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Robotgesetz
31. Aug.
Einfluß derArbeiter
Ungarn undSüdslawen
Nationale
Bestrebun-
gen
l 168-
Fünftes Buch: Von der Februarrevolution bis zum Jahre 1863.
der französischen konstituierenden Versammlung am 4. August 1789, ^
auf Abschüttlung aller Feudallasten, aus Vernichtung aller grundherrlichenund auf Ablösung aller Untertänigkeitsverhältnisse und dgl. m. ohne Enschädigung hinauslief. Zwar wurde der Antrag nach vierwöchigen Debatdahin ermäßigt, daß für einige der abzulösenden Lasten Entschädigungwerden solle, für andere nicht, aber immerhin war der am 9. September du -kaiserliche Bestätigung mit Gesetzeskraft versehene Beschluß ein folgenreichesgriff in die Gerechtsame und Vermögensverhältnisse der österreichischen Grünbesitzer. . . „
Bei der großen Mannigfaltigkeit dieser Lasten, Abgaben und Leistungen und bnSchwierigkeiten, die der Ablösung im Wege standen, konnte das Gesetz nicht sogleich sAusführung kommen, zumal da durch die Übernahme der Entschädigungen auf die Sloalasse der mißlichen Finanzlage des Kaiserreichs neue unabsehbare Belastungen inficht gestellt wurden. Auch bei der Revision des „Rekrutierungsgesetzes" 8^der Reichstag dem Grundsatz der Gleichheit vor dem Gesetze, indem er die BefreiungAdels von der Militärpflicht aufhob, die Dienstzeit von acht auf fünf Jahre herab!»und an die Regierung das Verlangen stellte, den bisher üblichen Vorbehalt der OW. ^stellen für den Adel aufzuheben. Nicht minder stürmisch waren die Verhandlungen ^Prüfung des Staatshaushalts und Bewilligung der Steuern und Anlehen, und ehebeabsichtigte Beratung der „Grundrechte" vor sich gehen konnte, trat eine Wendung 'die auf das Schicksal des Reichstags entschiedenen Einfluß hatte. (Z.169.)
Während dieser Beratungen war die Kaiserstadt der Schauplatz unauihorlicher Bewegungen. Bei der durch die Stockung der Geschäfte in eine verzwenLage gekommenen unteren Volksklasse fanden die radikalen Volksredner egünstige Gelegenheit, durch Bildung von Arbeitervereinen, durch Reden, Z^ituu»artikel, Maueranschläge und Flugblätter eine stete Aufregung zu erhalten. 2veder „Sicherheitsausschuß" mit der „Sicherheitswache" noch die „Stubenlegion", noch auch die Wiener „Nationalgarde" traten diesem Treiben kras^entgegen; alle diese Körperschaften bestanden großenteils aus Demokraten,entweder mit den Arbeitern sympathisierten oder doch Scheu trugen,Popularität aufs Spiel zu setzen. So kam es, daß Pöbelscharen mehr umehr Einfluß auf das Staatsleben übten: sie hemmten die Anwerbungen ldie italienische Armee, damit ihre Menge nicht vermindert würde, sie ertrotzZuweisung öffentlicher Arbeiten von feiten der Regierung und bestimmtenTaglohn. AIs die Beschäftigung der brotlosen Arbeiter an den öffentlichen Ästr .dem Staat und der Gemeinde unerschwingliche Lasten zu bereiten drohte, st?,der Minister Schwarzer den Arbeitslohn um fünf Kreuzer herab. Diese stregel führte die blutigen Auftritte vom 23. August herbei, bei welchen st"die Bürger selbst ohne militärische Beihilfe die öffentliche Ruhe wiederhersten
§ 168. Die Vorgänge in Ungarn bis z« den Oktobertagen in
Da riefen die Vorgänge in Ungarn in Wien eine neue, furastd ^Empörung hervor. Gegen den von Ungarn (Z 158) drohenden Kriegdie österreichische Regierung einen unerwarteten Bundesgenossen in ^
slawischen Volksstämmen des Südens, den Kroaten, Slavoniern
ich-
Grenzern, welche, bisher mit den Magyaren zu einem Königrec ^Ungarn verbunden und im ungarischen Reichstag vertreten, jetzt, ^die panslawistischen Bestrebungen (Z 158) aufgereizt und durchParteilichkeit der Magyaren in ihrem Nationalgesühl verletzt, Trenr> ^von Ungarn und ein selbständiges Staatswesen unter dem kaiseruwReichsministerium verlangten. Für Ungarn drohte der Abfall aller nimagyarischen Stämme.
„Gleichberechtigung der Nationalitäten" wurde nun die E I ^aller Volksstämme von den Karpaten bis zur Save und Donau. Dermut der Magyaren, welche die beim Reichstage und in obrigkeitlichen Er