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Vierter Band.
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222 Zweites Buch: Literatur und Kunst Europas im Zeichen der Romantik. 8 08 -

Lebensabend in belgischer Verbannung gemalten Porträte (die Töchter Josephe Bonapartes,Madame Morel de Tanguy und ihre beiden Töchter, im Louvre). In der Verherrlichungdes Kaisers begleiten ihn zwei Schüler. Jean Antoine Gros, der Märtyrer des Klassizis-mus (Bonaparte an der Brücke von Arköle, Napoleon bei den Pestkranken in Jaffa, dwSchlacht von Eylau) zeigt unverkennbare realistische Neigungen, unterliegt aber im Kämpftmit den Eingebungen Davids sowie den Vorwürfen seiner bereits der Romantik huldigendenGerard Gegner und endigt in der Seine. Francois Pascal Gerard, Bildnismaler der Napmleonischen Familie, ist der Maler des Belisar in der Leuchtenbergijchen Galerie in Petersburgund von Amor und Psyche (im Louvre), aber auch des Porträts der Madame Recamier und, . des vortrefflichen Bildnisses des Malers Jsabey mit dessen Töchterchen (im Louvre). Pierre1781—1887 Narcisse Gutrin, Schüler Regnaults, malt dramatisch bewegte, pathetische Szenen ausder Antike (Hippolht und Phädra, Andromache und Pyrrhos, Klytämnestra und Agamemno»,178?—1867 im Louvre). Jean Auguste Dominiqne Ingres, Schüler und Nachfolger Davids, und wiedieser „Tyrann der Künste," ist Schöpfer großer Kompositionen von trefflicher Zeichnung, dieuns kalt lassen. In einigen Gemälden (Übergabe der Schlüssel an Petrus, im Louvre, Mar-tyrium des heiligen Symphorian, in der Kathedrale von Autin, Apotheose Homers, imLouvre) finden sich Gestalten von edler Einfachheit, die von gewissenhaftestem Naturstudiumzeugen; seine „Quelle" ist von Falguitre ins Plastische übertragen worden. Das Bestehat er in seinen Bildnissen (Bertin aine und Madame Devaucay) und vortrefflicheULrwson Bleistiftzeichnungen hinterlassen. Anne Louis Girodet-Trioson, ebenfalls Schüler1767—1824 Davids, leitet bereits zur Romantik hinüber, die sich unter der Restauration (Louis XVIIl'),getragen von neuem religiösen und geschichtlichen Interesse, allmählich neben dem Klassizis-mus Geltung verschafft (Szene aus der Sintflut, Begräbnis Atalas, im Louvre).d. Romantik Die Romantik begnügte sich nicht mit der korrekten Zeichnung, sondern belebte und1?S8-1828 erwärmte ihre Schöpfungen durch Licht und Farbe. Bereits Pierre Prudhon wurdedurch das Studium der großen Italiener, namentlich Leonardos und Correggios, von derDavidschen Schule abgelenkt und gab sich in seinen Idyllen und Allegorien (Weisheit undWahrheit, der Verbrecher, Psyches Entführung, Schaukelnder Zephyr) als träumerischert 1821 Poet. Seine Freundin war die Malerin Konstanze Mayer (der Traum vom Glück), nachderen selbstgewähltem Tode er noch eine Himmelfahrt Mariae und eine Kreuzigung Christ*L?brun malte. Elisabeth Vigee Lebrun malt anmutige Frauenbildnisse (Selbstbildnis mit ihrer1755-1842 Tochter, Madame Moll-Raymond, im Louvre, Maria Antoinette, in Versailles) nach Art, . des achtzehnten Jahrhunderts. Machtvoll und leidenschaftlich erhob sich die romantische

17S1—1824 Bewegung und mit ihr starkes malerisches Empfinden, alsZTHlodore Gericaults Reiter-bilder (Offiziere, Gardejäger, Verwundeter Kürassier, im Louvre) — eine offene Kriegs-erklärung gegen den klassischen Formalismus — im Salon erschienen. Diese Bilder sindnicht frei von gezwungenen Stellungen, an denen auch sein bekanntes Floß der Medusa(mit dem Kopf Delacroix', links überhängend) im Louvre leidet. Die Absicht, denfranzösischen Rückzug aus Rußland auf einem großen Gemälde darzustellen, verhinderteein unglücklicher Sturz vom Pferde, der ihm das Leben kostete. Der Hanptgegner deri?W—1883 klassischen Richtung Davids ist der phantasievolle und rastlose Eugdne Delacroi!,wie Gericault Schüler Querins; schon sein erstes bedeutendes Bild, die Dantebarke, zeigiihn als entschiedenen Koloristen, noch mehr tut dies sein Gemetzel auf Chios (beide *>»Louvre) und seine zahlreichen Bilder aus dem Orient und der heiligen Geschichte. Sein großesLebenswerk umfaßt außer Ölgemälden und monumentalen Malereien auch zahlreicheRadierungen und Lithographien (u. a. Illustrationen zu Faust und Götz, die auch Goethe»zu Gesicht kamen), sowie schriftstellerische Arbeiten. Unter den Malern des cknsls rnilisu, desBürgerkönigtums, dem auch das Versailler Museum ä tontes los gloirss cks la Vranoö seine1^97-1856 Entstehung verdankt, erweckte Paul (eigentlich Hippolyte) Delaroche, Schüler von Grosund Schwiegersohn von Horace Vernet, am meisten die Bewunderung seiner Zeitgenosse»,besonders durch seine Historienbilder: Filippo Lippi und Lucrezia Buti, Tod der König*»Elisabeth, Cromwell am Sarge Karls I-, Die Söhne Eduards IV. in Tower (im Louvre),Ermordung des Herzogs von Guise, Napoleon in Fontainebleau (Leipzig) mit seinen eigene»18W-I857 Napoleon ähnelndenZügen. Trotz der Einsprache des Kunstkritikers I. B. Planch e, daß alledie geschichtlich treuen Kostüme und Interieurs von verzweifelter Neuheit seien und dieOpfer seiner historischen Katastrophen aussehen, als Hütten sie sich für einen Maskenballkostümiert, bildeten diese geleckten Gemälde mit ihrem bestechenden Kolorit noch lange dasEntzücken der großen Menge. Sein Hemizykle (Darstellung der Kunstheroen bis zu*»17 . Jahrhundert), das durch den vortrefflichen Stich von Henriquel Dupont weithin Verbreitungfand, diente u. a. Kaulbachs Zeitalter der Reformation zum Vorbild. Ähnliches gilt von dem1^8^1863 bekannten Schlachtenmaler Horace Vernet, dessen kolossale, dekorativ prahlerische Gemälde