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Vierter Band.
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Drittes Kapitel: Deutschland.

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Mai 1841

^gangener Zusage katholischer Kindererziehung zu verrichten. Umsonstrinnerte die preußische Regierung an das Versprechen und drohte mitMtsentsetzung; der Erzbischof beharrte auf seinem Sinne. Da wurdeÜberhastet und nach der Festung Minden abgeführt, „weil er sein 20. No°. wer^ort gebrochen, die Gesetze untergraben und unter dem Einflüsse revolutio-arer Parteien die Gemüter aufgeregt habe". Dies gab das Zeichen zu einemÄstigen Streite sowohl zwischen der preußischen Regierung und demoinischen Stuhle, der vor jeder Unterhandlung die Wiedereinsetzung desMangenen „Märtyrers" verlangte, als zwischen den streitlustigen Ge-Mteri beider Konfessionen. Die öffentliche Meinung war geteilt. Dieatholiken sahen in dem Verfahren eine Unterdrückung der Kircheurch Staat und erhoben den Ruf nach Unabhängigkeit der^che vom Staat, die Protestanten faßten den Streit aus als^ainpf deutscher Freiheit und römischer Herrschaft". Die „kirchlichenirren" nahmen noch zu, als der Erzbischof Dunin von Gnesen undMen ein ähnliches Verbot der kirchlichen Trauung von Mischehen ergehenund, nach Berlin geladen, sich der ihm auferlegten Hast durch dieflucht entzog, dann aber nach der Festung Kolberg abgeführt wurde. O». isss. Als die Erregung noch sehr groß war, geschah etwas ganz Unerwartetes:

Medrich Wilhelm IV. setzte den Erzbischof Dun in aus eine sehr zwei-/iitige Zusage hin in Freiheit, gestattete den unmittelbaren Verkehr Aug. w«^ Bischöfe mit Rom, entließ den Erzbischof Droste seiner Hast Marien^ 1 'yrach ihn in einem ehrenvollen Briefe von aller Schuld anbolutionären Umtrieben frei, nachdem er mit dem Prälaten und demMischen Stuhl übereingekommen war, daß er selbst wegen Kränklichkeit von^

^Uer Rückkehr nach Köln abstand und den Bischof von Speher, Johannes„ ^^el, zum Koadjutor mit dem Rechte der Nachfolge annahm. DerMische Staat hatte eine schwere Niederlage erlitten. Der Ultra-"Ntanismus triumphierte und schöpfte aus diesem Vorgang seine Sieges-^erffcht für alle Zukunft.

^ .8 132. Der Deutschkatholizismns. Lichtsreunde. Gustav-Adolf-Verein.

Z uritten dieser Gärung veranstaltete der Bischof Arnoldi von Trier als(»Zbngeivjchj. gegen die dreihundertjährige Jubelfeier der Königsberger UniversitätNest der „reinen Vernunft" sKantj) die Ausstellung des „eingenähten^"^Fen Rockes Christi" in Trier. Der Jubel über diese Gottesfahrt,

^ ber sich Mbr eine Million Pilger beteiligt hatten, wurde gestört durch einals^Ebu aus Laurahütte „gegen das Götzenfest zu Trier an den dasigen Bischof0. ben Tetzel des neunzehnten Jahrhunderts". Das offene Schreiben kam von^ Mnnes Ronge, einem jungen, wegen Ungehorsams von der kirchlichendie suspendierten Priester aus Schlesien. Dem Briefe folgten Flugschriften,bei Gründung einer katholischen Nationalkirche aufforderten undsich Aufregung der Gemüter ihres Eindrucks nicht verfehlten. Bald sammelteIch Ronge in Breslau eine Anzahl freidenkender Katholiken, die eine vonEtw ^ bischöflichen Gerichtsbarkeit unabhängige Kirchengemeinde bildeten,wo ^ Ähnliches geschah in dem preußisch-polnischen Städtchen Schneidemühl,

Uwlli ^ stunge Vikar Joh. Czerski, weil er ein polnisches Mädchen heiratenUnd ^ ^ von der römischen Kirche und mehreren ihrer Lehrsatzungen lossagteKlied sein Priesteramt aufzugeben, mit einigen gleichgesinnten Gemeinde-

bjch eine christlich-apostolisch-katholische Gemeinde gründete. Nach dem Vor-spx, rwu Breslau bildeten sich in kurzer Zeit in vielen Städten des nördlichen,auch des südlichen Deutschlands deutsch-katholische Gemeinden,

°Uer-Baldamus, Weltgeschichte. 21. Ausl. IV. 19

als Ausitsllungdes h. Rockes18. Aug. bis16. Okt. 1844

Deutsch-

Katholizis-

mus