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Vierter Band.
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Viertes Buch: Von der Julirevolution bis zur Februarrevolution.

die Vertreter der Regierung, den Minister von Bodelschwingh allein au^genommen, nur einen schwachen Widerstand zu leisten vermochten und die un-Haltbarkeit des alten Systems, zu dessen Erhaltung dieser Landtag der letznVersuch war, jedem unbefangenen Beobachter einleuchtend war.

Wie wenig der Vereinigte Landtag der Anfang eines neuen Preußenswar, zeigte schon die Thronrede, in welcher der König feierlich erklärthatte: „Keiner Macht der Erde soll es je gelingen, das natürliche Ver-hältnis zwischen Fürst und Volk in ein konventionelles, konstitutionelleszu verwandeln; ich werde es nun und nimmermehr zugeben, daß Mzwischen unsern Herr Gott im Himmel und dieses Land elUbeschriebenes Blatt, gleichsam eine zweite Vorsehung ein-dränge." Zwar siegte dann auch des Königs Wille mit Einsetzung derAusschüsse über die Opposition, welche die periodische Einberufung desLandtags verlangte; desto größer war aber die moralische Wirkung derReden und Verhandlungen aus die Nation.

8 134. Unruhen in den übrigen deutschen Staaten. Auch in denübrigen deutschen Staaten, besonders den süddeutschen, zeigten sich dieSachsen Vorboten des politischen Sturmes. In Sachsen rief das scharfe Vor-gehen der Regierung gegen die Lichtfreunde eine solche Erbitterung hervor,daß in Leipzig 1845 das Militär mit scharfer Waffe einschreiten mußte- ""Bayern In Bayern regierte seit 1837 das absolutistisch-ultramontane MinistcriuinAbel, das alle freiheitlichen Regungen niederhielt und die Protestantenw.Febr.1841 der mannigfachsten Weise beunruhigte. Es wurde entlassen, als der bejahrtLala Montez König LudwigI., von den Reizen einer spanischen Tänzerin, LolaMontez,umstrickt, deren Erhebung zu einer Gräfin von Landsfeld verlangte uubdas Ministerium das entschieden verweigerte. Mit dem neuen liberalenMinisterium Waller st ein eröffnete sich die Aussicht aus längst g^wünschte Reformen. Aber eine Nachgiebigkeit gegenüber der Tänzerin, derenStandeserhöhung vollzogen wurde, sowie die rastlosen Angriffe der ultra-F-br. 1848 montanen Partei führten einen Aufstand in München herbei. Der Könighatte, erzürnt darüber, daß die Studenten eine von der Mätresse begünstigtStudentenverbindung in Verruf taten, die Universität schließen lassen-Nach einem kurzen Straßenkampfe, den die Bürgerschaft, die Studentenund der Pöbel vereint gegen die Polizeimannschaft und das mild ver-fahrende Militär bestanden, sah sich der König zur Zurücknahme der'ii. Fsbr. Suspension der akademischen Vorlesungen und zur Entfernung der LotMontez gezwungen. Das monarchische Ansehen hatte damit in Bayerneinen schweren Schlag erhalten, zugleich aber war eine liberale Regierungunmöglich geworden. — In Baden hatte der reaktionäre Minist^v. Blittersdorf eine scharfe Opposition, vertreten besonders duro)Jtzstein, Welcker, Mathy, Hecker, Wassermann, Soiron hervorgerufen, dU1843 zur Entlassung des Ministers führte.

Die nationale Bewegung erhielt dann neue Nahrung durch die sttsammiungsn 1847 in Heidelberg erscheinende „Deutsche Zeitung" unter der Redaktioder Historiker Gervinus und Häusser; durch sie sollte das Gefühl derEinheit in der Nation gestärkt werden. In einer Volksversammlung ti2.Sept.i84?Osseuburg wurden sehr weitgehende Forderungen erhoben, wie Ab-schaffung aller Vorrechte, progressive Einkommensteuer, Selbstregierungdes Volkes, Ausgleichung des Mißverhältnisses zwischen Kapital unoArbeit, volkstümliche Miliz statt des stehenden Heeres, Vertretung be

Baden

Presse undVolksver-