358 Fünftes Buch: Von der Februarrevolution bis zum Jahre 1863. 8 ^
würden, solange das Militär der Regierung treu blieb, suchten sie die Soldatenzum Abfall zu verführen. Dabei kam ihnen die Einreihung vieler jungerII. Mai 1S4S die den Heckerzug mitgemacht hatten, zu statten, und so erfolgte denn in Rast^eine Soldatenempörung. Die Anstrengungen des Kriegsministers Hofman 'die Revolte niederzuwerfen, blieben erfolglos; er mußte mit den meisten lA?zieren fliehen und die Festung in den Händen der Meuterer lassen. Am 13.
13. Rar wurde auf einer großen Volksversammlung in Offenburg von dem „Lande
kongreß" die alsbaldige Verschmelzung des stehenden Heeres mit derunter selbstgewählten Führern beschlossen und ein Landesausschuß crrsth 'der die Durchführung der Reichsverfassung, „wie sie nun nach der durch "Ereignisse beseitigten Oberhauptsfrage feststehe", bewirken sollte. An demsewTage kam es auch in Karlsruhe zu schlimmen Exzessen der trunkenen Soldaten,die Offiziere suchten Rettung in schneller Flucht; der mutige Prinzschwebte in Lebensgefahr, und der Großherzog mußte daS Schloß verlassen. ^schützt durch die Nacht gelangte er nach dem elsässischen Städtchen Lauterburgiststnächsten Tage folgten die Staatsminister. So war der Landesausschußdes Landes; er nahm von der Hauptstadt Besitz, und Brentano, das Haupt
14 . Mai provisorischen Regierung, gab vom Balköne des Rathauses die Versicherst
der Landesausschuß werde seine Tätigkeit aus die Erhaltung der öffentlichSicherheit und die Durchführung der Reichsverfassung beschränken.
§ 178. Krisis und Ausgang. Der Sieg der Radikalen in Badenkonnte nur dann der republikanischen Sache zur Herrschaft verhelfen, wenes gelang, die benachbarten Staaten in den Strom der Bewegung hineinzureißen. Darum wurde sogleich mit der Pfalz ein Bruderbund ß'schloffen und Hessen-Darmstadt, Nassau und Württembergdurch demokratische Aufwiegler in Gärung versetzt. In Zusammenhangdamit stand auch die revolutionäre Bewegung am Niederrhein und rWestfalen, obwohl deren Führer besonders der durchweg monarchisch g^sinnten Bevölkerung Westfalens, die nur die Annahme der ReichsverfassWöund der Kaiserkrone durch Friedrich Wilhelm IV. wollte, ihre eigentlich^Pläne geheimgehalten hatten.
Eine Volksversammlung in Ober-Laudenbach an der Bergstraße sobw ^Ausgang der revolutionären Bewegung in Hessen sein. Aber die greustchErmordung eines geachteteten Darmstädter Beamten (Regierungsdirigentder die Versammlung in den Schranken der Gesetzlichkeit halten wollte, emp^cso sehr alles sittliche und menschliche Gefühl, daß die Bevölkerung ^
allem das Militär sich von einer solchen Sache abwandte, und die badffVTruppen, die mit klingendem Spiele in das Land einrücken wollten, mitschen empfangen wurden und in eiliger Flucht nach Heidelberg zurückkehren mußtest-Einen geeigneteren Boden für die Revolution schien Württemberg zu biet ?als Heckers Freund, Fickler, und andere Aufwiegler aus Baden sich dort ^fanden, das Rumpfparlament nach Stuttgart übersiedelte und eine auf den PtzWmontag nach Reutlingen ausgeschriebene Volksversammlung die Rolle der Omburger zu spielen drohte. Da rettete Minister Römer durch energisches Hnst„das Land vor der Revolution. Das Rumpfparlament wurde ausgewiesen (8 iFickler verhaftet und auf den Asperg gebracht, denund einheimischen Demagogen Einhalt getan, und dasRömer, dessen Name ihm die Bürgschaft war, daß
Reaktion im Spiele sei, widerstand der Empörung. ^ „
So blieb die Revolution auf die Pfalz und Baden beschränkt; awährend wan sich hier ohne Erfolg abmühte, eine irgendwie haltbare F"für alle revolutionären Elemente zu finden und die aus demokratischsi. Mai Minderheitswahlen hervorgegangene konstituierende badische Landesversaw
Hegen-
Darmstadt
Württem-
berg
ausaewiejenUmtrieben der frei" ,Volk, im Vertrauen «mkeine freiheitgefährde