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Drittes Kapitel: Deutschland.
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1830
1834
Mischen Volkes beim Bundestag, Beeidigung des Militärs auf die Ver-eisung. Einige Wochen später tagten die badischen Liberalen mit Ab-ordneten anderer deutschen Staaten in Heppenheim; hier wurde eine io. M. isi?^^rnt-deutsche Volksvertretung gefordert. Nicht wenig trugenuch zu der allgemeinen politischen Bewegung die großen Wander - ^mlunEk ^larnmlungen der Gelehrten (Z 299) bei, in denen neben allenwchmännischen Erörterungen der nationale und politische Ideenaustauschwe bedeutsame Rolle spielte, wie z. B. im Herbst 1846 unter den Augen^ Bundestages auf der Versammlung der Germanisten im „Römer" zu'Frankfurt die Gebrüder Grimm, Arndt, Uhland, Gervinus dem nationalenZanken einen begeisterten Ausdruck gaben.
. 8 135. Die schleswig-holsteinische Frage. Dieser nationale Gedanke
urde nun in ganz Deutschland mächtig angeregt durch die schleswig-^olstei nische Frage. Schon unmittelbar nach der Julirevolution warLandvogt Lo rufen auf der Insel Sylt in einer Schrift für eine.^beiden Herzogtümer umschlingende Repräsentativversassung und eineoße Personalunion mit Dänemark eingetreten, wofür er mit Amts-Flletzung und Festungshaft büßen mußte. Die dänische Regierung suchtearm die immer stärker werdende Bewegung durch Einführung provinzial-^udischer Verfassungen zu beschwichtigen. Aber die Versuche, die dänischebrache als Amtssprache einzuführen, die Bestrebungen der Partei derrderdänen", die allenfalls Holstein eine selbständigere Stellung ein-aumen, Schleswig aber mit dem Königreiche in einer Gesamtverfassungpeinigen, also die Eider zur Grenze Dänemarks machen wollten, vor^üem aber die Unsicherheit der Erbfolge steigerten nicht nur hier die Anf-^!Wng, sondern weckten auch in Deutschland die öffentliche Meinung.Dänemark galt die weibliche Thronfolge, in Holstein, mit dem Schles-rg „up ewich ungedelt" verbunden war (II, 8 320) nur männliche: danachußte voraussichtlich (Stammbaum Bd. III) eine Trennung der Herzog-von Dänemark eintreten. Als nun König Christian VIII. in demNeuen Briese" die Erbfolgefrage in der Weise löste, daß er die Ein- s. Junis«Nleiöillig Schleswigs in Dänemark aussprach, für Holstein zwar die Erb-^.Mfrage etwas zweifelhafter ließ, aber auch hier die ünverletzlichkeit desMischen Gesamtstaates und die Untrennbarkeit der unter dem dänischenZepter vereinigten Landesteile betonte, da durchbrauste ein Sturm der Ent-Ustung die Herzogtümer und ganz Deutschland; allenthalben ertönte das„Schleswig-Holstein, meerumschlungen", in Adressen, Petitionen,
^rotesten wurde das gute Recht der Schleswig-Holsteiner verfochten. Selbst^ Bundestag vermochte sich der Macht der nationalen Stimmung nicht
zu entziehen, wenn er auch nur die „vertrauensvolle Erwartung" aus- n-Sept.is«^ach, daß der König alle Rechte, besonders die des deutschen Bundes, be-Hten werde. In den Herzogtümern selbst wurden durch das gehässige Ver-. ^ngssystem der Regierung wie durch den von Beseler, Olshausen undoeren patriotischen Männern geleiteten tatsächlichen Widerstand derputschen Partei die Gegensätze so auf die Spitze getrieben, daß ein gewalt-Zusammenstoß unvermeidlich war.
^ So lag überall über dem deutschen Lande eine gewitterschwüle Stim-seltu?' ""b der schon hier und da die Blitze hervorzuckten; der Sturm. >t aber sollte wieder von Westen her hereinbrechen, diesmal mit ge-^ngerer Kraft, als es 1830 geschehen war.