Zweites Kapitel: Die Revolution in Deutschland.
355
Eingreifen
Preußens
8 17k.
hinter ihren festen Stellungen; das alte Opernhaus und ein Teilmit wertvollen Sammlungen gingen in Flammen auf. Schrittweiseder ^ie Truppen die Stadt erobern, von den Dächern und aus den FensternGew unterhielten die Scharfschützen der Aufständischen ein ununterbrochenesEndi'^ferwr, und die Barrikaden boten einen sicheren Schutz und Hinterhalt,über v' i>ie Tapferkeit und überlegene Kriegskunst des preußischen MilitärsDu»? r ungeordneten, schlecht geleiteten Freischaren; als die Truppen, vom«Nr b' ^ Äacht begünstigt, am 9. Mai den Postplatz und die große BarrikadeHand Altmarktes erstürmt hatten, minderte sich allmählich der Wider-
des N,'kurzem waren die Straßen geöffnet und die Stadt in der GewaltMt "Velars. Ein über Dresden und die Umgegend verhängter Belagerungs-leichterte der Regierung die Wiederherstellung der Ruhe und die Unter-entk ber Pöbelherrschaft. Einige der Schuldigsten, darunter Tzschirner,
der k>urch die Flucht, andere, wie Heubner und der Russe Bakunin, einer
^isgsten Förderer des Aufstandes, wurden zum Tode verurteilt, aber zubänglicher Haft begnadigt; jener wurde später freigelassen, dieser an Ruß-
° ausgeliefert.
D ^176. Das letzte Ringen der Frankfurter Neichsversammlung.traf ^tzipstzarlament. Die ersten Gerüchte von den Vorgängen in Sachsendie Frankfurter Nationalversammlung bei der aufgeregten Beratunghalt Antrag der Linken, daß das Militär der zur Reichsverfassung Mai Em . ändert Staaten aus diese Verfassung vereidigt werden solle. Das^ .lnisterium bekämpfte diesen Vorschlag. Die Nachrichten von demdie s/^en der Preußen in Sachsen steigerten die Aufregung und brachtenAeichsnnnister und die Fürsprecher gesetzlicher Mittel in eine schlimmeein? P^müber der Linken, die zu entschiedenem Handeln drängte. Vorsän/ Unterstützung der Revolution durch das moralische Gewicht der Ver-lnng schreckte Gagern doch zurück. Auch in der bayerischen PfalzDie Bewegung „zur Durchführung der Reichsversassung" ausgebrochen.
Pfalz"'teiln
, Linke verlangte, die Versammlung solle die Erhebung Sachsens und derdie eine Durchführung der Reichsversassuung und folglich die Her-i'äit^? ^ Aeichsfriedens gegen die „renitenten Regierungen" bezweckte, aufs^en/r Pützen; die „Weidenbuschpartei" machte den Versuch, mit der^»^Mwalt gemeinschaftlich einen mittleren Weg zu gehen, indem siedcrsstn daß sie nur gesetzliche Mittel zur Geltendmachung der Reichs-Lanb gestatten, dagegen aber jedem Einzelstaate, der in einem andernento ^ine zu diesem Zwecke entstandene Bewegung unterdrücken wolle,mg^bntreten würde; der Erzherzog versagte diesem Gagernschen Pro-letu° ^ ^ine Zustimmung. Dadurch verlor die gemäßigte Partei ihrendurch/:- so kam es, daß in der Sitzung vom 10. Mai ein Beschluß
Sieg derLinken
Bug, welcher der Nationalversammlung den Todesstoß versetzte.
i>ü
Der
dr» k'^Ichkuß lautete: 1. „Dem schweren Bruche des Reichsfriedens, welchen Reichstags-schulden , ^ Regierung durch unbefugtes Einschreiten im Königreich Sachsen sich hat zu- gegen^
L. kommen lassen, ist durch alle zu Gestüte stehenden Mittel entgegenzutreten. Preußendes Bolk- ^"s^chterhaltung der öffentlichen Ruhe und Sicherheit sind diejenigen Bestrebungen^kfassuu^ seiner Vertreter, welche zur Durchführung der endgültig beschlossenen Reichs-^ovisorUe», jeden Zwang und Unterdrückung in Schutz zu nehmen. Die
iche Zentralgewalt ist zur Ausführung dieser Beschlüsse aufzufordern."
Prow??^ einige Zeit lebte die Nationalversammlung im Siechtum dahin,ihrer n Anträge tauchten in Menge auf, scheiterten aber alle an^i der "?^nhrbarkeit. Aller Augen waren auf Gagern gerichtet, derobwaltenden Schwierigkeit, ein neues Ministerium zu bilden, immer
28 *