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Vierter Band.
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Fünftes Buch: Von der Februarrevolution bis zum Jahre 1863.

tz 16S.

3. Okt.

Aufruhr inWien

6. Okt.

und blutigsten Art nahm seinen Anfang. Durch den Rücktritt des Erzherzogei. Sept. Stephan von der Würde eines Palatins und durch Batthyanyis unEötvös' freiwilligen Verzicht auf ihre Ministerftellen kam die Leitung gänzlich >die Hände Kosfuths und der magyarischen Eiferer. Die Ermordung des28.Sept.i848 Oberbefehlshaber der ungarischen Truppen ernannten Grafen Lamberg aus oSchiffbrücke gab ein schreckliches Zeugnis von der in Ungarns Hauptstadt herrschendeWut. Diese Schreckenstat sowie die fast gleichzeitige Kunde, daß Graf Zsa)^des Kaisers Kommissar bei Jellachich und seiner Armee, von dem MagyarenführeGörgey als Verräter standrechtlich durch den Strang hingerichtet worden ,hatte die Auflösung des ungarischen Reichstages, die Erklärung des Kneg ^zustandes über das ganze Königreich und die Übertragung der Oberbefehlshaber^würde über alle kaiserlichen Truppen in Ungarn und den Nebenländern an deBanus Jellachich zur Folge.

8 169. Die Oktobertage in Wien und Wiens Fall. Diese Er-eignisse in Ungarn und den slawischen Ländern gaben in Wien die 2>er^anlassung zu einer Erhebung, die alle früheren Auftritte an Umfang nuWut weit überbot. Die Wiener Bevölkerung, voran die Studentenlegwu,die Zöglinge der polytechnischen Schule und viele Nationalgardeu, suchden Abmarsch der nach Ungarn beorderten Truppen gewaltsam zu hindern,die Eisenbahn wurde teilweise zerstört, einige Kanonen erobert und erblutiger Kampf eröffnet. Die ganze Stadt war in Aufruhr; allenthalbewurden Barrikaden errichtet. Das Militär, verführt und dem ungarischeKriege abhold, ging zum Teil zum Volke über; andere waren lau im Wider^stand. In der Stephanskirche und im Hofe des Kriegsgebäudes war der Kaumam heftigsten, der Boden mit Leichen bedeckt. Das Kriegsgebäude wurendlich erstürmt und der im vierten Stockwerk in einem Versteck entdeckMinister Latour von dem rasenden Haufen in unmenschlicher Weise ^mordet; der Leichnam wurde, in ein Tuch gehüllt, an einen Laternen-pfähl aufgeknüpft. Diese schrecklichen Ereignisse machten auf den iSchönbrunn weilenden Kaiser einen erschütternden Eindruck und der-anlaßten ihn von neuem zur Flucht. Mit Hinterlassung eines Manifestesworin er sich beklagte, daß alle Beweise von Liebe und Güte, ohne Amerkennung geblieben seien, und kundgab, daß er die Nähe der Hauptst^!„wo die Anarchie ihr Äußerstes vollbracht habe", verlasse, „um ÄÜtllOkt. 1848 zu finden, dem unterjochten Volke Hilfe zu bringen", reiste der Kmstnach der mährischen Stadt Olmütz, die sich der Hof zur neuen Restde »ausersehen hatte. Die Entfernung des Kaisers war der Anfang erstsluchtähnlichen Auswanderung der vornehmen und wohlhabenden Er -wohner; dafür strömten die Männer der Bewegung, die neuen Apollder Anarchie zu allen Toren ein. Das Ministerium war seit LatoMtragischem Ende zerstoben, nur der Minister Kraus verharrte aufseruegefahrvollen Posten. Der Reichstag hatte einen großen Teil seiner Mitgüedurch die Flucht eingebüßt, die übrigen hielten unter dem VizepräsidentSmolka ihre Sitzungen in Permanenz und suchten durch Ernennu öeiner Sicherheitskommission dem wilden Treiben der Demokratevereine und der Legionäre der Aula einige Schranken zu setzen.

Inzwischen nahm der in Wien kommandierende General v. Au erperg mit seinen Truppen auf dem kaiserlichen Belvedere und rSchwarzenbergschen Garten eine feste, drohende Stellung; zu lsterwZeit näherte sich Jellachich mit einem großen Heer von Kroaten nGrenzern, und in Böhmen machte der Fürst Windischgrätz kriegerrs

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