Band 
Vierter Band.
Seite
330
JPEG-Download
 

330

Fünftes Buch: Bon der Februarrevolution bis zum Jahre 1863.

Beisetzungder Gefalle-nen

Posen

scheu Aufzuge nicht den Anfang einer zielbewußten Politik, sondern eine jenephantastischen Überstürzungen, an denen Friedrich Wilhelm IV. so reNwar. Als später in Frankfurt in der Paulskirche ein pommerscher^ 'geordneter den König von Preußen als Reichsverweser vorschlug, erschoHohngelächter von den Bänken der Linken (Z 162). Die Idee einepreußischen Vorherrschaft, mochte damit auch „ein Aufgehen Preußens iDeutschland" verbunden sein, war damals höchst unvolkstümlich und oeAugenblick, wo sie verkündigt wurde, unglücklich gewählt.

Die feierliche Beisetzung der gefallenen Volkskämpfer in ein gewew-sames, von den Barrikadenstreitern eigenhändig gegrabenes Riesengraauf der höchsten Stelle des Friedrichhaines am 22. März bildete deSchluß dieser ereignisvollen Berliner Märztage, die Preußen imscheidenden Augenblicke lähmten, seinen deutschen Berns zu erfüllen. ^ ,demselben Tage (es war sein Geburtstag) begab sich Prinz Wilhelm,den sich bei der Nachgiebigkeit des Königs der Haß der Massen besonderrichtete („Kartätschenprinz"), und dessen Palast nur mit Mühe durch ^Kreideaufschrift „Nationaleigenturn" vor Zerstörung gerettet worden wa 'aus Befehl des Königs nach England.

§ 16V. Posen und Schleswig-Holstein. Die in die Amnestie eiwgeschlossenen Polen, unter ihnen Mieroslawski, schürten nun in P">den Aufstand. Nicht zufrieden mit einer von der preußischen Regiern överheißenen und angeordneten Reorganisation des Landes, tvontzdie deutschen Distrikte abgelöst und mit den benachbarten Provinzen vereinigdie polnischen Landesteile dagegen unter eine nationale Verwaltung 6stellt werden sollten, machten die Polen Ansprüche aus Wiederherstelltdes ganzen Reiches, wie es vor der ersten Teilung gewesen war. Sel >die weitgehenden Zugeständnisse des von der Regierung in die Prt ogesandten Generals von Willifen vermochten die Polen nicht zum Friedszu bringen. So kam es denn zu einer Reihe von Kämpfen, die bis Zt13. Mai dauerten. Die Insurgenten erlagen schließlich der Tapferkeit opreußischen Truppen; über die Provinz wurde das Kriegsrecht verhäng'Noch schwieriger gestaltete sich die schleswig-holsteinische(Z 135). Der König von Dänemark, Christian VIII., war am 20. Javtz1848 gestorben, und sein Nachfolger, Friedrich VII., wurde durch ^revolutionäre Bewegung in Kopenhagen von der Partei der Eiderdan22 .Mürzi 848 gezwungen, die Einverleibung des Herzogtums Schleswig in das Königreich auszusprechen. Dagegen bildete sich in den beiden Herzogtüwsunter dem Eindrucke der Märztage eine provisorische Land es reg irung, an deren Spitze Wilhelm Besel er stand; dies wurde die Lösnzu einer Trennung von Dänemark und zu einem blutigen Kriege-deutsche Volk nahm sich des von den Dänen angegriffenen Landes an, adie kleine, aus regulären Truppen und Freiwilligen bestehende schleswwholsteinische Armee bei Bau geschlagen worden war und sich uachFestung Rendsburg zurückziehen mußte. Infolge eines Bundesbeschffo'vom 3. April, welcher die Wahrung der deutschen Rechte aus ^

die Hände Preußens und der Staaten des X. Armeekorps legte, rückte28 . sipru preußisches Korps unter Wrangel über die Eider, schlug die Dänen ^Schleswig und eroberte das Danewerk. Am 1. Mai überschritt Wrangauch die Grenze Jütlands. So war Preußen und Deutschland hwr

Schleswig

Holstein

24. März

9. April