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Vierter Band.
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Viertes Buch: Von der Julirevolution bis znr Februarrevolution.

1Z1.

wärtigen Angelegenheiten fanden die ersten Handlungen des Königs^volle Zustimmung seines Volkes. Als infolge der in der orientalisch^Frage erlittenen Niederlage des Ministeriums Thiers (tz 147) das französischKriegs- Volk nach Rache schrie und der Ruf „An den Rhein!" von Paris na^°i84o Deutschland herüberscholl (H 138), da zeigte sich in allen

Landen eine einmütige Begeisterung, mit gemeinsamer Kraft den frechst,Störenfried in feinen Grenzen zu halten. Damals erklang NikolausBeckers Rheinlied „Sie sollen ihn nicht haben, den freien deutschtRhein", damals dichtete Max Schneckenburger das Sturmlied, daallerdings erst in der Zeit der Zukunft Gemeingut des deutschen Dolchwurde, „Die Wacht am Rhein". Und da selbst Metternich den Wuns^gemeinsamer Schritte gegen diese Kriegsgefahr aussprach, bensi?^Friedrich Wilhelm die Gelegenheit, um die Frage der Bundeskrieg"'Verfassung (§ 101) wieder in Fluß und zum Abschluß zu bringen.ließ er dabei schon klar feine Stellung Österreich gegenüber erkenne 'dem er die römische Kaiserwürde und selbst den Bundesschutz für RPitalienische Besitzungen zusprach. Nachdem aber die Kriegsgefahr vorübergegangen war, ließ Metternich sehr bald all diese Pläne, auch die von deKönige angeregte Reform der Bundesverfassung, fallen, und nur ü .und Rastatt wurden 1841 befestigt und Inspektionen der Bundesarmeekorpeingeführt.

Vnf^migs- nun aber mit der nationalen Erregung zugleich auch die lang^

unterdrückten Wünsche nach der repräsentativen Verfassung laut wurde lda zeigte sich sofort, daß die Hoffnungen, die man in dieser Beziehung odie neue Regierung gesetzt hatte, eitel waren. Der König verhielt si,

Text. 1840 gegenüber dem auf dem Königsberger Huldigungslandtage ausgesprochenVerlangen nach einer Verfassung völlig ablehnend und gestand nur dProvinziallandtagen (Z 105) eine zweijährige periodische Wiederkehr,schränkte Öffentlichkeit und die Einrichtung ständischer Ausschüsse zu- ^

i8. Ott. 1842 liberale Opposition, die sich in diesen im Oktober 1842 zusammengetreten

„Vereinigten Ausschüssen" kundgab, verstimmte den König. ist.sonders das ungestüme Drängen der Presse veranlaßte ihn, auf dem Wstder Verfassungsfrage anzuhalten; dadurch nährte er von neuem die llnzfriedenheit der Liberalen. Diese wurde noch gesteigert durch feine Haltnin den kirchlichen Angelegenheiten.

§ 131. Preußische Kirchenpolitik. Die kirchlichen VerhältnisPreußens waren 1815 durch den Hinzutritt der neuen Provinzen, in deteils (Posen und Rheinland) das katholische, teils (Sachsen) das sts -lutherische Element überwog, recht schwierig geworden. Für die evangeU!Konfession hatte Friedrich Wilhelm III. durch die Einsetzung einessonderen Kultusministeriums und evangelischer Provinzialkonststoreinen geeigneten Mittelpunkt der Verwaltung geschaffen. . ^

In demselben Jahre brachte er dann anläßlich der Jubelfeier der Refornm ^einen alten Plan der Hohenzollern und einen eigenen Herzenswunsch ?urführung. Er erließ einen Aufruf zur freien Einigung der so lange gelrenlutherischen und reformierten Konfession in eine unierte Kirche,sonderes Gewicht legte der König dabei auf die Reform des kirchlichen Ksidie er durch eine in seinem Kabinett verfaßte Agende nach und ""Ä Öheüberall in den alten Provinzen durchzuführen suchte. Da dieser ch» ^von vielen Geistlichen und Laien Widerstand entgegensetzt wurde, so

1817

Union 1817

1822