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Charakterder Natio-nalversamm-lung
Partei-
stellungen
Fünftes Buch: Von der Februarrevolution bis zum Jahre 1863.
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Der Bundestag aber und die einzelnen Regierungen erkannten diedes Vorparlamentes an, wonach die Provinzen Schleswig, Ost- und Westpreupund die deutschen Teile der Provinz Posen in den deutschen Bund aufgenommwerden, und am 1. Mai eine deutsche Nationalversammlung in Frankfurt a. ^zur Bildung einer neuen deutschen Verfassung zusammentreten solle, zu der vdem deutschen Volke auf ca. 50 000 Seelen ein Abgeordneter zu wählen ^
Am 18. Mai wurden die Sitzungen dieser verfassunggebende
-Nationalversammlung eröffnet. Die durch Talent, Bildung unBeredsamkeit ausgezeichnete Versammlung in der Paulskirche zu Fra" 'fürt sowie die würdevolle Gestalt und Haltung ihres ersten, kraft- untaktvollen Präsidenten, Heinrich von Gagern, waren ein ehrenvollAusdruck deutscher Kultur und Gesinnung. Aber in seiner Zusainme -setzung war dieses erste deutsche Parlament doch eine etwas einseitigetretung des deutschen Volks. Der Gelehrtenstand überwog durchaus un ^den 586 Abgeordneten (es sollten 605 sein, doch verweigerten die öfleireichischen Slawen die Wahl), während der größere Grundbesitz, die Idustriellen und Kaufleute nur sehr schwach vertreten waren. Man M104 Gelehrte, 12 Literaten, 100 richterliche Beamte, 95 Advokat^124 Verwaltungsbeamte, 18 Geistliche, 15 Ärzte, 10 Militärs, 34 Gu -besitzer, 13 Industrielle und 15 Kaufleute.
8 162. Die Zentralgewalt. Die deutsche Bewegung, obwohlGrund aus demokratisch, „hielt doch ehrfurchtsvoll still vor den Throne Zein Beweis, daß das Streben der Nation im großen und ganzen nicht"republikanische Staatsformen hinausging, sondern nur auf einStaatsleben mit nationaler Einheit, unter welcher die Einzelstaatenihren gewohnten, mannigfaltigen Formen fortbestehen könnten. Die Meyzahl der Nationalversammlung in Frankfurt erkannte dieses Ziel uvermied die Abwege, aus welche die rührige radikale Minderheit die Psammlung zu reißen versuchte, indem sie fremdartige Gegenstände vor WForum führte, wie z. B. den Streit zwischen der Bürgerschaft und opreußischen Militär in Mainz, worüber die Versammlung zur Tagesordnuüberging. Aber bei dem heftigen Widerspruch, welchen der von den l? ^traueusmännern (ß 157) ausgearbeitete Verfassungsentwurf bei ewgroßen Teil der Nation erfuhr, und bei den stürmischen Ereignissen, desich die von allen Seiten angerufene Versammlung nicht ganz zu ^ziehen vermochte, rückte das Werk nur langsam voran. Wurden ^Beratungen anfangs durch die ünbekanntschaft der Mitglieder WH ^parlamentarischen Formen und die Unklarheit des Zieles geheiMnHstörte später, nach Ausbildung der Parteistellung, auch die Verschie ,artigkeit der Zwecke das einmütige Handeln. Diese Parteistellungzuerst scharf hervor bei der Beratung über die Zentralgewalt- ^
Die Linke (Robert Blum, Vogt, Rüge u. a.), auf eine republitanü^Staatsordnung ausgehend und auf dem Grundsätze der Volkssouverän ^fußend, verlangte eine aus dem Schoße der Nationalversammlung he ^gehende und ihr verantwortliche Vollziehungsgewalt ohne Mitwirkung ^Regierungen; die Rechte (v. Radowitz, v. Vincke, Fürst Lichnoivsky)ein Teil der Mitte (Dahlmann, Gervinus, Arndt, Beseler, -Umann, Jakob Grimm u. a.), eine Vereinbarung der Regierungund der Volksrepräsentanten erstrebend, kamen in dem Gruüberein, daß bei der Einsetzung einer Zentralgewalt die Regierungen ^die Nationalversammlung Hand in Hand gehen müßten. Zu dem