französischer Landschaft (äean äs la Rocbs;Nnrguis äs Villeinsr, 1861 usw.). Wie Balzac hat auch sie Versuche aus der Bühnegewagt, ohne rechten Erfolg zu erzielen; bedeutenden Eindruck machte dagegen 1854 ihreAutobiographie Distoirs äs ma vis, wobei die nach pikanten Enthüllungen Ausschauendennicht ihre Rechnung fanden, während die Beleuchtung ihres einstigen VerhältnissesA. de Müsset in DIIs st Dui (1859) durch die sonst hochsinnige Frau so wenig schonenderfolgte, daß Paul de Müsset für den verstorbenen Bruder mit Dui st DIIs eintrat. ^Der bereits genannte weltschmerzliche Roman Lose st LInncbs war das einzige Ergeb-nis der gemeinsamen litterarischen Tätigkeit von G. Sand mit Jules Sandeau geblieben-Nach dem Vorbilde seiner großen Freundin vereinigte dieser weiter realistisch scharfeBeobachtung mit Idealismus der Gesinnung in seinen feinen S ittenromanen, deren besteden vierziger Jahren angehören und sich vielfach durch gemütreichen Humor mit einemAnfing von Schwermut auszeichnen (Ds äoetsnr Derberen; LIV« äs In Lsiglisrs, 1844;Ontbsrine; Vnlcrsnss; D'bäritngs; Lucs st knrcbsmins, 1851). Später folgten nowDa Liaison äs Dsnaivnn und der vaterländische Roman äsan äs Dboininsi-az- (1873)-Die meisten dieser Werke spielen inmitten der französischen Provinz und behandeln Mimmer anziehender Weise den Gegensatz zwischen dem alten und dem neuen Frankreich,zwischen dem ahnenstolzen alten Adel und dem neuemporgekommenen, auf seine Leistung^stolzen Bürgertum. Einige von ihnen hat der Verfasser mit Erfolg dramatisier

(Ll>is äs In Lsiglisrs, 1851), teilweise im Verein mit seinem Freunde Augier (1-^xisrrs äs toucbs; Ds xenärs äs LI. Doirier). In gleicher Weise arbeitete derweltmännische Octave Feuillet aus der Normandie einzelne seiner Novellen nnRomane (Roman ä'un senns boinins panvrs, 1854; Ilistoirs äs 8ibzäls; LlonsieMäs Oainors; äulin äs Trecosnr) zu Bühnenstücken um- Dieser mehr und mehr voMRealismus ergriffene Romantiker gibt trefflich die Stimmung jenes Teiles der französi-schen Gesellschaft um 1860 wieder, die noch zwischen dem modernen Sensualismus nnEgoismus und der mit einer gewissen Religiosität und edelmütigen Ritterlichkeit ver-bundenen sentimentalen Überlieferung schwankt, zeichnet daher als Moralist der Salon»gern glänzende Persönlichkeiten, deren Korrektheit durch leidenschaftliche Liebe gebrocksiwird. Die Zustünde der leichtfertigen Schichten des französischen Volkstums, insbesonderder Dsini-inonäs, schilderte, dem Vater nacheifernd, bereits um die Mitte des Jahrhunderin zahlreichen Romanen Alexander Dumas Sohn, der damit seine bedeutendeSchulden zahlte. Den ersten großen Erfolg brachte ihm 1848 die Kameliendame, die eben!wie Diane äs Dz-s auch zum Drama umgewandelt wurde und die Herrschaft des realistftcheEhebruchdrainas auf der französischen Bühne herbeiführen half. Dumas ließ dann am