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Vierter Band.
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256
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256 Drittes Buch: Europa von d. Stiftung d. Heiligen Allianz bis z. Julirevolution.

114 .

Europas

1822

politischen Schauplatz zurück und leistete dem Vaterlande fortan als Soldat redliche nnunerschrockene Dienste. ,

Anteilnahme Die Tapferkeit, mit der die Griechen bisher gefochten hatten, weckte Teilnahme unBewunderung unter den europäischen Völkern. Sie eilten, durch PhilhellenenverNv(Z 99) Geldmittel und Streitkräfte zu sammeln, um den Mut der Kämpfer aufrechtzuerhaltenGalt es doch, Kultur und Christentum gegen rohe Barbaren zu schützen und zugleich gegedie eignen Regierungen zu protestieren! Während die Fürsten, die den heiligen Bund g^schlössen, aus Scheu vor jeder gewaltsamen Lösung der bestehenden Zustände ein christlicheVolk den Streichen der Mohammedaner bloßstellten, während der religiös empfindsame KamAlexander in Metternichs Jdeenkreis festgebannt, seine Hilfe den Bedrängten vorenthieltzogen Scharen fremder Philhellenen unter Führung des Württembergischen Generals NormM>(den jedoch schon im nächsten Jahre das Klima wegraffte) in die alte Heimat europäischeGesittung. Der berühmte englische Dichter Lord Byron (Z 88) widmete fein Talent, seiVermögen und seine Tatkraft der Sache Griechenlands, wo Klima und Anstrengung ihm dasden Tod gaben, und der reiche Genfer Eynard förderte den hellenischen Freiheitskampf ""großen Geldsummen. Die ganze liberale Partei des Abendlandes begeisterte sich für dahellenische Volk: es war der erste Aufschwung freiheitlicher Ideen. Die Schwärmerei dePhilhelleneu wurde nicht ausgelöscht durch die Bemühungen der Gelehrten und Staatsmanns'den Beweis zu liefern, daß die moderne Bevölkerung Griechenlands kein hellenisches Blut in Whabe, sondern wesentlich slawischer, sarmatischer und albanischer Abkunft sei.anderseits dargetan werden, daß in den Küstenländern und Inseln zu aller Zeit sich A 'kömmlinge der alten Hellenen erhalten hatten und daß durch Sprache und Religion st?daS Bewußtsein nationaler Zusammengehörigkeit gerettet worden sei.

MshsmedAli Trotz der Zwietracht der Führer war bis zum Jahr 1825 der Sieg größtentelauf Seiten der Griechen, und es schien, als ob auf den blutgetränkten Stätten ein chmliches Reich mit geordnetem Staatswesen sich in Freiheit und Selbständigkeit erheben wür 'Da aber erlangte die Pforte einen mächtigen Bundesgenossen. Sie wandte sich schon »Ansang des Jahres 1824 an ihren Vasallen, den Vizekönig Mehemed Ali, der aus deTrümmern der Mamelukenherrschaft in Ägypten eine Staatsverwaltung und Kriegsmawnach europäischem Muster gebildet hatte (Z 146), und gewann durch das Versprechen, ihmKreund Morea abzutreten, seinen Beistand. Mehemed Ali sandte seinen Sohn Ibrahim vsteinem beträchtlichen Heer nach dem Peloponnes. Die kleinen, zwieträchtigen Kriecherisch^hielten nicht stand vor der wohlgerüsteten Armee des sieggewohnten Ägypters, eine Staum die andere fiel in seine Hände, über Blut, Leichen und Brandstätten ging sein ZEVon dem festen Tripolizza aus, das er sich zum Stützpunkt gewählt hatte, wurde dePeloponnes zwei Jahre lang grausam verwüstet. Städte und Dörfer sanken in Asche,die Leichen der Gemordeten lagen unbeerdigt umher, die Kirchen wurden zerstört, die Priest^Missolunghi einem martervollen Tode überliefert. Vor Missolunghi vereinigte sich Ibrahim mildeHeere des türkischen Feldherrn Kiutagi, der die Stadt schon zweimal vergebens Gelagehatte und verzweifelte, sie allein einzunehmen. Den vereinten Anstrengungen der Tü»^und Ägypter konnten die heldenmütigen Bewohner auf die Dauer nicht widerstehen, ZUNMda sie von der uneinigen griechischen Regierung nur schwach unterstützt wurden. AlsStadt unhaltbar geworden war, wagten sie mit Weibern und Kindern einen Ausfall aW.Aprii 1828 die ringsum anstürmenden Feinde: fast der dritte Teil wurde erschlagen, die Stadt stging in Flammen auf, und alle Zurückgebliebenen fanden in den Trümmern ihren ^Der Fall von Missolunghi schreckte die europäischen Kabinette aus ihrer Untätigkeit auf-

§ 114. Niederlage der Allianz und Sieg Griechenlands. Die

Erfolge der Türken waren möglich gewesen, weil es bisher Metternichg'lungen war, nicht nur Preußen, sondern auch England und selbst Ruß lauvon der Gefährlichkeit des griechischen Aufstandes zu überzeugen.Engiand^u. Kaiser Alexander konnte sich der Stimmung seines Volkes nicht völlig en^ziehen, das in dem Freiheitskampfe der Griechen zugleich einen Kamps "die Befreiung der griechisch-katholischen Religion von der Gewalt dMohammedanismus erblickte. Er nahm der Pforte gegenüber eine unfreun ^liche Haltung an und näherte sich England, wo durch den Eintritt Can ningin das Ministerium (Z 116) sich ebenfalls ein Wechsel der Stimmung vosD^bereiten begann. Doch vermochte Metternich noch durch diplomatische RahZwietracht zwischen den beiden Mächten zu erwecken und eine Jnterventw

1825

Stellung

Rußland,