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Fünftes Buch: Von der Februarrevolution bis zum Jahre 1863. 8
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AbdulMedschidI83S-1861
Frage derheiligen
und Frankreich nicht fürchtete, England in sein Interesse zu ziehen. Er gdem britischen Gesandten in Petersburg, Lord Seymour, zu verstehe 'daß England als Preis eines Bündnisses Ägypten und Kandia gewinnkönnte. Allein das kluge Jnselvolk ließ sich durch die lockende Aussmnicht blenden: der Fortbestand der Türkei schien ihm sür dasgewicht Europas eine notwendige Bedingung: mit dem Besitze Konstlw'tinopels wäre der levantische Handel ausschließlich in die HändeRussen gekommen; eine Machtvergrößerung, wie sie Rußland dmH ^Eroberung der Balkanländer erlangt hätte, bedrohte die Sicherheit aüübrigen Staaten. Dennoch beharrte der Zar aus seinem Plane. Er bauauch auf den Zwiespalt zwischen der mohammedanischen und christlichen Avölkerung des türkischen Reiches, welch letztere ihn als ihren Schirrn^verehrte. Zwar durften die christlichen Untertanen des Sultans ungest^ihres Glaubens leben, wenn sie nur die Kopfsteuer entrichteten, aberschwache Regiment AbdulMedschids konnte in den entlegeneren Provinznicht immer dem Fanatismus der Mohammedaner Einhalt tun. Nun ,standen alte Verträge (z. B. Kütschük-Kainardschi, Bd. III), die dem russis^Kaiser ein gewisses Schutzrecht über die Christen griechischen Bekenntnis)einräumten, und Nikolaus ließ keine Gelegenheit vorübergehen, kraft ^sehr unbestimmten Festsetzungen sich in die religiösen Streitigkeitentürkischen Reiches einzumischen. In Konstantinopel führte der rusftl^Botschafter eine Sprache, als ob der Zar der rechtmäßige und an er kannProtektor der griechischen Christenheit des Orients wäre. Auf ftlcySchutz bauend betrachteten sich die Christen griechischer Konfession in ArSE°n als die alleinberechtigten Besitzer der heiligen Stätten n
wollten die Wallfahrer römisch-katholischen Glaubens entweder von dwlausschließen oder nur unter gewissen Bedingungen zum Besuch Zulasst 'So kam es in der heiligen Grabkapelle oft zu blutigen Händeln zwisw^den beiden Konfessionen. Frankreich, das seit dem Jahre 1740 ein ätz 'liches Schutzrecht über die römisch-katholischen Christen Palästinas bestbwie Rußland über die griechischen, kümmerte sich nur selten um diese P"E jso daß die letzteren die Oberhand erlangt hatten. Dies tatsächliche Verhä^nis suchte nun Nikolaus zu einem rechtlichen zu erheben. Aber eineStellung als alleiniger Protektor aller Christen im Türkenreich hätte deSultan die Herrschaft über dieselben entzogen und ihn in den AugenMohammedaner herabgewürdigt. Es waren gerade vier Jahrhunderte vflössen, seit Mohammed II. dem byzantinischen Reiche ein Ende geuw Ihatte (II, § 383): eine alte Prophezeiung, die jetzt geflissentlich ausgestrewurde, daß nach vierhundert Jahren der Halbmond von der Hagia SoPyverschwinden würde, sollte die Welt auf ein großes Ereignis vorbereiund enthüllte die letzten Pläne des russischen Kaisers. -
§ 199. Der Ausbruch des russisch-türkischen Krieges. TrotzI.kühlen Haltung Englands beschloß der Zar, gegen die Türkei VorzugeyEr stellte seine Pontusflotte in Sewastopol zum Auslaufen bereit und Z .in Bessarabien ein starkes Heer zusammen. Dann erschien der Aduu ,Fürst Menschikow als außerordentlicher Gesandter in KonstantinoP jOhne sich mit dem Minister des Auswärtigen, Fuad Effendi in uUHandlungen einzulassen, forderte er Audienz bei dem Sultan §
2. März IMS trat, als ihm dieselbe bewilligt wurde, im Reisekleid und mit bestallStiefeln in den festlich geschmückten Diwan. Diesem Auftreten entspraw