306 Viertes Buch: Vvu der Julirevolution bis zur Februarrevolution. 8
Aug. 1846 übertragen. Allein dem Hofe war die demokratisch-konstitutionelle Staats-form und Verwaltung so verhaßt, daß im folgenden Jahr Palmelladurch eine Palastrevolution gestürzt und das Regierungssystem umge-staltet wurde. So trieb die Königin, beherrscht von Leidenschaft undVorurteilen und geleitet von den Einflüsterungen einer aristokratischenUmgebung, ein vermessenes Spiel mit der Ruhe des Landes, mit demGlück ihres Volkes und mit der Sicherheit des Thrones. Als daraus inOporto und anderen Orten neue Aufstände erfolgten, wandte sich Mariada Gloria um Hilfe an England und Spanien, welche durch bewaffnetesEinschreiten die Insurrektion niederschlugen, zugleich aber auch die KöniginE zum Erlaß einer Amnestie bewogen. Doch blieb das Land von weiterenErschütterungen nicht verschont.
Selim III.1789-18071- 18081792
kischer Krieg1806
23. Dez.27. Dez.
Sechstes Kapitel.
Die orientalische Frage.
8 146. Die Türkei und Ägypten seit 1792. Sultan Selim 1^'hatte nach dem Frieden von Jassy (Bd. III) vergebens seine Reformversucyzu verwirklichen gesucht. Seine Stellung gegenüber den Janitschast 'deren Macht er durch europäisch organisierte Regimenter (Nizam Djedst^einschränken wollte, machte ihn unbeliebt, dazu kam der Krieg mit Frau,reich wegen des Einfalls Bonapartes in Ägypten (tz 28) und schließt^Russisch-tür- ein neuer Kampf mit Rußland. Mehr und mehr unter dem EinstauFrankreichs stehend sperrte er den Bosporus und die Dardanellen Mdie russischen Schiffe und verletzte dadurch den Frieden von Jassy. Darm,brach 1806 der Krieg mit Rußland aus, das seine Truppen bereits rdie Donaufürstentümer hatte einrücken lassen. Sie siegten bei Grodaund besetzten Bukarest. Schon vorher hatten sich auch die Bulgaren audie Serben erhoben. Die letzteren eroberten unter Georg Petrowitsch EstÖGeorg ^ der schwarze Georg) und den Halbbrüdern Milan und12. Dez. 1806 Obrenowitsch nach glücklichen Kämpfen Belgrad. Da wurde Selim Ilst, ^29. Mai 180? Betrieb der Ulemas, der Geistlichkeit, abgesetzt und Abdul Hamids I.
Mustafa IV. zum Sultan ernannt. Napoleon gab im Frieden von Tstidie Donaufürstentümer an Rußland preis, wenn er auch eine West^Schwächung der Türkei nicht wünschte. Als sich nun der Seraskier (Krwg^minister) Mustafa Bairaktar, Pascha von Rustschuk, für Selim erhob, wur28. Juli 1808 dieser im Gefängnis ermordet; Bairaktar zog trotzdem nach Konstantins 'erstürmte das Serail und setzte an Mustafas Stelle dessen jüngeren BrM '28 . Jun Mahmud II. Dieser schlug einen neuen Aufstand des von den Jststscharen aufgereizten Volkes blutig nieder und ließ Mustafa IV. hinrichst 'sein Großwesir Bairaktar, von dem Volke in einem Turm eingeschwosprengte sich mit diesem in die Luft.
Mahmud II., der nun von den Türken als rechtmäßigeranerkannt wurde, hatte außer mit Rußland mit den Unabhängigstbestrebungen der Paschas und der christlichen Stämme zu tun, deren erteilweise Herr werden konnte. Als Österreich sich 1809 gegen den in
Nov. 1808
Mahmud II1808-1839
bedrängten Napoleon erhob (8 56), bestimmte es den Sultan zumgegen das mit Frankreich verbündete 58) Rußland. Indes die türklsstst'Heere wurden geschlagen, und nur durch die in Aussicht stehenden krE
1809