Paillerongeb. 1834
Labiche
1815-1888
Lyrik
Laprade
1812- 1883Autran
1813— 1877L. de Lisle1818-1894
Parnas-
siens
Sully-Prudgeb. 1839ge^.^1842
Manuelgeb. 1823
Beaudelaire1821-1867Richepingeb. 1849
Symbo-
listen
Verlaine
1844-1896
Mallarme
1842-1898
Natura-
lismus
202 Zweites Buch: Literatur und Kunst Europas im Zeichen der Romantik. 8 90-
Isrngnäe, vorn, Isoäorg, vivortzons, Ibsrmiäor 1891). Nicht viel wertvoll»für die Literatur als Sardous auf den Augenblick berechnetes Feuerwerk find die anmutigplaudernden Einakter 1s monäs oü I'on s'amuss und l'stincells von EduardPailleron, der jedoch ein recht lebenswahres Gesellschaftsbild in 1.6 inonäs oü I'on8'snnuie geschaffen hat, diesem „Rotel äs Rambouillet sn 1881", wie sich denn unterden sehr zahlreichen, meist geschickt erfundenen und witzigen, oft pikanten Possen undSchwanken eines Engdne Labiche, Ludovic Halevy, Henri Meilhac zuzeitenein ernsthafteres Stück einstellte.
Die Lyrik stand während des zweiten Kaiserreichs zunächst unter demEinflüsse des kräftig weiterschaffenden V. Hugo und des FormenkünstlersTh. Gautier.
Daneben erlangte als origineller Schüler Lamartines der philosophische Victor deLaprade (losniss evangeliguss, 1852; Lz-mxbouiss: IVlort ä'un ebene) und der aN-mutige Sänger des Land- und Seelebens Jos. Autran Bedeutung. Sie wurden, zu«mindesten in der Form, durch Leconte de Lisle (Rosmss antiguee; loöwss stpo68is8; koeme8 trugigus8) übertroffen, den gelehrten Übersetzer der Alten, der allesPersönliche zurückdrängt und die Dinge durch ihre eigene Schönheit wirken lassen will. VoN1860 an stand dieser an Malherbe erinnernde, seinem Volke ziemlich fremd gebliebene Dicht»an der Spitze einer Gruppe Jüngerer, die, ihm und Gautiers Schlagwort „bort xour I'M'tfolgend, den Ausdruck eigener Herzensempfindung ablehnten und sorgfältigste Pflege der reinenForm verlangten. Die Dichtungen dieses neuen, anfangs 37 Namen umfassenden Cenacleswurden 1866 (und wiederum 1871 und 1876) unter Leitung von Catulle Mendts undXavier de Ricard in der Sammlung ?grng88s eontswporuin gedruckt, woher d»Schulname der Parnassiens stammt. Aus der Schar dieser Feinde des grt xreobeurund Vertreter einer gemachten „olympischen" Teilnahmlosigkeit des Herzens ragt — auchüber den in gekünstelten, öfters altertümelnden Formen sich behagenden Banville, üb»Arsdne Houssaye, Heredia u. a. — zunächst der gehaltvolle, schwermütig philo-sophierende Sully-Prudhomme mit 1s8 Üpi-envss; Lolituäss; Vgins8 Tenärssses(1875) hervor. Am selbständigsten verfährt der zugleich volkstümlichste unter allen, FranyoisCopple, der mit sehr ausgeprägtem Realismus etwas einseitig das Leben der vom Schick-sal in den Schatten Gestellten schildert: in Bühnendichtungen (1s 1u88unt, lutbisr äsOrsmons, 8svsro TorsIIi), Prosaerzählungen (6onts8 sn xro86, VtnAt contesnonvtzunx) und in seiner Lyrik (koeme8 moä6rn68 mit der bekannten Ordvs ä«slorxsi-ons; los Lumblss; vontes sn vsrs; luroiss 8inssrs8, 1891). Jh">steht als ernster Schilderer der Pariser sozialen Zustände Eugöne Manuel (1aZs8 io-tims8; 1oems8 xopuIuir68) nähe; die echt naturalistische Lyrik bahnte aber CharlesBeaudelaire und seine Lcois satanigus an (in der Jean Richepin durch Inebunson äss Zusux; 1e8 RIg.8pbsm68; In msr, 1886 Aufmerksamkeit erregte). Andie Stelle des Grotesken der Romantik setzte sie das Ungesunde, Häßliche, gemein Sinn-liche; ihr „Weltschmerz" äußerte sich in einer allgegenwärtigen, krankhaften TodesstimmuNSmit bitterer Verwerfung des Irdischen. Beaudelaire, der sich gern auf den Vereinsamtenaufspielte, hat — neben der Übersetzung von Edgar Poe — seinem wenig umfangreichenTalent ein Bündchen dieses Osänwins oder Lutunisins abgewonnen: „Die Blumen d»Sünde" (1857), die viel mit den Empfindungen des Tast- und Geruchsinns operieren, auchsonst das Bizarre bevorzugen, andererseits entschiedene künstlerische Begabung beweisen. Ausder Schule der Parnassiens zweigten sich ferner, ihre Ausschreitungen zu launenhafter Will-kür entwickelnd die Symbolisten (Impressionisten oder Dlcadents) ab, derenProdukte in den achtziger Jahren zu einem guten Teile in Eintags-Zeitschriften wie lwItsenäent, 1g. Revue ässuäsuts, 1s Lzmbolwts erschienen sind. Mit Pessimismus sind»sich hier eine wunderliche Schwärmerei für das Übersinnliche und Spukhafte verbunden unddas Bestreben, durch Wortsymbolik, durch eine bestimmte Klangfolge und Rhythmik des Aus-drucks bestimmte Seelenempfindungen auszulösen. Technische Genauigkeit wird verworfen,durch „Musik und Nuance" erstreben ihre Wortführer, der verwahrloste Paul Verlaine(ko6M68 sgturnisns u. a.) und der völliger Formlosigkeit zusteuernde StephaneMallarms (Vsr8 st Rross, 1892) eine neue, nur den Eingeweihten recht verständlicheSprache. Der nervöse Ehrgeiz, Ungewöhnliches zu schaffen, opfert aber dabei phantastischenHarmonien zulieb die Sprache selbst und gelangt oft genug nicht nur zur Rütselhaftigk»"sondern zur Sinnlosigkeit.
Die Reaktion gegen den Romantismus erreichte ihre schärfste Ausgestaltungim entschiedenen Naturalismus der letzten Jahrzehnte, dem echten Kinde einer