212 Zweites Buch: Literatur und Kunst Europas im Zeichen der Romantik. Z 95.
abend, Die Dreißig, Dukas u. a. unter den Bühnendichtern den ersten Platz ein.Aristophanischer Witz sprudelt in seinem Lustspiele Die Hochzeit des Kutrulis, währenddas Epos Der Volksverführer Zeugnis von seinem Unabhüngigkeitssinne ablegt. Alstrefflichen Novellisten zeigen ihn Der Notar und Der Fürst von Morea. Wie erg?b.i 838 Nathan und Dell übersetzte, so Vlachos den Clavigo, Heines Gedichte und ebenfallsNathan. Seine eigenen Schöpfungen gehören dem Lustspiele, der Lyrik und der Epik an.Die letzten zwei Gattungen sind noch bevorzugt, z. B. von Paraschos, Drosinis undBalbis. Dagegen bleibt der Mangel an Erzählungen auffällig.
^schre?-*- Dem Kreise des Korais gehörte als Geschichtschreiber Mustoxidis an. Den Frei-bung heitskampf behandelten Abriß der Geschichte der Wiedergeburt GriechenlandsMustoxidis von Phrantzis aus dem Jahre 1834, die Erinnerungen aus dem Aufstande1785—18 Griechenlands vom Metropoliten Germanos (1837), die Taten der Hydrioten vonHomerides und der Sulioten von Perrävos. Sie alle überragt Trikupis niitder Geschichte des griechischen Aufstandes. Die gesamte Geschichte desgriechischen Volkes schrieb Paparrigopulos- Die Archäologie behandelteRangawis, daneben ^vtiguitss Iiollsnigues in französischer Sprache, wie AlexanderSutsos Histoirs cks In rsvointion grsogus und Risos Nerulos 6ours äs Intitteruturs Arsegus mocksrns. Eine Geschichte der griechischen Dichter undSchriftsteller verfaßte Asopios. Die bändereiche Bibliothek des Mittelaltersvon Konstantinos Sathas ist ein umfassendes Sammelwerk der Schriftdenkmäler diesesZeitraumes.
Zweites Kapitel.
§ 95. Klassizismus und Romantik. Die Wurzeln der Kunst des neun-zehnten Jahrhunderts liegen, mannigfach verzweigt, bereits auf dem Boden desvorhergehenden. Zwar steht am Eingänge des neuen Jahrhunderts dieRomantiksdiese fußt aber wieder im Klassizismus, dessen Machtsphäre sich bis überdie Jahrhundertmitte hin erstreckt. Mit ihm ist demnach hier zu beginnen.Klassizismus Um die Mitte des achtzehnten Jahrhunderts schwindet allmählich die Herr-schaft des Rokoko; die tändelnde Grazie weicht einem ernsteren Genius, demGeist der Antike, der schon einmal in den Battisterien von Pisa und Flore")umging, der Dante geleitete und Giotto berührte. War auch sein Einfluß st»den Tagen des Rinascimento nie ganz geschwunden, so bedurfte es doch kräftigerAnregungen, um ihm zur neuen Besitzergreifung die Einzugspforten zu öffne"-Denn das Geschlecht, das ihn bei seiner Wiederkehr empfing, war andererArt, als das der italienischen Humanisten: keine Gestalten von starkem Persönlichkeit -gefühl oder gar von monumentaler Größe, sondern ein mehr empfindsames Bürger^tum wird jetzt der Träger seiner Ideen. Daraus erklärt sich manche Schw"^des neuen Kultus der Antike: des Klassizismus.
Montfaucon Der neuen Strömung fehlte es nicht an Vorläufern, die ihr den Weg bereite kl-In Frankreich wies der gelehrte Benediktinermönch Bernard de Montfaucon in stM1719—1724 fünfzehnbändigen Werke O'antiguits sxxligues st rsxrsssntes sn ügurss auf die AlChrist 1755 hin, und in Deutschland wurde Johann Friedrich Christ zum Lobredner der Antike, noch 9^Lessing den französischen Klassikern den Dichter der Antigone gegenüberstellte und Win"mann seine Betrachtungen über die Nachahmung der Alten veröffentlichte. Und wie edie farnesischen Kunstwerke und die Laokoongruppe den römischen Thermen entstwg 'so tun sich jetzt vor den Augen der erstaunten Welt die Schätze von Herkula" iund Pompeji auf. Im Jahre 1719 hatte der österreichische General Fürstaus dem Grunde eines Schachtes eine Anzahl Portrütstatuen gefunden, aber erst ^wurden unter Karl III. von Neapel neue Funde dem verschütteten Herkulaneuinrissen. Die Bergung der Schätze Pompejis begann im Jahre 1748, als ein -b ^aus Resina Statuen und Bronzegeräte entdeckte, die die Aufmerksamkeit des Königsund zu Nachgrabungen veranlaßten. So feierte die Antike eine greifbare Auferstehung, ^Italien, und hier besonders Rom, aber auch Griechenland und der Orient ^
-i i?° 7 i Ziel kunstbeflissener Reisenden. Der Archäolog! Robert Wood sucht die Stätten der