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Viertes Buch: Von der Julirevolution bis zur Februarrevolution.
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"PolitischeRuhe inPreußen
(H 64) demokratische Einrichtungen, die es über viele andere Staaten emp??'hoben: einen von Grundlasten großenteils entfesselten Boden, einen des Zum'Zwangs ledigen Gewerbstand, eine volkstümliche Wehrverfassung, eine freisinnigGemeindeordnung, — allein an strenger Überwachung der Kirche, Schule unPresse gab es dem österreichischen Regierungssystem wenig nach. Die Uni-versitäten standen unter Aufsicht der Regierung; die Lehrfreiheit wurde durchdas Verbot des Besuchs mancher Hochschulen und durch die Einstellung iMp-liebiger Vortrage vielfach beeinträchtigt; das llnterrichtswesen unterlag «?strengsten Beaufsichtigung. Die periodische Presse wurde nicht nur durchZensur und Nachzensur aufs äußerste beschränkt, sondern es durften auch mn??^Angelegenheiten keiner kritischen Beleuchtung unterworfen werden, und gefW'lich scheinende Bücher kamen nicht in den Buchhandel. Besonders unterlag?«Kirche und Glaubenslehre einer genauen Überwachung, was in der vorherrsch?"religiösen Richtung des Königs seinen Grund hatte.
Dennoch war in Preußen das ungestüme Verlangen nach der Awteilnähme am staatlichen Leben, wie es sich in den anderen deutsch^Staaten kundgab, nicht in demselben Maße zu spüren, weil das preußiMVolk in Friedrich Wilhelm III. die wohlmeinende landesväterlichesinnung, das stille Dulden so vielen Unglücks, eine aufrichtige FröMMEkeit und ein schlichtes, bescheidenes Wesen achtete. Wenn man nut sEpolitischen Zuständen unzufrieden war, so gab man den unerquicklich?Gang der öffentlichen Dinge nicht dem Könige persönlich schuld, sond??seinen Ratgebern, die auch in der Tat ihren Herrn oft weiter fortriß?«'als es in dessen Neigung lag. Friedrich Wilhelm III. wollte ein absolm?Herrscher sein und von dem göttlichen Recht seiner Krone nichts pr?^)geben, aber er wollte so regieren, daß das Volk nach einer Verfassung^mäßigen Beschränkung des wohlwollend Patriarchalischen Regimentsnicht zu sehnen brauche. So zog eine wahrhafte Trauer durch das7 . Zum 18 « Land, als die Kunde von dem Ableben des Königs erscholl. Zugleich
traten die Parteien des politischen Fortschrittes, die sich bei Lebzeiten d?^alten Königs zurückgehalten hatten, setzt um so energischer hervor.Macht erhoben sich die zurückgedrängten Wünsche und Hoffnungen, des?Erfüllung man von dem Thronfolger, dem König FriedrichHelm IV., erwartete.
Nuch 8 130. Die ersten Zeiten Friedrich Wilhelms IV. FriedrichWilhumriv.Wilhelm IV., in dessen empfänglicher Seele die Strahlen aller ?g-b^Okt. Berlin, der „Metropole der Intelligenz", sorgfältig gepflegten Wissenschaft?^^^>^""wie in einem Brennpunkt sich vereinigten, war eine romantisch anglegte Natur voll genialer Züge, voll geistigen Lebens und Feuers i?vielseitiger Begabung, voll Witz und Laune, von ungewöhnlicher R?« ,gäbe, dabei aber voll von Widersprüchen und Gegensätzen, Wechsel..Eindrücken und Anwandlungen zugängig, leutselig, gewinnend und indem Nimbus eines gewissen Kronprinzenliberalismus umgeben, aber?Innern doch hocharistokratisch, ein gläubiger Absolutist, von mystftwGeiftesrichtung und strengkirchlicher Gesinnung, von phantastischer Schwamerei für die mittelalterliche Welt und Gesellschaftsordnung, mit d?höchsten Bewußtsein von seiner königlichen Würde erfüllt. .
Er hatte eine ganz patriarchalische, alttestamentliche Auffassung vorn KöM8tum und nahm die Königsherrschaft durchaus persönlich. Darum hat er 1?)Minister niemals als selbständige Persönlichkeiten angesehen, die ein polllu^Programm darstellten, sondern nur als Vorsteher ihrer besonderen Verwaltung '
17SS,1Ä.Jan.
1861 Wie