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Fünftes Buch: Von der Februarrevolution bis zum Jahre 1863.
Verhalten
Friedrich
WUHelmslV
Z 159,
Aeß'in'Prag k on g r e s s e s an, um eine allgemeine Stammesverbrüderung herbeizuführen. Dies^trat am 2. Juni in Prag zusammen, wo die Tschechen, nicht zufrieden mitgroßen Zugeständnissen, die ihnen die kaiserliche Regierung in Aussicht stell'ebenfalls die auf konstitutionelle Freiheit gerichtete Bewegung zur Erlangllder nationalen Unabhängigkeit zu benutzen versuchten und einen Aufstand erreg 'Italien'" 3n Italien erhob sich Mailand am 18. März; der österreichischemarschall Radetzky mußte nach einem hartnäckigen Kampfe mit seinendie Stadt verlassen und sich nach dem Festungsviereck zurückziehen. Auch ^nezien schloß sich nach der Kapitulation des österreichischen Festungskomluadanten Grafen Zichy der Erhebung an. Zu gleicher Zeit rückten die Piemo
tesen unter Karl Albert in die Lombardei ein (§ 180). So war der Kapstaat vollkommen gelähmt und zunächst unfähig, in die deutsche Bewegung "stimmend einzugreifen. ,
8 159. Die Revolution in Berlin. Der Sturz Metternichs ulldie Ereignisse in Österreich riefen auch in Preußen eine gewaltige ^wegung hervor. In Schlesien, Ostpreußen, Sachsen und im Rheinlanwurden erregte Volksversammlungen abgehalten; aus vielen Städten,sonders aus Breslau und Köln, gingen Petitionen an den König- AFriedrich Wilhelm IV. konnte sich nicht entschließen, in der VersassungsMden Forderungen seines Volkes rechtzeitig nachzugeben. Die am 7. "Mvom Könige bei der Entlassung der vereinigten Ausschüsse (§gekündigte regelmäßige Einberufung der Vereinigten Landtage befriedignicht mehr; und obwohl der König schon am 14. März im Prinzip den vfassungsmäßigen Staat als notwendig anerkannt hatte, zögerte er mit depVerkündigung, weil die Zusammenrottungen, die mehrere Abende Pu .einander in Berlin stattfanden, und zu deren Zerstreuung militärMEinschreiten angeordnet werden mußte, den Verdacht schmählicher Aa lgiebigkeit erzeugen konnten. Inzwischen stieg die Aufregung immer M^ 'und die radikalen Elemente beschlossen am 18. März eine große -7 .monstration vor dem Schlosse. Da erschien am Morgen des 18-kesV7r°N-das in der Nacht entworfene „Patent wegen beschleunigter Er .tsnLandtagstzerusung des Vereinigten Landtags". Es enthielt ein klaProgramm sowohl für die deutsche wie für die preußische ResM' ^für Deutschland forderte es den Bundesstaat, vorläufige Bundesreprästtatiou, aus den Ständen aller deutschen Länder gebildet und unver-'Z^.lich einzuberufen, allgemeine Wehrversassung nach dem Musterpreußischen, ein Bundesheer unter Bundesseldherren, eine Bundesstaßö'deutsche Flotte, Bundesgericht, Beseitigung aller Zollschranken, Preßsterh ^
Für Preußen enthielt es das Anerkenntnis, „daß eine Bundesrepräsentaneine konstitutionelle Verfassung aller deutschen Staatennotwenerheischt, damit die Mitglieder jener Repräsentation ebenbürtig veeinander sitzen." Als dieses Patent bekannt wurde und die weitere Naricht kam, daß die Minister des absolutistischen Regimentes entlassen .Männer liberaler Gesinnung, wie Camphausen, Auerswald u. a-, ernaseien, herrschte in Berlin großer Jubel. Von allen Seiten strömten,^Bürger vor dem Schlosse zusammen, um der allgemeinen Freuds udie Zugeständnisse lauten Ausdruck zu geben. Dem König, der m»Bürgermeister Naunyn auf dem Balkon erschien, wurde eine große Ovadargebracht.
Danach gingen die Bürger nach Hause; zurück blieben die Arv .und jene Elemente, welche die Demonstration geplant hatten
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