206 Zweites Buch: Literatur und Kunst Europas im Zeichen der Romantik. 8 91-
Avellaneda1816-1873Gonzalezgeb. 1830
Alarcon
1833-1891
Drama
Ayala
1829—1879
Echsgaraygeb. 1832
schretbung
Munoz
1745-1799
Lande
1770-1820
Llorente
1756-1823
Literatur studierte) mit den Romanen Im ttuviota, ImZriinus, Lola, Olsmsnviu, dann dieErzählerin Gomez de Avellaneda, endlich der auch im Schauspiel bewährte Fernande;Y Gonzalez hervor. Beliebter noch als seine Romane, z. B. Don luan Denorio, Die siebenKinder Laras, Violstu «in llrabrin usw-, wurden das Ärgernis (osoanäalo) und derDreispitz (Dt sombrsro äs trss pioos) des vielgerühmten Essayisten und geistvollen Satirikersde Alarcon.
Aus der sonstigen unübersehbaren Fülle der Unterhaltungsliteratur muß esgenügen neben Juan Valera und Perez Galdös zwei politisch bekannte Namen,nämlich Canovas del Castillo und Emilio Ca stellar, zu nennen. Bon den jüngstenRichtungen fand der Realismus u. a. Vertreter in Juan Garcia, Valdes, dessen ge-dankenschwerer Roman Du ks (Glaube) verboten wurde, und in dem humoristischen Fron-taura. Stark satirisch schilderte die Gesellschaft der Jesuit Coloma, das Priestertum unddie Frauen Picon. Dem Naturalismus huldigen in voller Unbeschrünktheit Munilla,Sawa, die Frauenrechtlerin de Bazan, besonders der Zolaschüler Blaseo Jbaüez.
Das Drama, für das „der Spanier von Natur geschaffen zu seinscheint", verbietet schon wegen der Masse der einschlägigen Erzeugnisse jedwedesnähere Eingehen.
Beachtlich sind die Lustspiele von Tamayo y Baus und die ernsten Stücke vonLopez de Ayala. Großes Aufsehen erregte auch in Deutschland die rückhaltlose, im Ent-setzen schwelgende Bühnendichtung Jose Echegarahs, der, Meister in der Beobachtungund Ergründung des Seelenlebens, als Stifter der dramatischen Schule in der Gegenwartgelten darf. Sein Bruder Michel Echegaray verfaßte beifällig aufgenommene Lustspiele.Als Zeichen der Zeit mag des Priesters Pey Ordeix jesuitenfeindliches Stück Dnteruiänägelten.
Munoz schrieb die wissenschaftliche Geschichte der Entdeckung Amerikas, Conde dieGeschichte der arabischen Herrschaft in Spanien, französisch und im Auslande der geächteteLlorente dte vielgenannte Geschichte der spanischen Inquisition. Auf die GeschichteSpaniens von Ascargota im Jahre 1807 folgten die Werke gleichen Inhalts vonMasdeu, de la Peüa, Quintana (Lebensbilder der berühmten Spanier) und LafuentesAllgemeine Geschichte von Spanien. Balaguer gab eine Geschichte seiner Heimat heraus,deren Literatur er ein besonderes Werk widmete. Die Anfänge der kastellanischen Dichtungbehandelt auch Velasquez, wie Sarmiento die Dichtung Spaniens und de la Rosaseine Epik. Gesamtübersichten des spanischen Schrifttums boten Ochoa, Zarate und delos Rios. Kulturgeschichtsforscher sind vornehmlich Tapia und Gonzalo Moron.
Nicht unerwähnt dürfen bleiben die unermüdlichen Bemühungen des DeutschenFastenrath um die Verbreitung der Kenntnis spanischen Schrifttums zunächst inDeutschland.
2. Portu-gal
Dichtung
Armorim
1827-1892
Diniz1839—1871Dsusgeb. 1830Palmeirim
1825— 1893Braga
geb. 1843Quental1842-1891Lastello-Branco
1826- 1890
Geschicht-
schreibung
In Portugal skeht Gomez de Armorim unter seinen Zeitgenossen derRomantik am nächsten.
Sie gibt seiner Lyrik, z. B. den Morgenliedern, seinen Schauspielen und Er-zählungen voll Vaterlaudsgefühl ein eigenes Gepräge. Seine Dichtung ist aber zugleich dasSchwanenlied der Romantik in Portugal, wo nun die zeitbewegenden Gedanken wie ander-wärts poetischen Ausdruck heischten und die jüngsten Kunstrichtungen sich Einlaß er-zwängen. Ein Führer in ganz unbekanntes Gebiet wurde Diniz durch seine Dorfnovcllenund Schilderungen des Volkslebens überhaupt. Ihm folgte u. a. Coelho. Volkslied-artigen Charakter tragen die Feldblumen u. a. m. von Ions de Deus. FlammendeLeidenschaft atmen die politischen Gedichte und Volkslieder des Luiz Palmeirim. Philo-sophischer Gedankenschwung gab dem Literaturforscher Braga den Stoff zu Visüo (Vision)äos tsinpog. Neben des unglücklichen de Quental Oäa8 moäerna8 und Lonstos ver-dienen die Impre88()e8 äs imtursss, von Luso de Silva und Divio intimo von AlfredsCampos Beachtung. Freiwillig wie de Quental schied Castello-Branco auS demLeben. Der Gefühlsinnigkeit seiner Lieder steht überraschende Wirklichkeitstreue in seinengeschichtlichen Romanen und Sitteuschilderungen etwas befremdlich gegenüber. Als Erzählerhaben sich ferner einen Namen gemacht Pinto und Fialho de Almeid a.
Für die erfolgreich durch Herculano de Carvalho (H 80) mit der viel ange-feindeten Geschichte der Inquisition in Portugal begründete Geschichtschreibung schuf dasgroße Urkundenwerk der Akademie von Lissabon seit 1835 die quellenmäßigen Unter-lagen. Namhafte Forscher sind Visconde de Santarem, Ferreira de Freitas undder Verfasser der Dmtoria äo DramI, Solano Constancio. Die wissenschaftliche Kritikhat ihren vornehmsten Vertreter in da Cunha Seixas. Für die Literaturgeschichle