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Vierter Band.
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Zweites Kapitel: Kunst.

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8 9Z.

nd Odyssee und schildert die Ruinen von Baalbek und Palmyra; der Architekt Charlesd^ftftau untersucht die Baudenkmäler Südfrankreichs, Italiens und Dalmatiens, voruem den Palast Diokletians in Spalato; der Altertumsforscher James Stuart vertieftM ^ die Tempelbauten Athens, und der Zeichner und Kupferstecher Giambattista Piranesiseine Prachtwerke über Rom und Unteritalien (29 Bände mit über 2000 Kupfern),we die Geister machtvoll erregende Kraft erstand aber erst in Johann Joachim Winckel-ihann, dem Sohne eines Flickschusters aus Stendal; er schreibt in Rom eine Geschichte der^tunst und Nonumenti nntieüi ineäiti; er zieht Künstler, Dichter und Gelehrte in seinenund wird der eigentliche Begründer der Archäologie der klassischen Kunst. Haupt-"umth unter seinem Einfluß entwickelt sich in Deutschland die neue Richtung, die die Nach-,/Uurng der Antike, „keusche Einfalt und stille Größe", und neben der Schönheit der Formw Richtigkeit der Zeichnung als Grundsatz aufstellt. Damit tritt sie aber zugleich einervermisch nationalen Kunstentwicklung feindlich entgegen. In seinen Ansängen zeigt sich daseue hohl und äußerlich, akademisch und eklektisch, und gewinnt erst später an Vertiefung.

In Frankreich hatte — nach der Wiederentdeckung griechischer Tempelbauten^ud Theater in Italien und Griechenland — die klassische Schule schon unterLudwig XV., nicht ohne den Einfluß der Marquise von Pompadour, einen kurzenErfolg davongetragen. Indes, ungeachtet der energischen Bestrebungen des Jesuiten-paters Laugier, der in seinem Lssai sur IXrolliteeturs die griechische Kunst alsks wirklich schöpferische Element hinstellte, gelangte in der Mitte des acht-^hnten Jahrhunderts der Zopf- oder Perückenstil, der Stil Louis XVI. zurGeltung. Gänzlich verlassen von natürlicher Schönheit, imponierende Grandezzaund Affektiertheit Zur Schau tragend, verbannt er andrerseits die verschnörkelnden""d unsymmetrischen Zierarten, strebt nach natürlicher Einfachheit, bevorzugt

gerade Linie und gefällt sich dabei in rührseligen Sinnbildern (Urnen,Altären und Fackeln). Dieselben Formen zeigen sich auch im Kunstgewerbe, be-sonders in der Möbeltischlerei, bei Sofa und Kommode, deren geradlinige"tützen sich nach unten zu verjüngen. Das Ornament zeigt antike Motive,uan^ntlich Eierstab, Perlenband und Akanthusranke, an Uhren, Türen undprächtigen Goldschmiedearbeiten von Germain, Meissonier u. a. In diese Zeit fällt"Ph die Einführung chinesischen Porzellans durch die Holländer und die Ent-bnung des Weichporzellans (pLto tsnllrs, Sevres).

Hauptvertreter dieser Architektur ist Jacques Germain Soufflot, der das^A°Dieu und das Theater in Lyon errichtete. Sein Hauptwerk ist das Pantheon- Genevitve) in Paris, ein griechisches Kreuz mit dreifacher, mächtiger Kuppel.

o. Später brandmarkt die Revolution das Rokoko als „sittenlose Kunst derhrannen und Sybariten"; und die Sehnsucht nach reiner Natur, von Rousseauhtsacht, nrit dem „Evangelium der Vernunft" und der Begeisterung für alt-"stnsche Bürgertugend im Bunde, ebenen den klassizistischen Bestrebungen den^8- Die strengen dorischen Tempel von Pästum, Agrigent und Selinunterden, zu Vorbildern moderner Bauten und erzeugen namentlich unter demlnflusse von Jacques Louis David, eines Führers, der sich sämtliche Künsteenstbar machte, den herben und schweren Dorismus, den 8tzlo Nsssiäori ireoroire) der Revolution. Ihm folgt am Anfang des neuen Jahrhundertsbr phantasielose, pathetische 8 tle äs I' empir 6, der die Einfachheit der Linienzur Ärmlichkeit herabdrückte. Er sollte dem gallischen Eroberer alsdas"!«bP Cäsaren huldigen. Nach dessen Sturze schuf die Begeisterung fürent? ^^bchentum, die namentlich den Erfolgen der archäologischen ForschungenWrang, eine kurze Wandlung, die im Hellenismus, unter dem Einflüsse vonL *"^lmann, Lessing und Goethe, aus deutschem Boden am ausgeprägtestenalnnü^^' ägyptische Feldzug Bonapartes und die Entzifferung der Hiero-sü^" - stehen für kurze Zeit in Architektur und Kunstgewerbe eine Vorliebe"ufkornm^^b ^""mentik (Sphinxe, Obelisken, Göttergestalten mit Tierköpfen)

ihm ^^*bnd der Klassizismus bereits üppig emporwuchs, begann sich leise nebeneine andere Strömung zu regen: die Romantik. In der Architektur

Clerisseau1- 1820f 1788Piranesi1720-1778

Windel-

mann

1717-1768

1755

1752

Soufflot

1713—1781

David

1748-1825

Romantik