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Vierter Band.
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272 Viertes Buch: Von der Julirevolution bis zur Februarrevolution. 8 ^

wie der Fürst Adam Czartoryski, der, von der alten Königsfannlüder Jagellonen entsprossen, die russenfeindliche Gesinnung als Erbtetseines Hauses überkommen und als Alexanders Jugendfreund sich HEnungen auf die Statthalterwürde in Polen gemacht hatte, wie der in denlitauischen Landschaften einflußreiche Graf Plater u. a., unterstütztendie nationalen Bestrebungen. Da kam die Nachricht von der ParifllJulirevolution; sie vereinigte die noch geteilten Interessen der einzelnenParteiführer. Die Meldung, daß in Petersburg der Befehl gegeben wordensei, eine Anzahl verdächtiger polnischer Studenten und junger Militärszu verhaften, beschleunigte noch den Ausbruch der Revolution. .

^Re°o!mio,7 8 123. Der Revolutionskricg in Polen. Am 29. November 18a20 . No" i8M abends sechs Uhr drangen zwanzig Jünglinge der Kadettenschule in WarsstEin das Belvedere, den Palast des Gencralgouverneurs, ein, um diesen ^töten, während andere Verschworene das Volk zu den Waffen riefln,andere sich des Arsenals bemächtigten. Nur mit Mühe entging Konstantendem Tode; dagegen wurden mehrere Personen aus seiner Umgebung nneinige angesehene Generale niedergemacht. Zwei Tage nachher verließmit den russischen Soldaten und Beamten das Land. Damit nicht dflradikale Revolutionspartei sich der Gewalt bemächtige, traten die HänEder verschiedenen geheimen Genossenschaften zu einem engeren Ausschuh

4. Dez. zusammen und bildeten eine provisorische Regierung. Sie ginE

aber, indem sie nur Abstellung der Mißbräuche unter Beibehaltungbisherigen Verfassung erstrebten, der radikalen Partei, die das altPolenreich mit demokratischer Einrichtung herstellen wollte, zu langsEvor. So entstand eine die Revolution von vornherein lähmende Zbw'tracht. Die aristokratisch-konstitutionelle Partei ernannte den alten

5. Dez. General Chlopicki zum Diktator, der den Volkskrieg und eine Eiw

pörung der unter österreichischer, preußischer und russischer Herrschestehenden Provinzen des ehemaligen Polenreiches entschieden zurückwies nnmit dem Zaren in Unterhandlung trat. Indes rüstete Kaiser Nikolaus ewHeer von 120000 Mann mit 400 Kanonen unter Feldmarschall DiebitschEinmarsch in Polen. Der in Eile zusammenberusene Reichstag bestätigtM. Dez. I8SV die Diktatur Chlopickis, stellte ihm aber eine aus Senatoren und Land'boten bestehende Aufsichtskommission zur Seite. Zugleich wurde erManifest verbreitet, in dem alle Gründe zum Aufstande enthalten waren-Da aber Chlopicki, dem Zustande des polnischen Heeres mißtrauend, nueinen Verteidigungskrieg führen wollte und deshalb von den Demokraten HE6angegriffen wurde und sich mit dem Aussichtsrat entzweite, so legte ^18 . Jan. 1881 die Diktatur nieder, blieb jedoch der freiwillige Ratgeber seines Nachfolgen-des Fürsten Radziwil, der des Krieges unkundig war. Die Verwaltungleitete ein Kollegium von fünf Räten, unter denen Czartoryski das wenAnsehen besaß und auch die Volkspartei in dem Geschichtschreiber JoachtLelewel (8 85) ihren Vertreter hatte. Wenige Tage nachher sprach ^25.Jan.i88iReichstag die Absetzung des Kaisers Nikolaus und des HaflERomanow in Polen aus und die Errichtung einer konstitN'tionellen Monarchie auf neuer Grundlage. So schnitt man fl^Versöhnung mit Rußland ab, gewann aber auch nicht das Volk für flw'April i83i der Reichstag den Antrag verwarf, den Bauern Grundeigentum ^erteilen und die Fronden in einen ablösbaren Bodenzins zu verwandeln-Die Hoffnung aus französische Hilfe erwies sich als eitel.