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Vierter Band.
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Fünftes Buch: Von der Februarrevolution bis zum Jahre 1863.

Z1KS.

23. Oktober stellte, waren so hart, daß sie verworfen wurden. Die Ent-scheidung beruhte jetzt auf den Waffen. ,

Wiens Fall Von beiden Seiten wurden daher die kriegerischen Kräfte aufs äußerste angespvv 'Bem, Mefsenhaufer und Fenneberg leiteten die Verteidigungsanstalten, der dekratische Zentralausschuß bildete zwei Freikorps, die mobile Garde und das Elitenkorp^worin auch die Frankfurter Parlamentsmitglieder Robert Blum und Julius FröDienste versahen. Über eine Woche wurde der Kampf mit der größten Erbitterungund Nacht fortgeführt. Der Zorn der Soldaten wuchs mit dem Widerstand;

sonders brannte daS Regiment Latour, das mit umflorten Fahnen einherzog, vor

Per-

Sv. Okt.

langen, den Tod des Generals zu rächen. Am 28. und 29. Oktober war der KaiNpk ^heißesten; schon waren die Außenwerke und Vorstädte erobert, den Insurgenten gebrachan Lebensmitteln und Kriegsvorrat, die Stadt war unhaltbar. Der Gemeinderat,nmehr die einzige gesetzliche Obrigkeit, da der Reichstag durch kaiserliche Botschaftund auf den 15. November nach dem mährischen Städtchen Kremsier einberufen wor2 S. Okt. war, beschloß, die Stadt auf Gnade und Ungnade, wie der Sieger verlangte, zu übergcAm Abend begann schon die Ablieferung der Waffen, und am 30. Oktober rücktenTruppen von allen Seiten bis zum Glacis vor. Da sah um zwei Uhr ein WächterStephansturm gegen die ungarische Grenze hin Pulverdampf aufsteigen. Wie ein ,verbreitete sich die Nachricht: „Die Ungarn kommen!" und weckte von neuem den KriegsmDer Vertrag wurde gebrochen, die abgelieferten Gewehre den Zeughäusern wieder entnoMM 'die Kanonen auf die Wälle gepflanzt und neue Ausfälle gewagt. Die Stadt war ^in den Händen des Proletariats und verzweifelter Rotten von Freischaren. AberHoffnung der Insurgenten wurde getäuscht. Zwar waren die Ungarn wirklich im Anwari 'aber ihr großenteils aus einem raschgebildeten Landsturm von jungen Leuten bestehend^ vwurde von den Kroaten und dem österreichischen Militär an der Schwechat mit großem wergeschlagen und znm schnellen Abzug nach Preßburg gezwungen. Mit doppelter Wut lssv3i. Okt. nunmehr die Kaiserstadt von den über den Treubruch empörten Soldaten von neuem .Der Widerstand war schwach und von kurzer Dauer. Die Truppen drangen bis zumPlatz vor und auf den Hof des Kriegsgebüudes, wo der Laternenpfahl, an dem Latours Vegehangen, umgestürzt und zertrümmert wurde. Wien bot einen Anblick des SchreckensJammers dar.

Am 2. November hielt Jellachich seinen Einzug in die erobeiStadt. Windischgrätz wie Schwarzenberg wußten Wohl, daß die BürgWiens unter dem furchtbaren Terrorismus der Radikalen sich ^Kampfe gegen das Heer gar nicht hatten ausschließen können; trohdeaber begann die eiserne Herrschaft des Schwertes. ^

Mefsenhaufer, der von der Wiedererneuerung der Feindseligkeiten ernstlich n 3mahnt hatte, und viele Barrikadenhelden fanden ihr blutiges Ende. Am meisten errR: Blum aber die Deutschen die Erschießung Robert Blums, des Führers der FrankfurterblN

Blum, in Köln unter ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, hatte sich -icheliaußerordentliche» Fähigkeiten zum beredten Vorkämpfer der religiösen und Pv»Freiheit herangebildet, hatte sich in dem Leipziger Aufstande 1845 (I 134) durchsonnenheit, mit welcher er ihn einzudämmen verstand, hervorgetan und war .von der Stadt Zwickau in das Parlament gewählt worden. Hier hatte er durch ^ganzes Auftreten und die Macht seiner agitatorischen Tätigkeit großen EinflUo ^Wonnen. Von dort war er nun, nicht von dem Frankfurter Parlament, sondern ^der Fraktion der Linken mit einer Deputation abgesandt, nach Wien gekommen ^hatte an den Kämpfen teilgenommen. Bei seiner Verhaftung und bei demVerhör berief er sich auf seine Eigenschaft als Mitglied der Frankfurter ReichsversanMiAn ihm besonders aber glaubten Windischgrätz und Schwarzenberg ein abschreckendesgeben zu müssen; sie ließen ihn zum Tode verurteilen, wozu ihnen das formale ^wohl zustand. Robert Blum ist mit derselben Ruhe, die er so oft auf der Trlbu ^wiesen hatte, den Todesweg gegangen. „Seine Totenfeier" aber wurde für ^me ^Partei eine Art Erkennungszeichen, und die großartige Unterstützung, die seiner Fra ^seinen Kindern zuteil wurde, bewies die Bedeutung, welche er und sein Tod 1 ^Demokraten hatte. Julius Fröbel wurde nach angstvollen Schweben zwischen Le eTod einige Tage später unverletzt entlassen. Bem rettete sich nach Ungarn.

^Kremsär^ Am 22. November wurde dann zu Kremfier der Reichstag vo ^neuen Ministerpräsidenten Felix von Schwarzenberg mit er