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Viertes Buch: Von der Julirevolution bis zur Februarrevolution. 8 1^'
Bildung derOpposition
13.Febr.1S31Realisti-scher Auf-stand in derVendss
10. Mai 18S3
Louis Napo-leon
IS. Dez. 18M
Ministerium
Broglis
Viertes Kapitel.
Frankreich.
8 136. Das Julikönigtum und die Parteien. Die rasche Gestaltungder neuen Ordnung (tz 119. 120) war das Werk des Bürgerstandes, der,auf Erwerb und Genuß des Erworbenen bedacht, nur in einer von freienInstitutionen getragenen konstitutionellen Monarchie sein Heuund Ziel finden konnte. Verstimmt über diesen Ausgang, traten sowohldie Anhänger der Bourbons (Legitimisten) als die eifrigen Republi-kaner und Sozialisten (Z 139) der neuen Ordnung feindlich entgegen'jene, indem sie sich vom Hos und von den Staatsämtern fernhielten undin legitimistischen Journalen alle Handlungen und Pläne der Regierungverdächtigten, diese, indem sie durch geheime Verbindungen und Aufstands-versuche in Paris, Lhon u. a. O., später auch durch Mordanfälle auf LouisPhilipp die Herrschaft der „Bourgeoisie" zu stürzen suchten. Dazu kamenals dritte Gruppe die Bonapartisten. Solange der König den Grund-sätzen der Julirevolution treu blieb und sich aus den Mittelstand stütztewar seine Regierung ziemlich sicher. Selbst daß er nicht durch bewaffneteIntervention in Polen und Italien (Z 123. 124) die Losung zu einemeuropäischen Kriege gab, sah ihm der Bürgerstand mit Freuden nach, daer das Ziel seiner Lebenstätigkeit mehr bei friedlicher Entwicklung als Mstürmischen Kriegszeiten erreichen konnte. Dagegen entfremdete sich LouisPhilipp das Herz des Volkes, als er sich in Nachwirkung der orientalisch^Vorgänge (8 147) immer mehr den Grundsätzen der Bourbons und deralten Höfe näherte.
Nachdem die Legitimisten vergeblich die Uneinigkeit der herrschenden Parteien zu elst0-Demonstration zu benutzen versucht hatten, indem sie einen Trauergottesdienst für den ermordeteHerzog von Berry (ß 117) abhielten, wurde ein rohalistischer Aufstand durch die HerzoEvon Berry veranlaßt. Um ihrem Sohn, dem Herzog von Bordeaux, als Heinrich V. (8 1^'die Herrschaft wieder zu verschaffen, erschien sie im Mai 1832 in der Vendee und erhob votzhier aus den Aufstand. Aber die Regierung unterdrückte denselben und hielt die Herzogin, mdurch Verrat verhaftet worden war, so lange gefangen, bis sie eine Tochter geboren haM'die aus einer heimlichen Ehe mit einem sizilischen Grafen Lnchesi-Palli stammte. Dadurch wursie bei den französischen Legitimisten unmöglich und erhielt ihre Freiheit wieder. Die Legi-timisten zogen sich nun schmollend in die Vorstadt St. Germain zurück und wartetenZukunft.
Auch die Erhebung der Bonapartisten hatte keinen Erfolg. Am 31. Oktober womachte der Prinz Louis Napoleon Bonaparte (Z 39), der mit seiner Mutter Hortense amdem Schloß Armenberg am Zeller See bei Konstanz lebte, unterstützt von einigen Anhängerseines Oheims, in Straßburg den Versuch, durch einen Militürausstand den Julithron östürzen. Mit leichter Mühe überwältigt, wurde er, ohne vor Gericht gestellt zu werde 'nach Amerika gebracht. Am 6. August 1840 wiederholte Louis Napoleon den törichtVersuch, den bonapartistischen Adler wieder aufzupflanzen, indem er von England aueine Landung in Boulogne machte. Diesmal büßte er sein abenteuerliches Unternehmemit mehrjähriger Festungshaft im Schloß Ham, aus der er sich am 25. Mai 1846 in bbKleidern des Maurers Badinguet (daher kam sein späterer Spottname) durchFlucht befreite. So sicher fühlte sich aber die Regierung vor dem Gelingen bonapartistuMUmtriebe, daß sie es gleichzeitig wagte, die Asche Napoleons von St. Helena abholen Uim Jnvalidendome beisetzen zu lassen.
§ 137. Innere Geschichte bis 1840. Dem ersten Ministerium dermonarchie fehlte d« Einheit, weil alle, die zur Erhebung Louis Philipps bei-getragen hatten, berücksichtigt werden sollten. Neben dem Grafen Moll u"dem Herzog von Broglie, Männern von gemäßigt konservativen Grundsätze