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Vierter Band.
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Viertes Buch: Bon der Julirevolution bis zur Februarrevolution.

8 128 .

dem Gesetz von 1819 anordnen und vertagte die Stände, als sie sich

1838

inkompetent erklärten, die Abschaffung des Staatsgrundgesetzes von

183Z

1839

Kurhsfsen

Regiment

Haffenpflugs

anzuerkennen. Ihre Beschwerde lehnte der Bundestag ab, indem er denStreit sür eine innere Angelegenheit Hannovers erklärte. Als im nächstenJahre viele Abgeordnete den Eintritt in die neue Kammer verweigerten,wurden ihre Stellen durch Minoritätswahlen besetzt, um die beschlußfähigZahl zur Steuerbewilligung zu erhalten. So erreichte die Regierungs. A»g. 1840 ihren Zweck: die Annahme einer neuen, in aristokratischem, altständisclMSinne gehaltenen Verfassung.

Noch schlimmer gestalteten sich die Verhältnisse in Kurhessen, ""der Kurprinz-Mitregent Friedrich Wilhelm I. (Z 126), auf der Bah"seines Vaters fortschritt, namentlich seitdem im Jahre 1832 Hasse""pflüg an die Spitze der Verwaltung getreten war, ein hervorragend^Beamter von eiserner Willenskraft, aber ein unerbittlicher Feind de-konstitutionellen Staates.

Durch ihn nahm der Streit zwischen der Regierung und den Ständen en"u. Schlissers Schärfe an, die das Land der tiefsten Zerrüttung zuführte. Hassenpflug,

Hessen Fluch," entwürdigte die Volksvertretung, wo er nur konnte, unterdrücktdie Presse, erniedrigte die Beamten zu servilen Werkzeugen, beugte die Rechtspflege und suchte tatsächlich den reinen Absolutismus durchzuführen. Die Ver-fassung wurde zu unerhörten Auslegungskunststücken mißbraucht, jedes form«Recht bis zur äußersten Grenze ausgenutzt oder auch völlig verdreht, durch Kämmenauflösungen, Beamtenmaßregelungen, allerlei Ränke der ständischen Opposillhentgegengearbeitet. Dabei wurde der starrste Pietismus gefördert und in kleM'lichen und lächerlichen Äußerlichkeiten das Muster der früheren Regierunge"nachgeahmt, so in dem Verbote des Tragens von Schnurrbärten sür alle AB 'beamten. Noch furchtbarer wurde der reaktionäre Druck, als nach dem ha""?'sächlich aus persönlichem Zerwürfnis mit dem Prinzregenten erfolgten Rück""Hassenpslugs Männer wie Schäffer und von Harrst ein dies System der venfassungswidrigen Unterdrückung fortsetzten. Eine der schnödesten Taten derselben w?das Verfahren gegen den Abgeordneten Jordan (ß 126), Professor der Rechte >"Marburg, einen hervorragenden Kämpfer der Opposition, einen freisinnigen ""hochbegabten Mann: er wurde vom Amte suspendiert und wegen versuchte"Hochverrats auf die nichtswürdigsten Indizien hin zu einem Haupt der Revolution^partei gestempelt und in langer, seine Gesundheit zerrüttender Haft gehalten-

^wegu»d°° Doch trotz all dieser schmachvollen Versuche, das konstitutionelle Lebe"und Preußen vernichten, hielten die liberalen Männer Kurhessens, unter ihnen vosallen der Abgeordnete Friedrich Ötker, unerschütterlich fest an ihren Idee"'und wie hier, so erfüllte durch alle deutschen Länder die liberalen Parte"immer mehr nur der eine Gedanke, den Bundestag, den Hort aller Reaktiv"'zu stürzen und einen liberalen und nationalen Einheitsstaat z"begründen. Indes bei der tiefen Kluft, die Volk und Regierungen sstst^war man noch weit entfernt, in einem Zusammengehen mit diesen de^richtigen Weg zur Einheit und Größe Deutschlands zu finden. Besondergegen Preußen, das völlig in den Dienst Metternichs getreten znschien, war man von bitterstem Hasse erfüllt, wenngleich schon danra"'und zwar aus dem liberalen Süddeutschland mit aller Klarheit das künftigSchicksal des deutschen Vaterlandes vorausgesagt wurde.

Paul Pfizer, ein Schwabe, Jnstizassessor in Stuttgart, schrieb damals in deMBriefwechsel zweier Deutschen: „Österreich ist Deutschland fremd geworden, hat "«"deutschen Namen gegen einen europäischen vertauscht und steht nun allem, was wir vodeutschem Eigentum noch gerettet haben, allem, worauf Deutschland noch einen Stolz setze

Juli 1887

Juni 1889

Paul Pfizer1801-1887